Der vielbeachtete Praxis-Test des Norwegers Bjørn Nyland, der seit Jahren die Reichweite von hunderten Elektroautos bei Autobahn-Geschwindigkeit misst, hat einen neuen Spitzenreiter: Der BMW iX3 (NA5) schafft es bei einer Reisegeschwindigkeit von 90 km/h auf 749 Kilometer und lässt damit sämtliche Rivalen von Tesla bis Mercedes hinter sich. Die Neue Klasse kommt dabei auf einen Real-Verbrauch von nur 12,9 kWh auf 100 Kilometer und unterbietet damit auch sich selbst, denn in einem früheren Test gelang dem Elektro-SUV “nur” eine Reichweite von 724 Kilometern. Der Unterschied: Im ersten Test stand der iX3 auf 21-Zoll-Felgen, dieses Mal trat er mit den effizienteren 20-Zöllern an.
Im 120er-Test mit höherem Tempo steigt der Praxis-Verbrauch des BMW iX3 auf 17,8 kWh auf 100 Kilometer, die ermittelte Reichweite von 543 Kilometern bleibt aber dennoch erstklassig: Nur der Lucid Air Dream Edition kommt mit 580 Kilometern noch etwas weiter, alle anderen getesteten Fahrzeuge schaffen es bei dieser Reisegeschwindigkeit weniger weit. Ihren Anteil daran haben die Spritspar-Reifen vom Typ Hankook Ion Evo SUV, die zwar nicht gerade für höchste Fahrdynamik stehen, aber den iX3 laut Nyland spürbar leiser und komfortabler als beim ersten Test mit Goodyear Eagle F1 im 21-Zoll-Format machen.
Dank der effizienteren Bereifung konnte der jetzt gefahrene BMW iX3 auch im 1000-Kilometer-Test von Bjørn Nyland eine nochmals bessere Zeit realisieren: Mit 8 Stunden und 49 Minuten wurde die schon bisher starke Zeit um 8 Minuten unterboten, auch wenn die Rundung beider Zeiten diesen Vorteil in der Google Docs-Tabelle des Norwegers scheinbar auf 5 Minuten schrumpfen lässt.
Schon jetzt ist relativ klar, dass die Rekorde des BMW iX3 nicht von großer Dauer sein werden: Mit dem BMW i3 (NA0) kommt noch vor dem Jahreswechsel ein weiterer Vertreter der Neuen Klasse in den Handel, der im WLTP-Normzyklus über 100 Kilometer mehr Reichweite bietet und folglich auch in den kommenden Praxis-Tests noch besser abschneiden dürfte. Ob BMW auch noch Long Range-Varianten mit besonderem Fokus auf maximale Reichweite bringen wird, bleibt abzuwarten – momentan gibt es den größten Akku nur für Allradmodelle mit zwei E-Maschinen, sodass wir das theoretische Maximum der eDrive Gen6 noch nicht zu sehen bekommen.
