Macht es Sinn, mit einem völlig gewöhnlichen BMW M2 (G87) gegen das voll auf Performance getrimmte und sündhaft teure Sondermodell Audi RS 3 Competition Limited anzutreten? Und wie! Die sport auto hat die beiden ungleichen Kompaktsportler zum Duell auf dem Hockenheimring gebeten und dabei ein Ergebnis ermittelt, das in dieser Klarheit durchaus überraschend kommt – denn der auf 750 Einheiten limitierte Extrem-RS3 hat gegen den BMW M2 nicht den Hauch einer Chance, obwohl der Garchinger weder als M2 CS noch mit dem optionalen Track Kit antritt und damit ein gutes Stück unterhalb seines maximalen Performance-Niveaus bleibt.

Für sich betrachtet erntet der Audi RS 3 Competition Limited durchaus eine Menge Lob, im Fazit bezeichnen ihn die Experten als emotionalsten und querdynamisch besten RS 3 aller Zeiten – nur findet er eben im BMW M2 (G87 LCI) auch ganz klar seinen Meister. Der in exklusivem Malachitgrün lackierte Audi tritt mit einem speziell abgestimmten Gewindefahrwerk samt neuem Hinterachsstabilisator an, verfügt über zahlreiche Carbon-Komponenten und feiert den 50. Geburtstag des Fünfzylinder-Motors auch mit einer besonders klanggewaltigen Abgasanlage. Cup-Reifen vom Typ Pirelli P Zero R und eine Keramik-Bremse an der Vorderachse unterstreichen den sportlichen Anspruch, nur an den 400 PS des Fünfzylinders ändert sich auch beim Competition Limited nichts. "

Zwar ist der dank Allradantrieb leichter zu fahrende Audi RS 3 Competition Limited knapp 130 Kilogramm leichter als der BMW M2, dafür verteilt sich das Gewicht aber auch deutlich frontlastiger. Der Test zeigt erwartungsgemäß, dass der heckgetriebene BMW M2 auch in der Generation G87 ein Fall für bewusste und reaktionsschnelle Fahrer ist: Wer zu rabiat aufs Gas steigt, kann durchaus von einem ausbrechenden Heck überrascht werden – doch wer das Spiel mit Gaspedal und Lenkrad beherrscht, wird eben auch mit einem erstklassigen Handling belohnt. Unterstützung liefert dabei die zehnstufige M Traction Control, mit deren Hilfe sich das Limit nach und nach immer besser erkunden lässt.

Die auf Agilität getrimmte Fahrwerksabstimmung geht dabei nicht zu lasten des Komforts, zumindest bescheinigt die sport auto den adaptiven Dämpfern des BMW M2 ein deutlich höheres Komfortniveau als dem Gewindefahrwerk des Audi RS 3. Trotz Allrad-Vorteil gelingt es dem Ingolstädter nicht, beim Sprint von 0 auf 100 eine bessere Zeit als die 3,8 Sekunden des M2 zu erzielen. Bei höheren Geschwindigkeiten zieht der 480 PS starke BMW schließlich immer weiter davon, bis zur 250er-Marke hat er fast sechs Sekunden Vorsprung herausgefahren.

Unterm Strich steht ein Ergebnis, das objektiv betrachtet kaum klarer sein könnte: Der im Grundpreis über 22.000 Euro günstigere BMW M2 ist in Hockenheim volle zwei Sekunden schneller, beschleunigt gerade im oberen Geschwindigkeitsbereich erheblich besser, bietet die höhere Slalom-Geschwindigkeit, verzögert besser und bietet bei all dem auch noch mehr Komfort – deutlicher kann ein Sieg in sportlicher Hinsicht kaum ausfallen. Dass der im Test ermittelte Durchschnittsverbrauch des 80 PS stärkeren Reihensechszylinders den des Fünfzylinders knapp unterbietet, verkommt dabei zur Randnotiz.

Den vollständigen Vergleichstest gibt es in der aktuellen Sommer-Ausgabe der sport auto.

(Fotos: Audi)