Hochzeiten sind im BMW Werk Regensburg an sich nichts Neues, seit Jahrzehnten werden täglich hunderte Karosserien mit ihren Antriebseinheiten verheiratet. Dennoch gibt es nun eine ganz neue Form der Hochzeit, denn in Vorbereitung auf die Produktion der Neuen Klasse in Regensburg werden jetzt auch Hochvoltbatterien mit ihrer Karosserie verheiratet. Ganz neu ist die ‘Vormontage Energiemodule’ (VEM), die in einer dreiwöchigen Produktionspause vom 8. bis 30. August vorbereitet wurde und für die der Standort umfassend umgebaut wurde.
Die sogenannte „Speicher-Hochzeit“ bringt in Vorbereitung auf die Neue Klasse einen neuen Produktionsschritt in die Fahrzeugmontage: In der VEM-Anlage werden die Hochvoltbatterien künftig bereits am Anfang der Montage fest mit der Karosserie verbunden. Dafür entstand unter anderem ein neues Band samt Hochregallager, das Energiemodule für eine komplette Tagesproduktion aufnehmen kann. Von dort werden die Speicher vollautomatisch und exakt in der benötigten Reihenfolge zur Montage transportiert. Ein Greiferportal positioniert sie, anschließend verschrauben Roboter Batterie und Karosserie miteinander. Der Hochvoltspeicher wird damit viel früher als bisher zu einem Teil der Fahrzeugstruktur.

Noch wichtiger als die neue Batteriemontage ist allerdings der Umbau dahinter: Mehrere hundert Maßnahmen wurden im Presswerk, Karosseriebau, in der Lackiererei, Montage und Logistik umgesetzt. Mehr als 1.000 Beschäftigte von Partnerunternehmen waren dafür im Werk im Einsatz. Besonders tiefgreifend wurde die Fahrzeugmontage angepasst: Jede Produktionsanlage erhielt ein Update, damit auch künftig unterschiedliche BMW Modelle und Antriebsarten flexibel auf denselben Linien gefertigt werden können – demnächst wohl auch Modelle mit Neue Klasse-Technik. Regensburg bleibt damit dem BMW-Ansatz einer möglichst flexiblen Produktion treu, statt die Fertigung für einzelne Antriebskonzepte strikt voneinander zu trennen.
Welche der 40 BMW-Neuheiten mit Neue Klasse-Technik künftig in Regensburg gebaut werden sollen, ist bisher nicht offiziell bestätigt. Auf der Hand liegt aber, dass Baureihen wie der BMW iX1 (NB5) und der eng verwandte iX2 ganz heiße Kandidaten sind. In der Gegenwart läuft zunächst die Produktion der bekannten Modelle weiter, seit Anfang dieser Woche wieder in Form von BMW X1 und iX1 (U11) sowie X2 und iX2 (U10). Genau wie vor der dreiwöchigen ‘Pause für die Zukunft’ werden rund 1.400 Fahrzeuge pro Tag im Werk Regensburg gebaut.
David Heiduk (Leiter Planung der BMW Group Werke Regensburg und Oxford sowie Technologieprojekte Kompaktklasse): “Wir bauen heute die Montage für die Fahrzeuge von morgen. Mit dem Umbau schaffen wir die Voraussetzungen für die Neue Klasse und damit für die Mobilität der Zukunft. Gleichzeitig stärken wir den Standort Regensburg und investieren gezielt in moderne, flexible Produktionsstrukturen.”
