Kaum irgendwo werden die Vergangenheit und ihre automobilen Ikonen so zelebriert wie beim Goodwood Revival: Historische Fahrzeuge treffen auf legendäre Flugzeuge wie die Spitfire und lassen die Besucher derart authentisch in die Mitte des letzten Jahrhunderts eintauchen, das die Herausforderungen unserer Zeit schon nach wenigen Minuten völlig in den Hintergrund rücken. BMW Classic nutzt die Veranstaltung auf dem Goodwood Motor Circuit nicht nur für einen Blick in die eigene Geschichte, sondern verknüpft die Vergangenheit direkt mit der Zukunft: Die Ausstellung “Road to Neue Klasse” nimmt die Besucher mit auf eine Reise in die späten 50er-Jahre, als in München die Notwendigkeit nach einem neuen Fahrzeug für die große Masse der Autofahrer immer klarer wurde.
Während historische Rennwagen genau dort mit vollem Körpereinsatz bewegt werden, wo sie bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren Motorsportgeschichte schreiben durften, fühlt sich die Gegenwart plötzlich weit entfernt an. Die ursprüngliche Neue Klasse entstand genau in jener Epoche, in die das Revival seine Besucher zurückversetzt: Mit dem BMW 1500 begann Anfang der 1960er-Jahre eine neue Ära für BMW. Der 1500 verabschiedete sich vom eher konservativen Erscheinungsbild früherer BMW-Limousinen und setzte auf eine modern gezeichnete, vergleichsweise leichte und aerodynamisch ausgelegte Karosserie. Die charakteristische BMW-Niere war kleiner und zurückhaltender als bei früheren Modellen, während die vier Türen, die niedrige Gürtellinie und die klare Flächengestaltung bereits jene Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit erkennen ließen, die BMW bis heute prägt.
In der Ausstellung findet sich neben dem 1500 von 1963 auch ein BMW 2000 tilux von 1967, der die Neue Klasse in einer besonders luxuriösen Ausprägung verkörperte. Der größere Vierzylinder brachte mehr Leistung, während die rechteckigen Scheinwerfer für eine eigenständige, prestigeträchtige Front sorgten – der 2000 tilux war luxuriöser und erwachsener als die Basis, ohne dabei den sportlichen Anspruch der Neuen Klasse aufzugeben. Den Antrieb teilte sich der tilux mit dem 2000 TI, hier wie da standen 120 PS für extreme Souveränität.
Den nächsten Schritt in Richtung Performance verkörpert der BMW 2002 tii, der das Trio der historischen Neue Klasse-Vertreter in Goodwood vollendet. Der kompakte Zweitürer aus dem Jahr 1973 war noch stärker auf den Fahrer fokussiert und setzte mit seinem 130 PS starken Zweiliter und mechanischer Kugelfischer-Benzineinspritzung einen noch sportlicheren Akzent. Mit seinem geringen Gewicht und dem klassischen Hinterradantrieb verkörperte er jene Kombination aus Agilität und Fahrspaß, die das Selbstverständnis der Freude am Fahren bei BMW bis heute prägen.
Nebeneinander betrachtet erzählen die drei Fahrzeuge von einer Entwicklung, die für die BMW-Geschichte entscheidend war. Vom 1500 über den 2000 tilux bis zum 2002 tii veränderten sich Formen und Details, doch die Grundidee der sportlichen Mittelklasse-Limousine blieb erhalten und wurde immer weiter verfeinert. Die Verbindung aus Fahrdynamik, hochwertiger Technik, eigenständigem Design und relativ erschwinglichen Preisen war genau jene Rezeptur, die in den folgenden Jahrzehnten den Erfolg der BMW 3er-Reihe begründeten.
Am Ende der Zeitreise liefert der brandneue BMW i3 (NA0) einen Blick in die Zukunft: In wenigen Wochen führt der erste weltweit angebotene Elektro-3er das historisch erfolgreiche Konzept der Neuen Klasse in ein neues Zeitalter. Der i3 steht stellvertretend dafür, wie BMW 2026 zum zweiten Mal in die Zukunft startet. Die Ahnen des i3 sind dabei eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration, die man sich in München bis heute zu Herzen nimmt: Auch wenn sich Design und Technik längst grundlegend verändert haben, stehen Themen wie Fahrdynamik, Fahrerorientierung und elegante Sportlichkeit unverrückbar im Lastenheft aller, die die Freude am Fahren mit ihrer Arbeit an den BMW von morgen in die Zukunft übersetzen.




































