Premium-Absatz im 1. Halbjahr 2018: Mercedes klar vor BMW

News | 13.07.2018 von 8

War der Juni 2018 eine Trendwende für BMW? Zumindest dürfte man das in München hoffen, denn beim Blick auf die Zahlen für das gesamte 1. Halbjahr …

War der Juni 2018 eine Trendwende für BMW? Zumindest dürfte man das in München hoffen, denn beim Blick auf die Zahlen für das gesamte 1. Halbjahr 2018 konnte der Rückstand auf Mercedes keineswegs verkleinert werden – stattdessen zeigen die Zahlen, dass die Stuttgarter ihren Vorsprung beim Absatz in den ersten sechs Monaten sogar noch vergrößern konnten. Während sich die Münchner im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 21.000 Fahrzeuge steigern konnten, legte Mercedes um rund 44.000 Einheiten zu.

Das weiterhin relativ starke Wachstum bei Mercedes führt dazu, dass die Stuttgarter auch den Rückgang bei Smart überkompensieren und in einer weiteren Disziplin überholen konnten: Addiert man die Verkaufszahlen von BMW und MINI und stellt sie den gemeinsamen Zahlen von Mercedes-Benz und Smart gegenüber, liegen nun ebenfalls die Stuttgarter vorn – hauchdünn zwar, aber sicher nicht zur Freude der Vertriebschefs im Münchner Vierzylinder.

Zumindest als Lichtblick kann der Juni 2018 gelten, denn zum Abschluss des 1. Halbjahres 2018 konnte BMW mit 200.610 Fahrzeugen der Kernmarke nah an Mercedes heranrücken: Die Stuttgarter verkauften 203.783 Einheiten und konnten ihr Vorjahresniveau nicht halten. Vergleicht man auch die Marken Smart und Mercedes, ergibt sich ein klarer Vorteil von 238.920 zu 216.980 Einheiten für die BMW Group.

In den nächsten Monaten bringt BMW eine ganze Reihe von Neuheiten, die sich stark auf die Verkaufszahlen auswirken könnten. Los geht es in diesen Tagen mit dem BMW X4 G02, ebenfalls noch in diesem Jahr kommen das BMW 8er Coupé, der BMW Z4 Roadster und der völlig neue BMW X5 G05. Anfang 2019 geht es weiter mit dem BMW X7 G07 und natürlich dem neuen BMW 3er G20, dem kurz darauf der Touring G21 zur Seite gestellt wird. Auch der neue BMW X6 G06 steht bereits in den Startlöchern. Was diese Neuheiten auch zeigen: Ein relevanter Teil der BMW Modellpalette befindet sich derzeit im Spätherbst seines Lebenszyklus, was naturgemäß zu etwas geringeren Verkaufszahlen führt.

Dennoch ist unklar, wie sich der weltweite Absatz in den nächsten Monaten entwickeln kann – nicht nur über BMW, sondern über allen Autobauern schwebt das Damoklesschwert eines Handelskonflikts, dessen Auswirkungen momentan niemand seriös abschätzen kann.

8 responses to “Premium-Absatz im 1. Halbjahr 2018: Mercedes klar vor BMW”

  1. quickjohn says:

    Natürlich kann man – wie im Artikel geschehen und auch immer wieder zu beobachten – einfach die Verkaufszahlen eines Anbieters addieren und dann einen ‘Weltmarkt-Führenden’ ausrufen. Nur muß halt dann auch die Überschrift dazu passen – was sie nicht tut.

    Bezogen auf den Premium-Absatz – und darum geht lt. Überschrift – gibt nach wie vor die BMW-Group weltweit den Ton an. Und da gehören auch noch die 1.781 RR’s dazu – während Smart halt rausfällt.
    Demnach steht es per 30.06.2018 nach T’Einheiten 1.242,5 (BMW) zu 1.188,8 (Daimler) zu 949,3 (Audi).

    Und bevor wir uns darüber wieder die Köpfe heissreden zitieren wir doch einfach die Protagonisten in Ihrer Selbsteinstufung:

    BMW
    Die BMW Group ist mit ihren Marken BMW, MINI und Rolls-Royce der weltweit führende
    Premium-Hersteller von Automobilen und Motorrädern und Anbieter von
    Premium-Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen

    Daimler
    Wir gehören zu den größten Anbietern von Premium-Pkw und
    sind der größte weltweit aufgestellte Nutzfahrzeug-Hersteller

    Audi
    Der Audi-Konzern mit seinen Marken Audi, Ducati und Lamborghini ist einer der
    erfolgreichsten Hersteller von Automobilen und Motorrädern im Premiumsegment.

    (Nachzulesen im Anhang jeder aktuellen Verlautbahrung).

  2. bayern-express says:

    Man muss berücksichtigen, dass BMWs wichtigstes Volumenmodell, der 3er, vor der Ablösung steht. Er krankt bereits an schwachen Zulassungszahlen, und dies seit 11/2 Jahren. Aber München ist selber schuld, viel zu lange Laufzeiten derr Modelle, wie 7 Jahre für den 3er,
    aber Entwicklungskapazitäten für X5 mit nur 5 Jahren Laufzeit und X7
    freigeben. Da fallen natürlich die Volumenmodelle 1er (Laufzeit 8 Jahe)
    und 3er hinten runter. Aber scheinbar ist das bewusst von Krüger so gewollt, nach der Devise, der normale Volumenkäufer nervt, wir wollen nur noch die Upperclass.

  3. Schauinsland says:

    @@harald_b_hm:disqus

    An den durchschnittlichen Modellzyklen von rund sieben Jahren kann es nicht liegen, diese sind bei BMW wie Mercedes nahezu gleichlang.
    Ein Blick über den “schmalen Tellerrand der Statistik kba”, die nur die Inlandsneuzulassungen widerspiegelt ist schon hilfreich.

    Denn am 3er kann´s erst recht nicht liegen, diese Modellreihe liegt zusammen mit dem technisch identischen 4er als zur Zeit einzige(!) Baureihe im kompletten Geschäftsjahr 2017 noch vor seinem Derivat aus Stuttgart, der C-Klasse, vergleichbar mit ebenso allen Karosserie Varianten: 541 vs. 493 Tausend weltweiten Neuzulassungen zugunsten von BMW sind hier eine klare Ansage ! – (siehe Geschäftsberichte) –

    Ein Absinken der Stückzahlen unmittelbar vor dem Modellwechsel trifft praktisch auf jede Baureihe zu, egal um welchen Hersteller es sich hierbei handelt.

    Die Gründe, warum BMW trotz eigener Bestwerte von nunmehr schon 35 Monaten in Folge dennoch hinter Mercedes bei den Neuzulassungen zurückgefallen ist, liegen vielschichtig begründet:

    Zum einen hat MB geschickt seine Lücken im global überaus bedeutenden SUV-Portfolio geschlossen, mit GLC Coupé wie GLE Coupe´ spät, aber nicht zu spät überaus erfolgreiche Gegenparts zum X4 / X6 im Programm.
    Die Folge: MB setzt global im Gegensatz von noch vor zwei, drei Jahren heute spürbar mehr SUV´s als die Konkurrenz aus München ab !

    Zum anderen verkauft MB deutlich mehr Compaktmodelle mit seiner A- und B-Klasse, als BMW mit dem 1er und 2er, das gilt zumindest dann nachweislich, wenn MINI in diese Betrachtung nicht mit einbezogen wird.

    Und dann noch da noch der fast schon in Beton gemeißelte Vorsprung von MB in der Oberklasse.
    Mit dem 7er allein steht BMW gegen die S- Klassen Plananx aus Limousine, Coupe, Cabrio und S-Maybach sowie seinen Oberklasse SportCars auf scheinbar hoffnungslosem Terrain.
    Ob der 8er hier eine nennenswerte Wende schafft, bleibt fraglich.

    Und schlussendlich hat BMW insgesamt das wesentlich ältere Modellprogramm als MB, jedoch mit dem Hinweis, dass die Modellzyklen beider Hersteller generell nahezu gleich lang sind.

    • Fagballs says:

      Was zum Henker ist eine Plananx?

      Davon ab weiß ich nicht, ob irgendwas am Alter der Baureihen liegt. Schließlich werden die alle fröhlich durchgewechselt, sodass jedes Jahr 2-3 Neuheiten am Start sind, 4 oder 5 Baureihen bekommen kleine oder große Tech Refreshes. Auf diese Weise ist eigentlich immer was neues am Start, um den Firmenwagenfahrer, der immer das Neueste braucht, abzuholen. (Vgl den 5er, der aktuell des frischeste Modell ist und folglich das meistverkaufte, spätestens im zweiten Halbjahr 2019 wird das der G20+21 sein.). Oder meinst du den Faktor, dass Mercedes unabhängig von tatsächlich Alter einfach schon ihr neues Gesicht über alle Baureihen gezogen haben und schon die nächste Version am Start haben (A, CLS), während BMW noch in vielen Baureihen auf F hängt und die unstrittig guten Gs noch nicht durch alle Baureihen am Markt hat?

      Ich habe das Gefühl, dass ganz viel am Image hängt. BMW ist ein Stück weit was für Kenner, Mercedes hat so eine gewisse eigene Strahlkraft und erfolgreich einen emotionalen Tripple-Down-Effekt eingeführt. Wer eine C-Klasse fährt oder sogar nur einen CLA, hat aber das Gefühl von S-Klasse immer dabei. Ein 3er ist ein 3er ist ein 3er und nie ein Baby-7er, dazu sind die Gene viel zu unterschiedlich. Und Otto-Normalverbraucher, der kein Interesse an den Details hat, die BMW bietet und wir Fans schätzen, nimmt dann für das gleiche Geld doch eher die Marke mit dem Stern, einfach weil ein Stern drauf ist. Oder noch schlimmer: einen Audi. Allen Diesel-Skandalen zum Trotz.

  4. Stefan says:

    Mercedes besetzt so gut wie jede Lücke und hat wahnsinnig viele Modelle. Ich finde das aber gut.

    • Fagballs says:

      und wenn ich es richtig verstanden habe, will BMW ja von so einer Politik weg zugunsten höherer Rendite pro Stück. Insofern denke ich wird der Trend eher verstärkt, dass MB mehr Autos verkauft, BMW aber mit weniger Autos mehr Gewinn macht.

  5. DanielS says:

    Im 2.Hj. 2018 “stark auf die Verkaufszahlen auswirken” werden sich auch die wg. WLTP aus dem Programm genommenen größeren Benziner.
    Allerdings negativ.

    • M. Power says:

      Das sehe ich auch als Risiko. Ich habe gestern mit meinen Verkäufer gesprochen, er war sehr frustriert weil man sehr viele Benziner Modelle nicht mehr bestellen kann. Evtl. erst im 1. Quartal 2019 wieder… Ich habe meine BMW Aktien heute verkauft.

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