Vor einem halben Jahr erschütterte die Nachricht vom Aus für AC Schnitzer die BMW Tuning-Szene, nun können die Fans der Aachener doch noch aufatmen: Mit der niederländischen AM Group hat sich ein Käufer für die Tuning-Sparte der Kohl-Gruppe gefunden! Die in Rotterdam ansässige Holding ist auf Aktivitäten im Bereich hochwertiger Fahrzeug-Individualisierung, Performance-Engineering und Premium-Teilevertrieb spezialisiert, weshalb sie sich bereits bestens mit den Besonderheiten der Branche auskennt. Für AC Schnitzer ist die Nachricht gleichbedeutend damit, dass der 40. Geburtstag der Marke im kommenden Jahr nun doch gebührend gefeiert werden kann.

Die 1987 begonnene Geschichte von AC Schnitzer drehte sich zunächst um das Motorsport-Erbe von Schnitzer Motorsport. Über fast vier Jahrzehnte entstanden Leistungssteigerungen, Fahrwerkslösungen, Abgasanlagen, Aerodynamik-Komponenten und charakteristische Leichtmetallräder für so gut wie jede BMW-Baureihe, im Lauf der Jahren kamen ähnliche Tuning-Angebote für MINI, Range Rover, Jaguar und zuletzt auch den Z4-Verwandten Toyota Supra hinzu. "

Zum Portfolio der AM Group gehören bisher unter anderem Urban Automotive für Luxus-SUV-Umbauten, Heritage Customs für individuelle Fahrzeuge und Coachbuilding, Absolute Motors für Performance- und Individualisierungsprojekte sowie UBC Composites und GP Products. Mit AC Schnitzer holen sich die Niederländer einen der bekanntesten Namen im BMW-Tuning ins Portfolio und wir dürfen gespannt sein, welche Projekte in den nächsten Monaten und Jahren auf die Straße gebracht werden.

Der Verkauf kommt vor dem Hintergrund einer schwierigen Entwicklung im deutschen Tuning-Geschäft. Die Kohl-Gruppe hatte im März steigende Entwicklungs- und Produktionskosten, lange Genehmigungsverfahren, internationale Marktprobleme, volatile Wechselkurse und Lieferkettenprobleme als Gründe für den Rückzug genannt. Auch die zunehmende Bedeutung elektrischer Antriebe und veränderte Interessen jüngerer Kunden wurden als Herausforderungen genannt. Die vorhandenen Lagerbestände sollten ursprünglich bis Ende 2026 verkauft werden, während Garantie und After-Sales-Betreuung darüber hinaus gesichert bleiben sollten.

(Fotos & Infos: AC Schnitzer)