Hinter den angestrebten Produktionszielen für den BMW iX3 (NA5) im Werk Debrecen steht aufgrund der extremen Hitze des Sommers 2026 ein Fragezeichen: Weil die Donau aktuell viel zu wenig Wasser führt, musste das ungarische Atomkraftwerk Paks II inzwischen komplett heruntergefahren werden. Da das AKW erstmals seit 44 Jahren keinen Strom liefert und Ungarn zu wenig alternative Energiequellen besitzt, muss vor allem die verbrauchsintensive Industrie mit Einschränkungen rechnen. Wie ein BMW-Sprecher gegenüber welt.de bestätigte, konnte der Verbrauch des Werks durch einige kurzfristige Maßnahmen um rund 15 Prozent reduziert werden.
BMW hat dabei den Vorteil, dass das neue Werk Debrecen mit einer riesigen Photovoltaik-Anlage ausgerüstet wurde: Die Energie der Sonne wird auf einer Fläche von rund 50 Hektar gewonnen und deckt rund ein Viertel des jährlichen Strombedarfs. An Sommertagen mit wenig Bewölkung genügt die PV-Anlage mit ihrer Leistung von bis zu 50 Megawatt beinahe im Alleingang, um den Betrieb des Werks sicherzustellen. Ein thermischer Speicher mit einer Kapazität von 130 Megawattstunden erlaubt es, den Solarstrom auch für Phasen mit weniger Sonneneinstrahlung zwischenzuspeichern. Deshalb musste die Produktion zumindest bisher nicht unterbrochen werden.
Photovoltaik-Anlage am BMW Werk Debrecen
Mit der gleichen Herausforderung hat Mercedes im Werk Kecskemét zu kämpfen, auch dort droht aufgrund des heruntergefahrenen Atomkraftwerks ein Energie-Engpass. Im Nachbarland Rumänien hat der niedrige Pegelstand der Donau das Herunterfahren des Kernkraftwerks Cernavodă erzwungen, weshalb die Automobil-Werke von Dacia und Ford bereits stillstehen. Ob BMW und Mercedes in Ungarn auf Dauer weiter produzieren können, dürfte von der Witterung in den nächsten Wochen abhängen: Bleibt der Sommer so heiß und trocken wie bisher, dürften sich die Energieprobleme in Ungarn nur mit umfassenden Strom-Importen lösen lassen.
