Die anhaltenden Schwierigkeiten in China machen sich nun auch in der BMW Halbjahres-Bilanz deutlich bemerkbar: Im Quartalsbericht für das 2. Quartal 2026 zeigt sich ein deutlicher Rückgang des Gewinns um fast 35 Prozent, sodass nur noch 1,2 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern verbleiben. Bereits seit Wochen war bekannt, dass der weltweite Absatz im 1. Halbjahr um 4,9 Prozent gesunken war. Dies führte vor dem Hintergrund eines zunehmend härteren Wettbewerbs offenbar zu einem Umsatz von 31,259 Milliarden Euro, was einem Rückgang um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Quartal entspricht. Als EBIT-Marge im Segment Automobile verbleiben somit nur noch 2,3 Prozent, nachdem es im Vorjahr noch 5,4 Prozent waren.

Die Prognosen für das Gesamtjahr 2026 hatte BMW bereits vor wenigen Wochen per Gewinnwarnung nach unten reduziert, an diesen Annahmen halten die Verantwortlichen für den Moment fest und verzichten auf eine weitere Korrektur nach unten. Demnach wird für 2026 ein leichter Rückgang des weltweiten Absatzes, ein deutlicher Rückgang des Ergebnisses und eine EBIT-Marge von lediglich 1 bis 3 Prozent erwartet. Gestern war bekannt geworden, dass BMW aufgrund der aktuellen Entwicklungen auch einen größeren Stellenabbau plant und die weltweite Mitarbeiterzahl bis Ende 2027 um rund 8.000 Köpfe reduzieren will. "

Der Blick auf den regionalen Absatz bestätigt die düstere Situation in China: Im 2. Quartal 2026 wurden “nur” 117.927 Einheiten auf dem weiterhin mit Abstand größten Einzelmarkt verkauft. Damit liegt China zwar nach wie vor den USA und Deutschland, aber auch deutliche 30,2 Prozent unter Vorjahr. Der Rückgang hat sich damit in Q2 noch verschärft, denn für das gesamte 1. Halbjahr liegt das Minus “nur” bei 20,4 Prozent.

Mit den Quartalszahlen gibt es wie üblich auch einen Blick auf den weltweiten Absatz der einzelnen Baureihen. Erwartungsgemäß liegen die meisten Baureihen im 1. Halbjahr 2026 unter dem Vorjahreszeitraum, aber es gibt auch positive Ausnahmen. Besonders ragt dabei der BMW X3 heraus, der dank des elektrischen iX3 deutliche 16,4 Prozent im Plus ist. Knapp über Vorjahr bewegen sich mit dem Z4 Roadster und dem X5 auch zwei Auslaufmodelle – während der Z4 auf absehbare Zeit keinen Nachfolger erhalten wird, steht beim X5 die neue Generation G65 inklusive des elektrischen iX5 in den Startlöchern.

Milan Nedeljković (Vorstandsvorsitzender der BMW AG): “Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rasant zu: Ein harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren prägen. Daher gilt es, schlank und agil zu sein. Wir werden unsere Organisation und unsere Prozesse neu gestalten. Damit richten wir das Unternehmen auf die sich verschärfenden Rahmenbedingungen der kommenden Jahre aus.
Mit der Neuen Klasse und ihren Technologien bringen wir ein starkes Produktportfolio auf die Straße: innovativ und technologisch führend. Die Rückmeldung unserer Kunden ist hervorragend und die Nachfrage anhaltend hoch.”

Walter Mertl (Finanzvorstand der BMW AG): “Der Wettbewerb hat sich im globalen Automobilmarkt spürbar verschärft. Nach Einsparungen von 2,5 Mrd. Euro im vergangenen Jahr intensivieren und beschleunigen wir unsere Effizienzmaßnahmen und gehen strukturelle Veränderungen gezielt an. Unser Ziel ist weniger Komplexität und eine niedrigere Kostenbasis. Weitere Impulse sehen wir bereits durch den gezielten Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz in allen Unternehmensbereichen. Beispielsweise nutzen wir im Entwicklungsressort industrielle Daten, um im Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz kürzere Zyklen in der virtuellen Fahrzeugabsicherung zu erreichen und so die datengetriebene Wertschöpfung zu erhöhen.”