Kaum ein Auto ist so konsequent aufs Querfahren ausgelegt wie der BMW M2 der Red Bull Driftbrothers, doch mit 1.100 PS und 1.200 Newtonmeter Drehmoment sollte der Drift-G87 auch auf gerader Strecke eine beeindruckende Performance bieten – oder etwa nicht? Um es herauszufinden, hat Mat Watson von CarWow den Drift-Profi Elias Hountondji zum Dragrace-Duell gebeten und dabei einen deutlich schwächeren, aber keinesfalls zu unterschätzenden Rivalen ausgewählt: Der Lamborghini Huracán Performante ist ein anerkanntermaßen hervorragender Starter, was auf der Viertelmeile einen enormen Vorteil bedeuten kann.

Der Hochdrehzahl-V10 des Italieners leistet zwar “nur” 640 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment, bringt seine Kraft aber mit Allradantrieb und Launch-Control auf die Straße. Mit 1.480 Kilogramm ist er außerdem vergleichsweise leicht, was zu einer Werksangabe von 2,9 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h führt. Eine vergleichbare Angabe gibt es für den BMW M2 der Red Bull Driftbrothers nicht, aber mit reinem Hinterradantrieb und einem sequenziellen Fünfgang-Getriebe ohne Launch-Control ist der stehende Start ganz sicher nicht die Paradedisziplin des Fahrzeugs. "

Der 3,0 Liter große Reihensechszylinder unter der Haube des Drift-M2 ist zwar vom Ursprung her ein S58, das Serien-Triebwerk wurde für den Drift-Einsatz allerdings von Biturbo auf Singleturbo umgerüstet. Das neue Setup erlaubt eine enorme Leistungssteigerung in den vierstelligen Bereich bei Leistung und Drehmoment, aber die wichtigste Aufgabe des Triebwerks ist die Fähigkeit zum permanenten Drift mit spektakulär qualmenden Hinterrädern – nicht gerade jene Tugenden, die bei einem Dragrace hilfreich sind.

Gleich im ersten Rennen – noch mit kalten Reifen – sehen wir ab Minute 1:15, wie groß die Traktionsprobleme des BMW M2 in der Drift-Konfiguration sind: Der Lamborghini kann gleich auf den ersten Metern mehr als eine Wagenlänge Vorsprung herausfahren und gibt diese auch bis zum Schluss nicht mehr ab. Deutlich besser sieht die Performance des G87 beim rollenden Start aus 50 Meilen oder rund 80 km/h aus (ab Minute 2:35), denn hier spielen die Traktionsprobleme des Hecktrieblers keine nennenswerte Rolle mehr.

Nachdem der Lamborghini bei allen stehenden Starts die Oberhand behalten konnte, wagt Mat Watson noch ein weiteres Experiment: Er holt einen regulären BMW M2 (G87 LCI) mit 480 PS und Launch-Control auf die Startbahn und fordert den Driftbrothers-M2 auch mit diesem Fahrzeug heraus. Auf den ersten Metern hat der Serien-M2 dabei tatsächlich die Niere vorn, muss sich dann aber der schieren Kraft des Tuning-Boliden geschlagen geben.

Zum Abschluss des Videos sehen wir noch ein finales Drag-Race gegen den Lamborghini Huracán Performante, das beinahe auf Augenhöhe endet. Mit einer Viertelmeile-Zeit von 10,6 liegen der Drift-M2 und der Italo-V10 letztlich gleichauf, der Lamborghini ist dabei aber dennoch einen Tick früher im Ziel. Der Serien-M2 ist mit 11,8 Sekunden erwartungsgemäß deutlich langsamer.