In wenigen Tagen könnte ein ganz besonderer McLaren F1 GTR zum bisher teuersten Automobil mit BMW-Triebwerk werden, denn in Monterey steht die Auktion des einzigartigen “Pop Art F1” auf dem Programm. Im Zentrum der von RM Sotheby’s durchgeführten Auktion steht ein Fahrzeug, das ganz sicher nicht auf einen makellosen Lebenslauf zurückblicken kann, aber stets in besten Händen war: Vorbesitzer ist kein Geringerer als Rock-Legende Nick Mason von Pink Floyd, der sich den McLaren F1 GTR im Jahr 1999 gönnte und dann für 25 Jahre pflegte – aber immer wieder auch artgerecht bewegte und bewegen ließ.

Der Supersportler trägt die Chassis-Nummer 10R, nahm 1996 an den Testfahrten vor dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil und ist heute der einzige verbleibende von ohnehin nur neun McLaren F1 GTR dieser Spezifikation, der noch immer seine Original-Livery mit dem Schriftzug ’96 GTR’ trägt. Nach den Renn-Einsätzen wurde er bei McLaren zum Straßenfahrzeug umgebaut, um auch auf öffentlichen Straßen genutzt werden zu können. "

Trotz seiner Einzigartigkeit durfte der besondere F1 GTR auch immer wieder von Dritten bewegt werden, was allerdings nicht immer für positive Emotionen sorgte: Im Jahr 2009 verlor ein Journalist die Kontrolle über das Fahrzeug und macht eine intensive Reparatur erforderlich, die bei den McLaren-Experten von Lanzante Limited mit hohem Aufwand realisiert wurde. Im Jahr 2017 war es Nick Mason selbst, der mit seinem F1 GTR im Rahmen des 75. Goodwood Members’ Meeting von der Strecke abkam und unsanft Kontakt mit einem Reifenstapel machte. Auch auf diesen Unfall folgte eine lange und tiefgreifende Reparatur bei Lanzante.

Im Frühjahr 2024 trennte sich Mason vom ‘Pop Art F1’, rund zwei Jahre später steht die Legende mit ihrem von Paul Rosche konstruierten BMW-V12 erneut zum Verkauf. RM Sotheby’s schätzt den Wert auf “über 35 Millionen US-Dollar” und auch wenn noch unklar ist, welcher Preis bei der Auktion tatsächlich erzielt wird, ist eines ganz sicher: Der McLaren F1 zählt weiterhin zu den begehrenswertesten, aber auch teuersten Supersportlern aller Zeiten – selbst dann, wenn die Historie nicht im klassischen Sinne einwandfrei ist.

(Fotos: Alex Penfold, Courtesy of RM Sotheby’s)