Mit dem elektrischen Mercedes-AMG CLA 45 (C174) verschiebt sich das Leistungsniveau in der sportlichen Kompaktklasse grundlegend: Waren Werte zwischen 400 und 500 PS bisher das Maß aller Dinge und wurden lediglich von exklusiven Sondermodellen wie dem BMW M2 CS übertroffen, werden dank Elektroantrieb ganz andere Dimensionen möglich. Der neue CLA 45 geht dank drei Axialfluss-Motoren noch in diesem Jahr mit imposanten 500 kW beziehungsweise 680 PS an den Start und beschleunigt in nur 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, wenn man die Beschleunigung nach der 1-Foot-Rollout-Methode misst.

Was diese Eckpunkte auf der Rennstrecke bedeuten, zeigen die Stuttgarter nun anhand eines Onboard-Videos von der Nürburgring Nordschleife: Ende Juli fuhr Kevin Berger unter notarieller Aufsicht eine Rundenzeit von 7:32,070 Minuten und stellte damit laut Mercedes-AMG eine Bestzeit in seinem Segment auf. Welches Segment damit genau gemeint ist, wird allerdings nicht klar, denn trotz einer Mehrleistung von 200 PS bleibt der Mercedes-AMG CLA 45 volle sieben Sekunden hinter dem offiziellen Kompaktklasse-Spitzenreiter aus Garching: Mit einer Zeit von 7:25,068 Minuten hatte sich der BMW M2 mit Track Kit erst Anfang Juli an die Spitze gesetzt und damit den 530 PS starken M2 CS (7:25,534) knapp unterboten. "

In der Rekord-Übersicht auf nuerburgring.de taucht der neue Mercedes-AMG CLA 45 in der Kategorie “Prototypen / Vorserienmodelle” auf, liegt dort aber tatsächlich auf dem letzten Platz. Auch unter den Elektroautos würde die Zeit des CLA in keiner einzigen Kategorie für den Spitzenplatz reichen. Denkbar ist, dass die bisher nicht angeführte Kompaktklasse nun auch im Elektro-Segment eröffnet wird, was dem CLA zumindest in dieser Klasse einen Spitzenplatz – allerdings ohne jede Konkurrenz – einbringen würde.

Klar ist, dass sich die Rundenzeiten auf der Nürburgring Nordschleife in den nächsten Jahren deutlich nach unten bewegen werden. Ein heißer Kandidat für schnelle Zeiten ist mit Sicherheit auch der kommende BMW M3 (ZA0), der seine Verbrenner-Vorgänger mit vier E-Motoren und M eDrive-Technologie in den Schatten stellen soll. Die Unterschiede sind dabei offenbar so deutlich, dass M-Chef Frank van Meel im Interview schon vor über einem Jahr kein Geheimnis daraus gemacht hat, dass der Elektro-M3 auf der Rennstrecke schneller als sein Verbrenner-Pendant (G84) sein wird.

Dr. Stefan Weckbach (Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes-AMG GmbH und Leiter Geschäftsbereiche Mercedes-Benz G-Klasse & Mercedes-Maybach): “AMG wurde auf der Rennstrecke geboren. In fast 60 Jahren haben wir mit zahlreichen Fahrzeugen bewiesen, dass diese DNA bis heute Bestand hat. Der CLA 45 schreibt nun das nächste Kapitel dieser Geschichte. Er ist das schnellste Fahrzeug seiner Klasse auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt. Ein großer Dank an die Kolleginnen und Kollegen, die diesen Rekord ermöglicht haben. Ich bin mir sicher: Es wird nicht der letzte AMG-Rekord auf der Nordschleife sein.”

(Fotos: Mercedes)