Wer das weltweite Produktions-Netzwerk der BMW Group vor Augen hat, kann die Produktion von Neuwagen in Brasilien schnell übersehen: Das Werk Araquari steht ohne Frage klar im Schatten der Standorte Europas, Nordamerikas und Asiens, aber für die Präsenz der BMW Group in Südamerika ist es dennoch nicht zu unterschätzen. Das liegt auch an der Vielfalt der gebauten Modelle, denn seit Produktionsbeginn im Jahr 2014 wurden in Araquari nicht weniger als zwölf verschiedene BMW Group-Modelle gefertigt: Los ging es mit der 3er-Generation F30 und dem X1 ActiveFlex (E84), wenig später folgten 1er (F20), X3 (F25), MINI Countryman (R60) und X4 (F26). Ab 2019 bereicherte auch der BMW X5 das Portfolio und natürlich wurden die gebauten Modelle im Takt der weltweiten Entwicklungen durch ihre jeweiligen Nachfolger ersetzt.

Im Jahr des zehnten Geburtstags feierte das Werk im Bundesstaat Santa Catarina auch das Durchbrechen der Marke von 100.000 Einheiten, nun stehen nach 12 Jahren bereits 125.000 Fahrzeuge in den Büchern. Heute spielt Araquari eine wichtige Rolle für das Geschäft der Marke auf dem brasilianischen Markt – und zunehmend auch für die Elektrifizierungsstrategie sowie die weltweiten Entwicklungsaktivitäten des Konzerns. Aktuell entstehen in Araquari drei Modelle: der BMW X1 (U11), die BMW 320i Limousine (G20 LCI) und der BMW X5 (G05 LCI) als Plug-in-Hybrid. Zusammen stehen die lokal produzierten Fahrzeuge im bisherigen Jahresverlauf 2026 für 60,5 Prozent der BMW-Verkäufe in Brasilien. Die Fertigung vor Ort, getreu dem Prinzip ‘Local for Local’, ist damit ein wesentlicher Baustein für den Erfolg der Marke im Land. "

Eine besondere Rolle übernimmt dabei der BMW X5 mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Ende 2024 startete in Araquari die Fertigung des elektrifizierten SUV – laut BMW der erste lokal produzierte Premium-Plug-in-Hybrid in Südamerika. Der Schritt markierte einen wichtigen technologischen Ausbau des Standorts, denn für die Arbeit an Hochvoltsystemen mussten Abläufe und Qualifikationen entsprechend angepasst werden. Zugleich ist die Produktion auf Flexibilität ausgelegt, damit BMW die Fertigung an die Nachfrage nach unterschiedlichen Modellen und Antriebsarten anpassen kann.

Neben der Rolle als Montagewerk ist Araquari gemeinsam mit dem BMW Group Büro in São Paulo auch einer von weltweit fünf lokalen Entwicklungsstandorten der BMW Group Engineering. Die brasilianischen Teams arbeiten an Entwicklungsprojekten, Tests und Validierungen, die primär für den lokalen Markt, aber auch für einige internationale Anwendungen eine Rolle spielen. Weitere lokale Entwicklungszentren, deren Arbeit zentral aus Deutschland koordiniert wird, befinden sich in den USA, China, Japan und Südkorea.