Das Duell zwischen BMW i3 (NA0) und Mercedes C-Klasse EQ wird auf absehbare Zeit ein Zweikampf bleiben, denn der Dritte im Bunde lässt noch länger auf sich warten als zunächst gedacht: Wie das Handelsblatt berichtet, wird der Marktstart des Audi A4 e-tron auf 2029 verschoben, frühestens im März könne die Produktion starten. Ob es bei diesem Termin bleibt oder ob das Debüt erneut nach hinten geschoben wird, scheint derzeit völlig offen. Während man also in Ingolstadt fieberhaft an einer ersten elektrischen Mittelklasse-Limousine arbeitet, befindet sich nicht nur der Lebenszyklus des Ende 2021 eingeführten BMW i4 Gran Coupé (G26) bereits auf der Zielgeraden, auch das BMW i3 Facelift (NA0 LCI) wird 2029 bereits vor der Tür stehen.

Technische Basis des neuen Audi A4 e-tron wird die skalierbare SSP-Architektur (Scalable Systems Platform), die derzeit vom VW-Konzern für Modelle diverser Marken entwickelt wird. Audi-Chef Gernot Döllner habe nun beschlossen, dem SSP-A4 schon vor seinem Debüt ein Update zu verpassen und ein 48-Volt-Bordnetz zu integrieren. Diese Abweichung vom bisher anvisierten 12-Volt-Standard sorgt für einige Verzögerungen, weil auch Zulieferer ihre Komponenten entsprechend anpassen müssen. "

In dem nicht nur für Europa zentralen Segment bietet Audi damit noch auf Jahre keine echte Option für jene Kunden an, die nicht zu einem SUV greifen wollen. Bei den SUV-Modellen gibt es zwar den Audi Q6 e-tron, doch dieser kann gerade in Sachen Reichweite und Ladegeschwindigkeit nur bedingt mit BMW iX3 (NA5) und Mercedes GLC EQ mithalten. Als Alternative zum Q6 Sportback wird noch in diesem Jahr die Produktion des BMW iX4 (NA7) in Debrecen starten.

Im Segment des sich verzögernden Audi A4 e-tron wird es ebenfalls schon bald weitere Bewegung geben: Mit dem BMW i3 Touring (NA1) startet 2027 ein Elektro-Kombi, der gerade bei europäischen Flotten- und Dienstwagen-Kunden auf großes Interesse stoßen dürfte. Ob es 2029 auch einen Audi A4 Avant e-tron geben wird, bleibt abzuwarten: Bei Mercedes hat man sich entschieden, auf ein T-Modell der elektrischen C-Klasse zu verzichten und überlässt das Spielfeld damit kampflos der bayerischen Konkurrenz.

Klar ist auch, dass die Entwicklung der BMW eDrive Gen6 und der Neuen Klasse mit dem Marktstart von iX3 und i3 Limousine keinesfalls abgeschlossen ist: Das aktuelle Niveau von bis zu 912 Kilometer WLTP-Reichweite und über 1.000 Kilometer CLTC-Reichweite dürfte in den nächsten Jahren nochmals übertroffen werden. Hierfür könnte bei entsprechender Nachfrage bereits das Angebot einer Long Range-Version genügen, die den großen Akku des i3 50 xDrive mit nur einer angetriebenen Achse kombiniert.