Wer höchste Ansprüche immer wieder übertreffen will, darf sich niemals zurücklehnen. Kein Wunder also, dass sich ein BMW 7er Facelift seit mehreren Generationen um weit mehr als ein paar Detail-Verbesserungen dreht: Die Luxuslimousine wird zur Mitte ihres Lebenszyklus stets deutlich weiterentwickelt, aber dennoch sind die Unterschiede selten so groß wie im Jahr 2026. Für einen ersten Fahrbericht mit dem neuen Flaggschiff durften wir in Kalifornien ans Steuer des BMW 740 xDrive, der den Look und viele Technologien der Neuen Klasse in die Luxusklasse überträgt und auf vielen Märkten als Einstiegsmodell fungiert.

Schon äußerlich präsentiert sich das BMW 7er Facelift 2026 als markante Weiterentwicklung mit noch klarer gezeichneten Flächen, die für einen noch imposanteren Auftritt sorgen und jedes Vorfahren zu einem Statement machen. Nochmals signifikant größer sind die Neuerungen der Modellpflege aber ohne jede Frage im Innenraum, denn hier erinnert praktisch nichts mehr an den bisherigen Look. Die Luxuslimousine empfängt die Insassen mit der hochmodernen Atmosphäre der Neuen Klasse, kombiniert das Konzept des iX3 aber mit einigen Upgrades: Egal wohin man fühlt, im neuen 7er kommen überall spürbar hochwertigere Materialien zum Einsatz und entfalten das volle Luxus-Potenzial der Neuen Klasse. "

Aber kann der BMW 7er (G70 LCI) auch mit seiner Einstiegsmotorisierung überzeugen? In Deutschland ist der 740 xDrive der erste Benziner der Generation G70 ohne Plug-in-Hybridisierung, denn dem Reihensechszylinder steht “nur” ein 48-Volt-Bordnetz zur Seite. Von einer Basismotorisierung kann dennoch kaum die Rede sein, schließlich leistet der weiterentwickelte B58 satte 400 PS und bietet bis zu 580 Newtonmeter Drehmoment. Bei Bedarf beschleunigt der Benziner in 5,1 Sekunden von 0 auf 100 und erreicht mühelos die 250 km/h-Marke.

Auf unserer Testfahrt in Kalifornien präsentiert sich der Antrieb unaufdringlich und kultiviert, bleibt die meiste Zeit dezent im Hintergrund und erledigt unauffällig seinen durchaus anspruchsvollen Job: Die Limousine bringt mehr als 2,2 Tonnen auf die Waage, doch der Reihensechszylinder lässt sich davon in keiner Situation wirklich ausbremsen und sorgt stets für standesgemäßen Vortrieb.

Im Sport-Modus reagiert der Verbrenner spürbar direkter und wird auch akustisch präsenter, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen oder aus dem 7er eine Sportlimousine zu machen. Dabei mangelt es dem Einlenkverhalten nicht an Präzision: Unterstützt von der aufwendigen Fahrwerkstechnik samt Hinterachslenkung lässt sich der 7er im Sport-Modus deutlich direkter durch Kurven dirigieren, als es seine äußeren Abmessungen vermuten lassen. Dass der 740 dennoch eher ein Freund weiter Kurvenradien als winkliger Nebenstraßen ist, versteht sich mit Blick auf fast 5,40 Meter Länge von selbst.

Auf den breiten Straßen Kaliforniens fallen die stattlichen Dimensionen der Limousine kaum jemals ins Gewicht, in Europa dürfte sich die Sache aber hier und da etwas anders anfühlen. Seine größte Stärke spielt der 7er schließlich beim Fahrkomfort aus: Die adaptive Zweiachs-Luftfederung filtert kurze Unebenheiten genau wie längere Wellen überzeugend heraus und vermittelt beinahe das Gefühl, über die Straße zu gleiten. Gerade bei höherem Tempo entsteht so eine gelassene Souveränität, die Lust auf Langstrecken macht.

Mit dem Facelift 2026 übernimmt der BMW 7er nicht nur die Formensprache, sondern auch zahlreiche Technik-Features von der Neuen Klasse. Das neue Cockpit verzichtet auf Curved Display und iDrive-Controller, stattdessen gibt es das Panoramic Vision-Display auf voller Breite der Frontscheibe, ein zum Fahrer geneigtes Haupt-Display und erstmals auch ein Beifahrer-Display, das den Mitfahrern eine zusätzliche Entertainment-Option liefert. Im Fond genießen die Passagiere auf Wunsch eine weiterentwickelte Variante des riesigen Theatre Screen, der die Rückbank auf Knopfdruck in ein privates Kino verwandelt.

Die neue Lenkrad-Generation bleibt zwar auch im 7er optisch gewöhnungsbedürftig, liegt aber gut in der Hand und fühlt sich schon nach wenigen Minuten völlig vertraut an. Die Touchscreen-fokussierte Bedienung der unzähligen Features erfordert ohne Frage etwas Umgewöhnung, aber der per “Hey BMW” aufrufbare Sprachassistent hilft in den meisten Fällen und öffnet auch jene Untermenüs, die man nicht auf den ersten Blick findet. Neu an Bord ist die Kombination von Navigation und Assistenzsystem-Ansicht, die völlig selbsterklärend auf die richtige Fahrspur hinweist und im Lauf des ersten Halbjahres 2027 auch nach Europa kommt.

So zeigt der 740 ein gelungenes Zusammenspiel von Antrieb, Fahrwerk und Geräuschkomfort, das den 7er zum wahrlich luxuriösen Alltagsbegleiter macht. Der 400 PS starke Sechszylinder fühlt sich dabei in keiner Situation nach Verzicht an, doch wer noch mehr Kraft wünscht, hat mit dem Plug-in-Hybrid M760e, dem elektrischen BMW i7 und bald auch dem neuen BMW M760 mit V8-Biturbo diverse Optionen. Daran, dass für einen derart hochwertig konfigurierten 7er wie unseren Testwagen mit M Sportpaket, matter Individual-Lackierung in Frozen Space Silver und Executive Lounge Paket Preise von über 150.000 Euro aufgerufen werden, hat sich mit dem Facelift nichts verändert.

Unterm Strich macht das Facelift den BMW 7er digitaler, luxuriöser und in vielen Details noch moderner. Das Neue Klasse-Cockpit ist ein markanter Fortschritt, der Theatre Screen bleibt ein außergewöhnliches Angebot für Fondpassagiere und der Fahrkomfort bewegt sich weiterhin auf ausgesprochen hohem Niveau. Vorne wie hinten sehr großzügige Platzverhältnisse und ausgesprochen bequeme Sitze gab es auch schon vor dem Facelift. Der 7er bleibt damit auch im 2027er-Jahrgang eine hervorragende Luxuslimousine, die weder auf kurzen noch auf langen Strecken überlegenen Komfort vermissen lässt – und dabei mit einem unverwechselbaren Design punktet, das noch mehr Selbstbewusstsein als bisher zur Schau stellt.