Für viele Jahre war China ein Garant für Wachstum und immer größere Stückzahlen, doch in den letzten Jahren sorgt der Blick in den Fernen Osten bei deutschen Auto-Managern fast nur noch für Sorgenfalten. BMW hat zwar noch keine Zahlen für den weltweiten Absatz im 1. Halbjahr 2026 veröffentlicht, aber erste Teilbilanzen lassen wenig Gutes erahnen. Das Handelsblatt berichtet, dass der China-Absatz in den ersten fünf Monaten erstmals seit der Corona-Pandemie wieder unter 200.000 Einheiten gefallen ist und auch wenn diese Marke für das gesamte Halbjahr übertroffen werden dürfte, bleiben die Zahlen weit hinter dem Niveau früherer Jahre zurück: In den ersten Monaten des Jahres 2021 lagen die China-Verkaufszahlen noch bei 467.000 Einheiten und damit mehr als doppelt so hoch wie der in diesem Jahr zu erwartende Wert.
Dass es anderen deutschen Autobauern ganz ähnlich geht, ist dabei ein schwacher Trost: Mercedes meldet für das 1. Halbjahr 2026 einen Rückgang um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – und das, obwohl auch das Vorjahr keinesfalls gut gelaufen war. Im zweiten Quartal konnten die Stuttgarter auf ihrem größten Einzelmarkt nur noch 98.600 Fahrzeuge verkaufen, was sogar einem Rückgang um 30 Prozent entspricht.

Die starken Rückgänge in China sind freilich nicht nur ein Problem für die Stückzahlen und die Auslastung der Werke, sondern auch für die Marge: Die deutschen Premium-Marken verkauften in China überproportional viele hochpreisige Luxus-Automobile, mit denen sich naturgemäß wesentlich mehr Geld verdienen lässt.
Während China schwächelt, erwacht auf dem indischen Subkontinent langsam ein neuer Megamarkt: BMW Indien konnte sich im 1. Halbjahr erneut um 17 Prozent steigern und kommt nun auf einen Absatz von 9.075 Einheiten, MINI steigerte sich sogar um 70 Prozent auf 504 Einheiten. Verglichen mit den aktuellen Zahlen in China ist das zwar kaum mehr als eine Randnotiz, mit seinen fast 1,5 Milliarden Menschen hat Indien aber ohne Frage ein enormes Wachstumspotenzial in den nächsten Jahren.
