Ganze 100 Exemplare des Rolls-Royce Nightingale wird es geben, doch jeder einzelne Kunde hat allerhöchste Ansprüche an das Elektro-Cabrio aus Goodwood. So kann es nicht überraschen, dass die Briten trotz überschaubarer Stückzahlen keinerlei Abstriche bei der Entwicklungs- und Testarbeit machen: Insgesamt werden nicht weniger als 350 Wochen Arbeit in die Entwicklung und Erprobung der elektrischen Nachtigall gesteckt, die sich dafür in verschiedensten Umgebungen vom Mittelmeer bis zum Polarkreis beweisen muss. Auch in arabischen Wüsten und in Höhen von bis zu 2.750 Metern wird sichergestellt, dass sich die Kleinserie in ihrem späteren Alltag durch nichts aus der Ruhe bringen lässt.
Der hohe Aufwand zeigt auch, dass sich hinter Project Nightingale weit mehr als ein besonders exklusiver Spectre-Ableger verbirgt: Die im Frühjahr vorgestellte Coachbuild Collection richtet sich an Kunden, die nicht einfach ein individuell ausgestattetes Serienmodell wünschen, sondern gemeinsam mit Rolls-Royce ein automobiles Unikat entwickeln möchten. Man darf deshalb davon ausgehen, dass keines der weltweit 100 Fahrzeuge einem zweiten gleichen wird: Die in Goodwood mit viel Handarbeit gefertigten Nightingales sollen ihre außergewöhnliche Form mit exklusiven Konfigurationen und dem für Rolls-Royce typischen Anspruch an Ruhe, Komfort und absolute Souveränität vereinen.

Schon bevor die Tests auf der Straße begonnen haben, hat Rolls-Royce mehr als 1.430 Stunden in digitale Aerodynamiksimulationen und Windkanaltests investiert. Nun folgt die Validierung unter realen Bedingungen, zunächst in Südfrankreich – nicht weit von jenen Straßen, auf denen Rolls-Royce schon vor mehr als einem Jahrhundert mit der Erprobung seiner Fahrzeuge begann. Nun wird bei Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h auf abgesperrter Strecke an der Minimierung von Windgeräuschen gefeilt, denn in Kundenhand soll die für Rolls-Royce charakteristische Gelassenheit natürlich auch bei geöffnetem Verdeck erhalten bleiben.
Hierfür wurde eigens ein elektrischer Windabweiser entwickelt, der Luftverwirbelungen im Innenraum reduzieren soll, während das mit einer Kombination aus Kaschmir, Stoff und Hochleistungs-Verbundmaterial gedämmte Verdeck zehn verschiedenen Tests bei Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius unterzogen wird. Noch exklusiver ist der sogenannte „Piano Boot“: Der seitlich auf einem Ausleger öffnende Kofferraumdeckel muss sich bei rund 15.000 Öffnungs- und Schließzyklen beweisen, damit er später in Kundenhand keinesfalls versagt.
Die Inspiration für den Rolls-Royce Nightingale reicht übrigens bis zu den experimentellen „EX“-Fahrzeugen von Sir Henry Royce aus den 1920er-Jahren zurück, während die vollständig elektrische Antriebstechnik heute ganz andere Freiheiten bei Proportionen und Karosseriegestaltung schafft.





















