Details zum Allradantrieb ALL4 für den MINI Countryman

MINI | 18.05.2010 von 3

Beim MINI Countryman dreht sich alles um die 4: 4 Sitze, 4 Meter Außenlänge, 4 Türen – und optional eben auch 4 angetriebene Räder. Bisher …

Beim MINI Countryman dreht sich alles um die 4: 4 Sitze, 4 Meter Außenlänge, 4 Türen – und optional eben auch 4 angetriebene Räder. Bisher waren nicht besonders viele Details zum Allradantrieb der Marke bekannt, aber im Rahmen des Vorschau-Events auf dem Wachauring in Österreich hat MINI auch einige Details zum ALL4 genannten Vierradantrieb veröffentlicht, der den Modellen Cooper D und Cooper S vorbehalten bleiben wird.

Das System basiert auf einem elektromechanisch arbeitenden Mitteldifferential, das die Antriebskraft stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen kann und direkt am Hinterachsgetriebe angebracht ist. In normalen Fahrsituationen werden bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Hinterräder geschickt, in fahrdynamischen Extremsituationen, etwa auf Schnee oder Eis, können aber auch 100 Prozent der Kraft an die Hinterachse geleitet werden. Als reiner Fronttriebler ist der Countryman mit ALL4 also nur selten unterwegs.

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Ähnlich wie beim BMW-Allradsystem xDrive ist die Steuerung von ALL4 an die Stabilitätskontrolle DSC gekoppelt, die das Regelungssystem des Allradsystem mit allen relevanten Daten versorgt und Reaktionszeiten von unter einer Zehntelsekunde ermöglicht. Innerhalb dieser Zeitspanne kann sich ALL4 an die aktuelle Fahrsituation anpassen und die Momente bedarfsgerecht verteilen. Die von leistungsstarken Fronttrieblern gewohnten durchdrehenden Räder sollen somit fast komplett vermeidbar sein, außerdem sind die Eingriffsmöglichkeiten der Stabilitätskontrolle deutlich vielschichtiger als bei einem Fahrzeug mit nur zwei angetriebenen Rädern.

Natürlich wurde auch das Fahrwerk der Modelle mit Allradantrieb gegenüber den Fronttrieblern angepasst. Die aufwändige Lagerung von Kardanwelle und Hinterachsgetriebe soll sicherstellen, dass die Fahrer des Countryman mit ALL4 keine zusätzlichen Geräusche in Kauf nehmen müssen und somit außer zusätzlicher Traktion und noch mehr Kurvenspaß nichts vom Allradantrieb mitbekommen.

Interessant ist das System auch deshalb, weil es uns sehr wahrscheinlich einen Ausblick auf die kommende MINI-Plattform liefert. Auf deren Basis soll noch in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts auch ein Fronttriebler von BMW kommen. Auch dieser wird optional Allradantrieb erhalten und es ist davon auszugehen, dass wir hier das System ALL4 in nahezu unveränderter Form wiedersehen werden. Da die nächste MINI-Plattform auch Allradantrieb unterstützen wird, wird ALL4 vermutlich auch optionaler Bestandteil der restlichen MINI-Modellpalette der nächsten Generation.

Die folgenden Bilder zeigen den generellen Aufbau des Systems und bieten zudem einen gewissen Einblick in die Funktionsweise von ALL4:

MINI-All4-Funktionsweise-01

MINI-All4-Funktionsweise-02

MINI-All4-Funktionsweise-03

MINI-All4-Funktionsweise-04

MINI-All4-Funktionsweise-05

(Grafiken: MINI)

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  • Clemens

    Sehr schön, mal wieder technische Details zu sehen. Für mich machen die einen Großteil der Faszination an einem Auto aus.

    Ein Fehler ist mir allerdings aufgefallen: Die Kupplung an der Hinterachse ist kein Differenzial, sondern einfach nur eine Kupplung, ähnlich der beim xDrive. Allradantriebe mit Mitteldifferenzial gibt es auch, zum Beispiel von Audi und Mercedes, aber ein solches müßte vorne sitzen und nicht an der Hinterachse.

    • McL

      Sehe ich das richtig, dass die Vorderachse also nie ganz aus dem Spiel kommt? Im extremsten Fall sind VA und HA über die Kupplung starr verbunden da es kein Mittendiff gibt ist dann also mindestens 1 Vorderrad und 1 Hinterrad am Antrieb beteiligt.
      Die Werbesprüche “.. 100% nach hinten ..” sind also eigentlich wirklich nur Werbesprüche, oder?

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