Erfolge im Motorsport zählen sicher nicht zu den ersten Dingen, an die Menschen beim Anblick eines Rolls-Royce denken. Doch genau wie viele andere Marken der Zeit stellten auch Charles Rolls und Henry Royce die Stärken ihrer Produkte schon früh bei Wettbewerben unter Beweis und wollten damit die Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit sichtbar machen. Schon wenige Monate nach dem Zusammenschluss ihrer beiden Firmen ging mit dem Light 20 H.P. Rolls-Royce ein Automobil bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man an den Start – ein damals noch sehr junges und heute extrem traditionsreiches Event auf der Isle of Man.
Zusammen mit seinem primär als Mechaniker mitfahrenden Beifahrer Eric Platford fuhr Charles Rolls das Rennen über den rund 40 Meilen langen Highroads Course. Schon in der ersten Runde konnte er vom vierten auf den ersten Platz nach vorn fahren, nach vier Runden hatte er satte 10 Minuten Vorsprung auf die Verfolger. Als er ins Ziel kam, zeigte der Blick in den Tank die Präzision der zuvor angestellten Berechnungen: Der Kraftstoff war nach 4 Stunden und 6 Minuten Fahrzeit praktisch komplett aufgebraucht, nur ein halber Liter Reserve hätte noch zur Verfügung gestanden.

120 Jahre später wird der frühe Erfolg mit einem Sondermodell gefeiert, das die enorme Entwicklung der Marke nachvollziehbar macht: Aus dem Projekt der Unternehmer Rolls und Royce ist längst eine der begehrtesten Automarken der Welt hervorgegangen. Mit dem Rolls-Royce Black Badge Ghost Tourist Trophy zeigen die Briten, was im Jahr 2026 möglich ist – und statt 20 Pferdestärken gibt es satte 600 PS aus einem BMW V12-Biturbo mit 6,75 Liter Hubraum.
Die sportlichere Variante der Luxuslimousine, die trotz einer Länge von rund 5,55 Meter lediglich den Einstieg in die Welt von Rolls-Royce verkörpert, trägt eine tiefgrüne Lackierung in Dark Emerald Metallic, die an den historischen Rennwagen von 1906 angelehnt ist. Eine senfgelbe Coachline und die Startnummer 4 weisen schon von außen dezent auf den 20 H.P. hin, während im Innenraum auch Unterschriften der beiden Insassen, das Kennzeichen AX157, die Fahrgestellnummer 26350B, das Renn-Datum 27.09.1906 sowie die Koordinaten der Start- und Ziellinie auf den frühen Motorsport-Erfolg hinweisen.


















