Auf den ersten Blick fehlten BMW Motorsport ganze 0,005 Sekunden zur Pole Position für das 24-Stunden-Rennen in Le Mans 2026, doch aufgrund eines winzigen Regelverstoßes wurden dem marginal schnelleren Jack Aitken im Cadillac V-Series.R mit der Startnummer 38 seine zwei schnellsten Rundenzeiten gestrichen und das BMW Team WRT rückte noch einen weiteren Platz nach vorn. Zwar wäre auch der zweite Platz eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das vielleicht wichtigste Langstrecken-Rennen des Jahres gewesen, aber so dürfen sich Dries Vanthoor, Kevin Magnussen und Raffaele Marcielo im BMW M Hybrid V8 #15 sogar über den bestmöglichen Startplatz und die erste BMW-Pole in Le Mans überhaupt freuen.
Dass die Pole Position kein Zufallsprodukt ist, zeigt die starke Pace der Teamkollegen Robin Frijns, René Rast und Sheldon van der Linde, die das Schwesterfahrzeug mit der Startnummer 20 auf dem fünften Rang platzieren konnten. Auch der zweite BMW profitierte von der Strafe für den Cadillac und darf am Samstag vom vierten Rang aus starten. Zwischen den beiden BMW platzierten sich der zweite Cadillac und der Alpine A424 mit der Startnummer 35. Keinesfalls zu unterschätzen sind natürlich auch die weiteren Rivalen in Genesis GMR-001, Ferrari 499P, Peugeot 9X8, Toyota TR010 & Co., auch wenn sie im Qualifying nicht ganz so schnell wie die BMW und Cadillac unterwegs waren – schließlich kann eine starke Pace auf einer einzigen Runde bei einem 24-Stunden-Rennen nie mehr als ein guter Anfang sein.

Eine gute Ausgangslage für das Rennen haben sich auch die beiden BMW M4 GT3 Evo erarbeitet, denn sie gehen auf den Positionen 5 und 6 ihrer Klasse an den Start. Die Pole Position in der LMGT3 sicherte sich der Aston Martin Vantage AMR mit der #27, dahinter folgen der Ferrari 296 LMGT3 Evo #21 und die beiden Lexus RC F.
Was die starke Qualifying-Performance letztlich Wert ist, wird sich freilich erst im Lauf des Rennens zeigen. Klar ist: Eine derart gute Ausgangsposition für ein 24-Stunden-Rennen in Le Mans hatte BMW noch nie – selbst 1999, im Jahr des bisher einzigen Gesamtsiegs an der Sarthe, konnte sich BMW nicht die Pole Position sichern.
Die Stimmen der Fahrer und Verantwortlichen folgen unterhalb der Fotos aus Le Mans:
Andreas Roos (Leiter BMW M Motorsport): „Ein großartiges Qualifying für die 24 Stunden von Le Mans – besser hätte es gar nicht laufen können. Es war schon ein großer Erfolg, mit allen vier Fahrzeugen in die Hyperpole 2 zu kommen. Doch nun die erste Poleposition überhaupt für BMW M Motorsport in Le Mans herausgefahren zu haben, ist einfach fantastisch! Glückwunsch an Dries Vanthoor zu einer tollen Runde und vielen Dank an alle, die über Jahre an diesem Projekt gearbeitet haben. Das ist ein toller Lohn für ihren Einsatz. Wir werden es genießen, unseren BMW M Hybrid V8 am Samstag ganz vorne in der Startaufstellung zu sehen. Aber jetzt konzentrieren wir uns voll auf die Rennvorbereitung.“
Vincent Vosse (Teamchef BMW M Team WRT): „Das ist eine tolle Überraschung! Ich freue mich riesig, zum ersten Mal in der Hypercar-Klasse auf der Poleposition zu stehen. Das nehme ich natürlich gerne mit, aber gleichzeitig gratuliere ich Cadillac und Jack Aitken zu einer großartigen Leistung! Insgesamt können wir bei WRT mit den Qualifikationsergebnissen äußerst zufrieden sein. Jetzt konzentrieren wir uns auf das Rennen.“
Dries Vanthoor (BMW M Team WRT, #15 BMW M Hybrid V8, Poleposition): „Ich bin überglücklich, in Le Mans auf der Poleposition zu stehen! Das ist so ein großartiges Event, und jetzt hier auf der Pole zu sein und dem gesamten Team das zu geben, was sie verdienen, ist einfach fantastisch. Gleichzeitig ist unser Ziel, das Rennen zu gewinnen, also müssen wir über 24 Stunden sauber bleiben, um am Sonntag ganz vorne dabei zu sein.“
Robin Frijns (BMW M Team WRT, #20 Shell BMW M Hybrid V8, 4. Platz): „Das Ziel war es, in den Top-5 zu sein, und am Ende sind wir auf Platz vier gelandet. Das bedeutet, dass wir am Start ein bisschen aus dem Getümmel raus sind, was gut ist. Aber meine Rundenzeiten waren ziemlich weit weg. Ich war mit meinen Runs in der Hyperpole 2 nicht so zufrieden. Ich bin nicht da, wo ich sein sollte, also müssen wir schauen, wo wir uns für das Rennen noch verbessern können.“
Sean Gelael (Team WRT, #32 BMW M4 GT3 EVO, 5. Platz LMGT3): „Das ist wahrscheinlich eine der besten Positionen, um in das große 24-Stunden-Rennen zu starten. Dritte Startreihe, der Windschatten vor uns – das ist gut! Wir sind zufrieden und genau da, wo wir zum Rennstart sein wollen.“
Parker Thompson (Team WRT, #69 BMW M4 GT3 EVO, 6. Platz LMGT3): „Insgesamt eine sehr gute Arbeit von beiden Seiten der Box beim Team WRT. Von Platz fünf und sechs zu starten, ist ein großartiges Ergebnis für das Team und eine fantastische Ausgangslage für das Rennen. Wir sind raus aus den chaotischen Bereichen weiter hinten. Großartige Leistung von allen!“
(Fotos: BMW Motorsport)


























