Geschwindigkeit ist längst nicht alles, was Jahr für Jahr rund 200.000 Zuschauer zum Goodwood Festival of Speed treibt: Mindestens so faszinierend wie die Boliden beim Hillclimb ist für viele Fans auch die Möglichkeit, auf Tuchfühlung mit einigen der exklusivsten Fahrzeuge der Welt gehen zu können. In diese Liga fällt ohne Zweifel der Rolls-Royce Phantom Regatta, der sich als Einzelstück auf Basis des Phantom EWB (Extended Wheel Base) in so gut wie jeder Hinsicht am obersten Ende der Fahnenstange bewegt.
Die fast sechs Meter lange Luxuslimousine ist ein Unikat zu Ehren der Rennen, die wohlhabende Briten mit ihren Yachten in den Gewässern vor der englischen Südküste veranstalten. Während die meisten Two-Tone-Lackierungen die Fahrzeuge in zwei ähnlich große “Hälften” teilen, verläuft die Grenze zwischen den Farben im Fall des Rolls-Royce Phantom Regatta deutlich weiter unten: Lediglich der unterste Teil der Frontschürze, die Seitenschweller und die Heckschürze sind in English White lackiert, während der Rest des Fahrzeugs in Regatta Blue glänzt. Der ungewöhnliche Look soll die zweifarbige Lackierung von Schiffen aufgreifen, bei denen die Trennung in etwa auf Höhe der Wasserlinie verläuft und deren unterer Teil daher meist nur wenige Zentimeter aus dem Wasser herausragt.

Ungewöhnlich ist auch die Bicolor-Gestaltung des Innenraums: Während sich die erste Reihe in pflegeleichtem Schwarz präsentiert, geht es im geräumigen Fond betont hell und damit besonders edel zu. So betont die Farbgebung zusätzlich, dass der luxuriöse Fokus bei diesem Automobil auf der zweiten Reihe liegt, während es in der ersten Reihe etwas nüchterner zugeht.
Einen durchaus wesentlichen Beitrag zur Faszination des Rolls-Royce Phantom leistet auch der von BMW entwickelte V12-Biturbo, der in bester britischer Tradition mit 6,75 Liter Hubraum kommt. Während sich andernorts fast alles um Leistung dreht, steht bei der Abstimmung dieses Zwölfzylinders der Luxus im Vordergrund: Im Fokus der Entwickler steht eine extrem harmonische Kraftentfaltung, die nie Zweifel an der Potenz des Triebwerks aufkommen lässt, aber sich auch nie in den Vordergrund spielt. Dass hierbei nominell 571 PS und 900 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stehen, verkommt in diesem Umfeld tatsächlich zur Randnotiz.



















