Die 443 PS und 580 Newtonmeter Drehmoment des neuen BMW M350 (G50) sind bereits seit ein paar Wochen kein Geheimnis mehr, das Design und viele weitere Details des M Performance-3ers werden aber erst jetzt offiziell enthüllt. Das vorläufige Topmodell der achten 3er-Generation – erst 2028 kommt mit dem BMW M3 (G84) eine noch stärkere Variante – setzt wie sein M340i genannter Vorgänger der Generation G20 auf einen 3,0 Liter großen Reihensechszylinder, präsentiert sich abgesehen von dieser Kern-Tugend sportlicher Mittelklasse-Limousinen aus München aber dennoch rundum erneuert.

Größter Hingucker sind ohne Zweifel die M Yellow Lights, denn der M350 kommt mit gelben Lichtelementen und hebt sich damit klar von den schwächeren 3er-Varianten mit Vierzylinder-Motoren ab. Am Heck der auf den ersten Fotos in Fire Red lackierten Power-Limousine fallen sofort die vier Endrohre ins Auge, die ein unübersehbarer Hinweis auf die Potenz des M350 sind. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass auch die Rückleuchten nochmals überarbeitet wurden und filigraner als beim regulären 3er oder auch beim elektrischen i3 ausgeführt sind. "

Genau wie bisher wird der von einem 48-Volt-Bordnetz unterstützte Sechszylinder mit vollvariablem Allradantrieb und Achtgang-Automatik kombiniert. Letztere ist auch mit einer Launch-Control ausgerüstet, was sich an dem trotz 135 Kilogramm Mehrgewicht auf 4,1 Sekunden verbesserten Wert für den Sprint von 0 auf 100 km/h deutlich zeigt. Im Vergleich mit dem zuletzt 392 PS starken M340i bedeutet dieser Wert eine Verbesserung um zwei Zehntel, der M350 bleibt damit aber auch volle sechs Zehntel unter dem Wert des nominell noch stärkeren BMW i3 50 xDrive (NA0).

Wichtiger als die Spitzenleistung des Sechszylinders dürfte im Alltag die elektrische Unterstützung des Verbrenners sein, denn der Startergenerator des 48-Volt-Bordnetzes kann jederzeit verzögerungsfrei bis zu 200 Newtonmeter Drehmoment bereitstellen. Die spontane Kraftkur gibt dem Verbrenner etwas Zeit zum Luft holen und dürfte auch im Drift-Moment genannten RWD-Modus zum Entertainment beitragen.

Jenseits von unterhaltsamen Show-Einlagen bringt der BMW M350 einige technische Features mit, die ihm zu nochmals gesteigerter Fahrdynamik verhelfen sollen. Im Vergleich zum M340i wurde die Spurweite vorn um 12 Millimeter und hinten sogar um 32 Millimeter vergrößert, außerdem sorgen mehrere zusätzliche Streben für noch mehr Steifigkeit. Auch das Adaptive M Fahrwerk und das M Sportdifferenzial an der Hinterachse sollen dazu beitragen, dass der M350 seinen starken Vorgänger nochmals übertrumpfen kann. Dass es M Sport und M Sport Plus gleich zwei exklusive Fahrmodi gibt, deutet eine Vielzahl von Setup-Optionen an.

Dass so viel Leistung und die umfassende Sport-Ausrüstung auch ihren Preis haben, versteht sich von selbst: Mindestens 80.900 Euro lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass der M350 etwas Besonderes sein soll. Wie überzeugend das Gesamtpaket im Vergleich mit der Konkurrenz abschneidet, werden wir in wenigen Wochen erfahren: Der Marktstart von 3er und M350 ist für Anfang 2027 geplant, ab dann darf sich auch die 443 PS starke Performance-Variante ganz praxisnah beweisen. Einen internen Wettbewerber mit Langstrecken-Qualitäten muss der M350 dabei nicht mehr fürchten, denn genau wie die übrigen Diesel erhält auch der bisherige M340d bis auf Weiteres keinen Nachfolger.