Mit dem neuen BMW 3er (G50) kehrt die wichtigste Baureihe der Marke zurück ins Werk Dingolfing. Während der elektrische i3 (NA0) im Werk München gebaut wird, kommen die konventionell angetriebenen 3er der achten Generation stets aus Dingolfing. In dieser Woche fiel der planmäßige Startschuss für die Serienproduktion der neuen Mittelklasse-Limousine, die anders als ihre Vorgänger nicht mit Diesel-Motor erhältlich sein wird. Auf den Fotos zum Produktionsauftakt steht der 443 PS starke BMW M350 im Fokus, der sich mit seinen vier Endrohren klar von den schwächeren Varianten abhebt und im konkreten Fall auch dank seiner Lackierung in Fire Red ein absoluter Hingucker ist.

Für den Standort ist die Produktion der 3er-Reihe ein Comeback nach kurzer Pause, denn schon von 1980 bis 2004 sowie von 2013 bis 2021 liefen unterschiedliche 3er-Varianten in Dingolfing vom Band. Zu den bisher 1,15 Millionen 3ern aus Dingolfing dürften in den nächsten Jahren noch mehrere hunderttausend hinzukommen. Einen Beitrag dazu könnte auch der nächste BMW 3er Touring (G51) liefern, auch wenn dessen Produktion in Dingolfing bisher nicht offiziell bestätigt ist. "

Trotz einiger technologischer Neuerungen setzt BMW bei der G50-Produktion wo immer möglich auf vorhandene Strukturen. Lackiererei und Montage nutzen weitgehend bestehende Anlagen und bewährte Prozessmodule, insgesamt stammt rund ein Drittel der 750 genutzten Roboter aus bestehenden Produktionsanlagen. Andere Elemente, beispielsweise das Panoramic iDrive-Display und die damit verbundenen Anpassungen an der Cockpit-Montage, erforderten tiefgreifendere Veränderungen. Automatisierte Anpassungen von Türen und Klappen sowie eine automatisierte Oberflächenkontrolle sollen die Qualität jedes einzelnen Fahrzeugs sichern. Auch die Materialversorgung wurde weiter digitalisiert und automatisiert: Rund 250 Smart Transport Robots unterstützen gemeinsam mit weiteren automatisierten Transportsystemen die Abläufe.

Einige zentrale Komponenten für die 3er-Produktion kommen aus dem BMW Werk Landshut. Dort entstehen unter anderem Kurbelgehäuse und Zylinderköpfe für die Vier- und Sechszylindermotoren, die Gelenkwelle sowie Teile des Innenraums.

In Dingolfing arbeiten derzeit etwa 18.000 Beschäftigte und 950 Auszubildende, täglich entstehen rund 1.350 Fahrzeuge. Neben dem neuen BMW 3er werden in Dingolfing auch Modelle der 4er- und 5er-Reihe auf der gleichen Fertigungslinie in der Montagehalle 50 gebaut. Das neue BMW 7er Facelift wird zwar ebenfalls in Dingolfing gebaut, aber nicht auf der gleichen Fertigungslinie.

Christoph Schröder (Leiter BMW Werk Dingolfing): “Wir freuen uns sehr, dass die BMW 3er Limousine nach Dingolfing zurückkehrt. Mit ihr integrieren wir ein Produkt mit zentralen Technologien der Neuen Klasse in unsere vorhandenen Produktionsstrukturen. Wir zeigen damit einmal mehr unsere Stärke, im Sinne der Technologieoffenheit unterschiedliche Modelle mit sämtlichen Antriebsvarianten hochflexibel und wettbewerbsfähig zu produzieren.”