Ende der 1980er-Jahre war ein BMW 750iL der Generation E32 eine der edelsten und stärksten Limousinen, die man für Geld kaufen konnte. Die zweite 7er-Generation hatte den ersten deutschen Nachkriegs-V12 unter der Haube und erwischte Mercedes auf dem falschen Fuß, denn mit einem solchen Affront gegen die S-Klasse hatte in Stuttgart niemand gerechnet. Der Zwölfzylinder mit 5,0 Liter Hubraum leistete 300 PS und bewegte sich damit auf Augenhöhe mit dem damaligen Porsche 911 Turbo (930).

Dass sich der BMW 750iL auch im zarten Alter von 37 Jahren nicht verstecken muss, zeigt nun ein aktuelles Tacho-Video von AutoTop.nl. Die Niederländer haben ein 1989 gebautes Exemplar der Luxuslimousine auf die deutsche Autobahn gebeten und zeigen, welche Beschleunigung und Performance Ende der 80er ‘State of the Art’ im 7er-Segment war. Kein Zweifel: 300 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment werden seit Jahren selbst von diversen Kompaktsportlern locker übertrumpft und auch eine Werksangabe von 7,4 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 begeistert heute kaum noch einen Auto-Fan, aber zu ihrer Zeit konnte der Langversion des 750i auf der Autobahn so gut wie niemand die Stirn bieten. "

Im Tacho-Video sehen wir gleich ab Sekunde 40, wie der BMW 750iL in gemessenen 8,48 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und damit deutlich über der Werksangabe bleibt. Für die Viertelmeile benötigt der V12-7er mit Viergang-Automatik im ersten Versuch 16,04 Sekunden und allein der Zwischensprint von 100 auf 200 dauert knapp über 20 Sekunden. In einem weiteren Versuch ab Minute 4:10 gelingt die Beschleunigung von 100 auf 200 in 18,24 Sekunden, aber auch dieser Wert klingt 2026 nur bedingt beeindruckend. Zum Vergleich: Ein aktueller BMW M5 Touring (G99) erledigt die gleiche Übung in 7,47 Sekunden!

Kein Zweifel: Leistung und Fahrleistungen bewegen sich heute auf einem völlig anderen Niveau, aktuelle Topmodelle wie der BMW M760e (G70 LCI) oder auch der elektrische BMW i7 M70 bieten mehr als doppelt so viel Leistung wie der Top-E32, aber die Laufruhe und das Prestige von zwölf Zylindern gibt es heute weder für Geld noch gute Worte – zumindest diesseits der noch exklusiveren Limousinen von Rolls-Royce.