Auf ein Autoleben voller Freude am Fahren folgt künftig immer öfter die Wiedergeburt als völlig neuer BMW – zumindest für immer mehr Teile und Rohstoffe, die sich auch am Ende eines Autolebens noch weiter nutzen lassen. Im Rahmen des Forschungsprojekts Car2Car hat die BMW Group nun erneut das Potenzial der Kreislaufwirtschaft untersucht und dabei aufgezeigt, dass sich insbesondere Materialien wie Stahl, Aluminium und Kupfer zu viel größeren Teilen als bisher recyceln lassen: Mit Hilfe verbesserter Aufbereitungs- und Sortier-Bedingungen kann die sogenannte Car2Car-Quote von 6 auf 51 Prozent gesteigert werden.
Im Mittelpunkt steht dabei die Herausforderung, die Materialien eines Altfahrzeugs auf so hochwertige Weise zurückzugewinnen, dass sie möglichst direkt für neue Autos genutzt werden können. Was schon bei Metallen mit diversen Herausforderungen verbunden ist, stellt sich bei Kunststoffen und Glas noch deutlich anspruchsvoller dar. Das Forschungsprojekt untersucht auch, welche Grundlagen bei den Fahrzeugen der nächsten Generation geschaffen werden müssen, damit diese eines Tages besser als ihre heute zum Recycling anstehenden Vorgänger wiederverwendet werden können.

Zunächst liegt der Fokus aber auf der Recycling-Quote der demnächst ausgedienten Fahrzeuge älterer Bauart. Für diese hat Car2Car ein vielversprechendes Maßnahmenpaket definiert: Auf eine verbesserte Vorsortierung sollen angepasste Schredder-Prozesse folgen, bevor die entstehenden Materialströme sensorbasiert getrennt werden können. Mit den heute üblichen Verfahren wird in den fünf zentralen Werkstoffgruppen lediglich eine Car2Car-Quote von 6 Prozent erreicht, dank der vorgeschlagenen Optimierungen sind bei Kupfer bis zu 68 Prozent und bei Stahl sogar bis zu 81 Prozent möglich. Die hierfür erforderlichen Investitionen in eine verbesserte Demontage-, Sortier- und Recycling-Infrastruktur müssen aus Sicht der BMW Group mit veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen kombiniert werden, um wirklich spürbare Effekte zu haben.
Das im Rahmen des Projekts entwickelte und inzwischen auch zum Patent angemeldete Verfahren zur besseren Klassierung und Aufbereitung von Stahlschrott hat die Kontamination mit Kupfer so deutlich reduziert, dass sich das Metall wieder als Grundlage für hochwertige Automotive-Stähle eignet. In einem Praxistest wurden im BMW Werk Leipzig nach intensiven Prüfungen der Materialqualität bereits über 100.000 Serienteile für neue Fahrzeuge hergestellt. Jedes einzelne davon beweist, welches enorme Nachhaltigkeits-Potenzial in besserem Recycling steckt.

Alexander Efthimiou (Senior Vice President Business Development, BMW Group): “Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie der BMW Group. Car2Car zeigt, dass ihr volles Potenzial dann erschlossen werden kann, wenn die gesamte Wertschöpfungskette optimiert wird. Zusammen mit unseren Partnern nutzen wir die Projekterkenntnisse, um neue Prozess- und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die ökologische und ökonomische Vorteile vereinen und den Wandel hin zu einer zirkulären Automobilwirtschaft voranzutreiben.”
Hilke Schaer (Projektleitung Car2Car, BMW Group): “Mit Car2Car wollten wir verstehen, unter welchen Bedingungen Materialien aus Altfahrzeugen wieder in neuen Fahrzeugen eingesetzt werden können. Das Projekt hat gezeigt, welches Potenzial bereits in heutigen Materialströmen aus Altfahrzeugen steckt, die noch nicht auf hochwertige Wertstoffkreisläufe optimiert sind. Besonders groß war der Hub beim Stahl: Wir konnten nachweisen, dass aus Altfahrzeugschrott wieder hochwertige Flachstähle für Fahrzeuganwendungen entstehen können. Im Praxistest im BMW Werk Leipzig wurden daraus mehr als 100.000 Serienteile gefertigt und in Fahrzeugen verbaut – das macht die Ergebnisse des Projekts greifbar.”
