Mit einer spektakulären Livery im Spider Man-Design zog der BMW M Hybrid V8 beim IMSA-Rennen in Road America alle Blicke auf sich, aber der einmalige Look zum Premieren-Wochenende des Blockbusters war nicht der einzige Grund für jede Menge Aufmerksamkeit: Vom dritten Startplatz aus fuhr Kelvin van der Linde an die Spitze und konnte das Feld der GTP-Rennwagen bis zur Mitte des Rennens anführen. Das Schwesterfahrzeug mit der #25 zeigte auch ohne Spider Man-Livery eine extrem starke Performance und sammelte dank einer mutigen Strategie ebenfalls einige Führungs-Kilometer, zwischenzeitlich lagen die beiden BMW auch gemeinsam an der Spitze des Rennens.

Doch was beeindruckend begann, nahm in der zweiten Rennhälfte einen ganz anderen Verlauf: Nach einer Full Course Yellow-Phase verlor der Spider Man-BMW gleich mehrere Positionen und wurde dann auch noch von Bremsproblemen ereilt, die auf einem schnellen Kurs wie Road America schon aus Sicherheitsgründen zur Aufgabe zwingen. Beim Schwesterfahrzeug hielten zwar die Bremsen durch, doch dafür tauchten Probleme mit der Kühlung auf und machten einen langen Boxenstopp zur Reparatur erforderlich. So stand am Ende lediglich ein siebter Platz zu Buche, worüber sich mit Blick auf die Doppel-Führung in der ersten Rennhälfte niemand freuen konnte. "

Obwohl der BMW M Hybrid V8 damit erneut eine starke Pace zeigen konnte, wartet er weiterhin auf den ersten Saisonsieg in der IMSA-Serie. Immerhin gab es bereits diverse Podiums-Plätze zu feiern, denn bei den 24 Stunden von Daytona und in Laguna Seca fuhr der LMDh-Rennwagen auf den dritten Platz, in Detroit reichte es sogar zu Rang 2 – nun fehlt eigentlich nur noch die Krönung in Form eines Sieges, aber der lässt weiter auf sich warten.

Deutlich erfolgreicher verlief das Wochenende für den beworbenen Kino-Film, denn “Spider Man: Brand New Day” brach in den ersten Tagen nach seiner Premiere zahlreiche Rekorde und spielte allein am Eröffnungswochenende gewaltige 927 Millionen US-Dollar ein – nur ein einziger Film war bisher erfolgreicher. Weltweit sahen schon jetzt Millionen Zuschauer den Film, in dem auch der iX3 (NA5) und der aktuelle 5er (G60) Gastrollen für BMW spielen und prominent in Szene gesetzt werden.

Andreas Roos (Leiter BMW M Motorsport): „Unsere Enttäuschung ist riesig. Es ist immer sehr ärgerlich, wenn man wegen technischer Probleme aus- oder zurückfällt. Es ist aber umso bitterer, wenn man das ganze Wochenende über eine so starke Pace zeigen konnte und eine gute Chance hatte, um den Sieg zu kämpfen. Es tut mir leid für alle Beteiligten, die sehr hart arbeiten, in der IMSA-Serie in diesem Jahr aber nicht mit den entsprechenden Resultaten belohnt werden. Der BMW M Hybrid V8 hat sich in dieser Saison als sehr zuverlässig erwiesen. Daher müssen wir uns genau anschauen, was die Ursache war. Uns bleiben noch zwei Rennen – und wir sind fest entschlossen, das Ruder herumzureißen und mindestens noch einen Sieg einzufahren. Das hat sich die gesamte Crew verdient.“

Vincent Vosse (Teamchef BMW M Team WRT): „Das war nicht Resultat, das wir uns an diesem Wochenende erhofft hatten. Zu Rennbeginn lief es sehr gut. Sheldon konnte eine deutliche Führung herausfahren. Leider konnten wir das aber nicht ins Ziel bringen. Wir haben eine gute Pace, aber das allein reicht nicht. Wir müssen die Rennen auch fehlerfrei und ohne technische Probleme zu Ende bringen. Das haben wir nicht geschafft. Warum das so war, werden wir genau analysieren und in Indianapolis einen erneuten Anlauf auf den Sieg nehmen.“

Philipp Eng (#25 BMW M Hybrid V8, BMW M Team WRT, 7. Platz GTP): „Das fühlt sich wie ein Rennen der verpassten Gelegenheiten an. Wir hatten zwei schnelle Autos, aber technische Probleme können immer mal vorkommen. Das gehört zum Racing dazu. Unser Fahrzeug hat sich im Rennen sehr gut angefühlt und hatte eine starke Pace. Ich denke, wir hätten zumindest um ein Podium kämpfen können. Leider haben wir unsere Kühlungsprobleme über weite Teile des Rennens mit uns herumgetragen. Am Ende hatten wir keine Wahl und mussten zum Reparaturstopp reinkommen. Das hat uns zwei Runden gekostet. Es ist sehr schade und tut mir leid für das Team.“

Dries Vanthoor (#24 BMW M Hybrid V8, BMW M Team WRT, Ausfall): „Wir hatten bis ungefähr zur Rennhälfte ein großartiges Wochenende. Doch dann fing es an, in die falsche Richtung zu laufen. Zuerst haben wir beim Boxenstopp etwas Zeit und ein paar Plätze verloren, dann hatte ich beim Restart leider einen Ausrutscher. Trotzdem hat uns das Team mit einer mutigen Strategie noch einmal an die Spitze gebracht, und in der IMSA-Serie weiß man nie, ob sich das am Ende nicht auszahlt. Dann in Führung liegend aufgeben zu müssen, ist natürlich sehr traurig. Aber auf diesem schnellen Kurs wäre es zu gefährlich gewesen, mit Bremsproblemen weiterzufahren.“

(Fotos: BMW Motorsport)