Die BMW 3er-Reihe geht 2027 in ihre achte Generation und soll als G50 erneut zum Bestseller in der Premium-Mittelklasse werden. Optisch orientiert sich der neue 3er wie erwartet sehr eng am BMW i3 (NA0), was der vollkommen unterschiedlichen Technik zum Trotz zur einen oder anderen Verwechslung führen dürfte: Beide tragen den charakteristischen Neue Klasse-Look nicht nur an Front und Heck, sondern auch im Innenraum. Wie man die beiden Limousinen auch ohne Maßband unterscheiden kann, zeigt unser G50/NA0-Vergleich.

Im Vergleich zum Vorgänger G20 ist der neue BMW 3er (G50) mit 4,76 Meter Länge um rund fünf Zentimeter gewachsen, knappe drei Zentimeter breiter und 15 Millimeter höher. Da auch der Radstand um 9 Millimeter zugelegt hat, blicken wir insgesamt auf sehr ähnliche Proportionen und ein überschaubares Wachstum. Während das Design und die Abmessungen kaum überraschen, gibt es bei den Motoren eine in ihrer Konsequenz durchaus unerwartete Entwicklung. Die Motorenpalette fällt nicht nur zum Marktstart Anfang 2027 erstaunlich klein aus, sie wird auch dauerhaft auf den Selbstzünder verzichten: Diesel-Liebhaber sollten sich keine Hoffnungen auf einen Nachfolger für die gerade bei Langstrecken- und Vielfahrern beliebten 320d, 330d und M340d machen, denn ein neuer Diesel-3er ist nach aktuellem Stand nicht geplant. So gesehen ergibt sich eine exklusive Gemeinsamkeit mit dem ersten 3er (E21), denn auch den Ur-3er gab es nicht als Selbstzünder. "

Statt einem Diesel gibt es mit 318, 320 und M350 zunächst drei Benziner, die im Vergleich zur Vorgänger-Generation auf das i am Ende des Namens verzichten. Erst der Plug-in-Hybrid 330e wird wieder über einen Zusatzbuchstaben am Modellschriftzug verfügen. Das Einstiegsmodell BMW 318 kommt mit 156 PS und 250 Newtonmeter Drehmoment, wobei der Turbo-Vierzylinder von einem 48-Volt-Bordnetz samt elektrischem Startergenerator unterstützt wird. Bei Bedarf beschleunigt der Basis-3er in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 und erreicht 215 km/h Höchstgeschwindigkeit. Deutlich stärker ist der BMW 320 aufgestellt: Mit 211 PS und 330 Newtonmeter Drehmoment hat er genügend Kraft, um die 100er-Marke nach 7,4 Sekunden zu erreichen, seine Vmax liegt bei 240 km/h.

Klar übertrumpft werden die heckgetriebenen Vierzylinder vom neuen BMW M350 xDrive, dessen Reihensechszylinder seine Kraft mittels der serienmäßigen Achtgang-Automatik und einem vollvariablen Allradantrieb auf die Straße bringt. Das Topmodell leistet 443 PS und 580 Newtonmeter Drehmoment, was den Sprint von 0 auf 100 in 4,1 Sekunden möglich macht – damit unterbietet er nicht nur die Vierzylinder, sondern auch den nominell noch etwas stärkeren Elektro-Bruder i3 50 xDrive. Dass der höchstens 200 km/h schnelle i3 auch bei der Höchstgeschwindigkeit nicht annähernd mit den 250 km/h des M350 mithalten kann, kommt wenig überraschend.

Passend zu den Abmessungen, der Integration des 48-Volt-Bordnetzes, den noch strenger gewordenen Crash-Anforderungen und der noch umfassenderen Serienausstattung klettert auch das Gewicht der 3er Limousine weiter nach oben. Die leichteste Option ist der neue BMW 318, der genau wie der 320 auf ein DIN-Leergewicht von 1.680 Kilogramm kommt. Zum Vergleich: Ein 318i der Generation G20 war mit glatt 1,5 Tonnen noch spürbar leichter. Im Fall der Topmodelle M340i und M350 liegen kaum weniger deutliche 135 Kilogramm zwischen den Generationen.

Damit die Fahrdynamik dennoch den hohen Ansprüchen der 3er-Kunden gerecht werden kann, kommt der 3er mit einem weiter verfeinerten Fahrwerk. Schon in der Basis gibt es nicht nur einen längeren Radstand, sondern auch knapp 2,5 Zentimeter mehr Spurweite vorn und sogar 4,9 Zentimeter mehr Spurweite hinten. Die Doppelgelenk-Federbein-Vorderachse kommt im Vergleich zum G20 mit überarbeiteter Elastokinematik und reduzierten Sturzwerten, die Fünflenker-Hinterachse kommt mit erhöhtem Sturz. Eine steifere Anbindung, hochvorgespannte Stabilisatorlager und neu entwickelte hubabhängige Dämpfer an beiden Achsen versprechen ein noch präziseres Fahrverhalten und ein weiter verbessertes Lenkgefühl.

Alternativ zum Serien-Fahrwerk gibt es den neuen BMW 3er auch mit Adaptivem Fahrwerk oder mit dem Adaptiven M Fahrwerk (letzteres nur in Verbindung mit M Sport-Paket), mit beiden lässt sich die Charakteristik auf Knopfdruck in Richtung Komfort oder Dynamik verschieben. Beide adaptiven Fahrwerke kommen stets mit der variablen, insgesamt direkter abgestimmten Sportlenkung. Exklusiv dem M350 vorbehalten bleibt nicht nur das M Sportdifferenzial, sondern zunächst auch der Allradantrieb xDrive. Das Topmodell kommt außerdem mit zusätzlichen Karosserie-Verstrebungen für noch mehr Steifigkeit sowie einem spezifischen Feder-Dämpfer-Setup.

Im Innenraum und bei den Assistenzsystemen entspricht der neue BMW 3er weitestgehend dem bereits ausführlich vorgestellten i3 (NA0), nur bei der Kopffreiheit besitzt der Verbrenner trotz niedrigerer Dachlinie kleinere Vorteile. Für den Fahrer bietet das Cockpit das aus iX3 und i3 bekannte Setup mit geneigtem 18-Zoll-Display in der Mitte und Panoramic Vision-Display am Fuß der Frontscheibe, außerdem gibt es auf Wunsch auch ein klassisches Head-up-Display mit Informations-Projektion ins direkte Blickfeld des Fahrers. Genau wie im iX3 gibt es zahlreiche moderne Assistenten, die den Fahrer gemäß Level 2+ entlasten und dank Symbiotic Drive auch kein Problem mit kleineren Korrekturen durch den Fahrer haben.

Deutlich vielseitiger als das Antriebsangebot präsentiert sich die Farbpalette des BMW 3er 2027: Mit Alpinweiß, Mineralweiß, Saphirschwarz, Spacesilber, Brooklyn Grey, Eucalyptus Green, Polarized Grey, Ocean Wave Blau, Frozen Space Silver sowie Le Castellet Blau und Fire Red gibt es direkt zum Marktstart Anfang 2027 nicht weniger als elf Farben. Mit ein paar Monaten Verzug folgen via BMW Individual noch zahlreiche weitere Optionen, in Verbindung mit den insgesamt neun Felgen-Designs in 19 bis 21 Zoll ergeben sich aber auch ohne Sonderwunsch-Lackierungen eine Vielzahl von Konfigurationen für einen individuellen Auftritt.

Spannend zu sehen sein wird, wie die Kunden in Deutschland und Europa auf das Fehlen des Diesel-Motors reagieren und ob die Fokussierung auf Benziner, Plug-in-Hybrid und den vollelektrischen i3 die richtige Entscheidung war. Dass die Preise leicht auf mindestens 49.900 Euro für den 318 klettern, dürfte niemanden überraschen. Auf einen großen Sprung haben die Verantwortlichen hierbei bewusst verzichtet, zuletzt lag der Grundpreis für einen 318i (G20 LCI) mit 47.000 Euro nicht wesentlich niedriger.

Noch sportlicher präsentiert sich der neue 3er als M350, denn das M Performance Modell darf mit seinen vier Endrohren auch optisch klar auf den Verbrenner an Bord hinweisen:

Dr. Joachim Post (Entwicklungsvorstand der BMW AG): „Ob als vollelektrisches Modell der Neuen Klasse mit bis zu 912 Kilometern elektrischer Reichweite oder als hocheffiziente Verbrennervarianten mit modernsten 48-Volt-Mildhybrid- und Plug-in-Hybridantrieben: Alle Modelle der BMW 3er Reihe profitieren von den Innovationen der Neuen Klasse bei Digitalisierung, Fahrerassistenz, Design und BMW typischer Freude am Fahren. Das Ergebnis ist der beste BMW 3er aller Zeiten.“

Jochen Goller (Mitglied des Vorstands der BMW AG, Kunde, Marken, Vertrieb): „Jede Generation der BMW 3er Reihe hat ihre Zeit geprägt. Der neue BMW 3er führt diese Tradition mit einem technologischen Weitsprung in eine neue Ära, mit gleichem Design für alle Antriebsformen. Mit dem BMW i3 feiert zugleich der erste vollelektrische BMW 3er auf Basis der Neuen Klasse seine Premiere. Er schärft den Charakter der BMW 3er Reihe durch neue, herausragende Eigenschaften und ist als vollelektrisches Modell in einem volumenstarken Segment von größter Bedeutung für die BMW Group. Die Resonanz unserer Kundinnen und Kunden bestätigt bereits heute das enorme Potenzial dieses Fahrzeugs.”

Dr. Mike Reichelt (Head of Neue Klasse, BMW Kompakt- und Mittelklasse): „Die Neue Klasse ist weit mehr als ein einzelnes Fahrzeug. Mit dem BMW iX3 haben wir erstmals gezeigt, wie unsere neue Designsprache, die sechste Generation der BMW eDrive Technologie, BMW Panoramic iDrive und das Heart of Joy zu einem einzigartigen Gesamterlebnis verschmelzen. Skalierbar und global rollen wir die Innovationen der Neuen Klasse nun über unser gesamtes Portfolio aus. Mit dem neuen BMW 3er übertragen wir sie erstmals in den Kern unserer Marke. Unabhängig vom Antrieb profitiert die achte Generation unserer Ikone von diesem technologischen Weitsprung. Das Ergebnis: Freude am Fahren – neu definiert.“

Dr. Mihiar Ayoubi (Leiter Entwicklung Fahrerlebnis): „Der BMW 3er steht seit Jahrzehnten für Freude am Fahren. Mit der neuen Generation entwickeln wir diese Stärke konsequent weiter und heben das Zusammenwirken von Fahrer, Fahrzeug und intelligenter Fahrdynamikregelung auf ein neues Niveau. Im neuen vollelektrischen BMW i3 sowie in den neuen BMW 3er Modellen mit Verbrennungs- und Plug-in-Hybridantrieb kommt jeweils ein maßgeschneiderter BMW Driving Stack zum Einsatz. Er verbindet modernste Regelungstechnik mit unserer Fahrdynamik-DNA. Über alle Antriebsformen hinweg schaffen wir so unser markentypisches Fahrerlebnis, das sich durch höchste Präzision, begeisternde Agilität und die für BMW typische Souveränität auszeichnet – unverwechselbar BMW.“