Vorab-Fahrbericht BMW X7: Der 7er unter den X-Modellen

BMW X7, Fahrberichte | 6.05.2018 von 17

Für einen ersten Vorab-Fahrbericht durften wir den neuen BMW X7 G07 als getarnten Prototypen fahren. Wir erklären, worauf sich X7-Kunden freuen dürfen.

Über ein halbes Jahr vor dem Marktstart Anfang 2019 durften wir uns in den letzten Tagen einen ersten Eindruck vom neuen BMW X7 G07 machen. Für den ersten Vorab-Fahrbericht besuchten wir die aktuellen Vorserien-Modelle, die im Werk Spartanburg vom Band liefen und schon bald in aller Welt weitere Testfahrten absolvieren werden. Die getarnten Prototypen erlauben zwar noch keinen Blick auf das finale Design, aber wir konnten auf der ersten Fahrt mit dem neuen Luxus-SUV bereits einige interessante Eindrücke vom Fahrverhalten und der generellen Ausrichtung des ersten BMW X7 sammeln. Auch wenn sich das Gefühl auf den weiten Straßen von South Carolina nur bedingt auf Deutschland übertragen lässt, passt die Umgebung sehr gut zum Fahrzeug: Die große Mehrheit der Kunden erwartet BMW ohnehin in Nordamerika, China, dem Mittleren Osten und Osteuropa – Westeuropa und speziell Deutschland werden eher kleinere Märkte für den großen X7 sein.

Die Hintergründe dafür liegen auf der Hand: Um ein Fahrzeug wie den BMW X7 2019 unbeschwert genießen zu können, braucht man einfach etwas Platz. Für verstopfte Innenstädte, Parkhäuser aus dem letzten Jahrtausend oder enge Gassen gibt es zweifellos bessere Autos. Für die tatsächliche Zielgruppe sind derartige Unannehmlichkeiten aber im wahrsten Sinne des Wortes weit entfernt, für sie zählen ganz andere Qualitäten: Der BMW X7 soll nicht weniger als die Übertragung der 7er-Tugenden ins SUV-Segment sein – eine luxuriöse Reise-Limousine mit überragendem Langstreckenkomfort, erstklassigem Geradeauslauf und üppigem Platzangebot.

Vorab-Fahrbericht BMW X7: Der erste 7er im SUV-Format

Wie ernst es den Entwicklern damit ist, wird bereits beim Einsteigen deutlich: Wir nehmen zunächst im Fond Platz und lassen uns einige Kilometer chauffieren. Unser Testwagen hat die optionale Sechssitzer-Konfiguration mit jeweils zwei Einzelsitzen in der ersten, zweiten und dritten Reihe. Alle sechs Sitze sind elektrisch verstellbar, eine Fünf-Zonen-Klimaautomatik erlaubt separate Temperatur-Einstellungen für die vorderen vier Sitze und eine nochmals gesonderte Einstellung für die dritte Reihe. Serienmäßig kommt der neue X7 in einer Siebensitzer-Konfiguration mit drei Plätzen in der zweiten Reihe.

Die Komfort-Sitze der zweiten Reihe des Sechssitzers sollen im späteren Serienstand fast so viele Funktionen wie in der ersten Reihe bieten, unser Testwagen aus der Vorserie zeigt diesen Stand noch nicht. Was hingegen schon gut erlebbar ist, sind die edlen Bedienelemente der Klimaautomatik und das großzügige Platzangebot. So präsentiert sich die zweite Reihe im X7 keineswegs als zweite Klasse, stattdessen bietet sie vor allem in Verbindung mit dem optionalen Fond Entertainment System beinahe den gleichen luxuriösen Komfort wie die erste Reihe.

Noch spannender wird es aber, als wir nach einigen Kilometern auf den Fahrersitz wechseln dürfen: Den Start-Stopp-Knopf sucht man zunächst vergeblich, denn der vielleicht wichtigste Knopf des Fahrzeugs ist von der Instrumententafel auf die Mittelkonsole gewandert und befindet sich nun direkt neben dem Getriebe-Wählhebel. Letzterer erhält ein völlig neues Design und vermittelt den Eindruck einer hochwertigen Glas-Skulptur, aus verschiedenen Blickwinkeln lässt sich ein eingearbeitetes X-Symbol erkennen.

Der von uns gefahrene BMW X7 Prototyp ist bereits mit der siebten iDrive-Generation ausgerüstet und erlaubt uns auch einen ersten Blick auf das neue User Interface. Zwar ist die Software noch nicht final, aber das neue Spangen-Design für Geschwindigkeit und Drehzahlmesser ist ebenso integriert wie die neue Menuführung auf dem Infotainment-Display mit 12,3-Zoll Bildschirmdiagonale. Das ebenfalls verbaute Head-Up-Display sorgt jedoch ganz automatisch dafür, dass man vom neuen iDrive 7.0 während der Fahrt kaum etwas mitbekommt. Der neue iDrive-Controller, der genau wie die ihn umgebenden Knöpfe mit einer edlen Glas-Oberfläche ausgeführt ist, bleibt daher die meiste Zeit unberührt.


No pictures please: Alle Details des Innenraums will BMW noch nicht zeigen, daher mussten die Stoff-Abdeckungen zumindest für die meisten Fotos heruntergeklappt werden. Sorry!

Schon auf den ersten Metern Fahrt bestätigt sich der hochkomfortable Eindruck aus dem Fond: Die Federung ist trotz höherem Schwerpunkt so sanft wie im 7er. Möglich wird dies dank serienmäßiger Luftfederung mit adaptiven Dämpfern an beiden Achsen, was im X7 aber nicht nur den Komfort verbessert: Insgesamt fünf Höhen-Level stehen zur Wahl und können per Knopf auf der Mittelkonsole angewählt werden. Zwischen dem höchsten und niedrigsten Setup liegen volle acht Zentimeter, was je nach Bedarf für bequemes Ein- und Aussteigen sowie Be- und Entladen sorgt oder die Bodenfreiheit für Ausflüge ins Gelände vergrößert. Je nach Geschwindigkeit und Fahrmodus wird die Höhe der Luftfederug automatisch angepasst, so steht beispielsweise die höchste Einstellung nicht bei höheren Geschwindigkeiten zur Verfügung.


Immerhin: Aus dieser Perspektive sind einige weitere Details des Cockpits erkennbar. Die Displays durften nicht im Detail fotografiert werden, weil die Software noch nicht dem finalen Stand entspricht.

Trotz seiner stattlichen Abmessungen und der hohen Sitzposition gelingt es dem X7 G07 mit seiner Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung, das Fahrgefühl eines BMW zu vermitteln. Die im Comfort-Modus erlebbare Mischung ähnelt tatsächlich dem Komfort der 7er Limousine, kombiniert diesen aber mit der souveränen Übersicht und Gelassenheit eines X5. Das Ergebnis ist ein Fahrerlebnis, das dem angestrebten Charakter als luxuriöse Reiselimousine für sechs bis sieben Personen vollauf gerecht wird. Fahrdynamik und Sportlichkeit spielen im Segment der Luxus-SUV bisher eine untergeordnete Rolle, aber der BMW X7 will gerade in diesem Bereich neue Standards setzen. Fahrdynamik-Projektleiter Sebastian Sauerbrei ist sich jedenfalls sicher: „Wir machen mit dem X7 in dieser Fahrzeugklasse eine neue fahrdynamische Dimension auf.“

Was er damit meint, wird beim Wechsel in den Sport-Modus deutlich. Weit über zwei Tonnen Leergewicht lassen sich nicht vollständig kaschieren und natürlich bleibt der BMW X7 auch in diesem Modus ein Luxus-SUV mit gewissem Restkomfort, aber mit den optionalen Features von der Hinterachslenkung über die aktive Wankstabilisierung bis hin zum Allradantrieb mit geregeltem mechanischen Sperrdifferenzial an der Hinterachse wird der X7 zweifellos viel agiler und handlicher, als man es einem Offroader mit mehr als 5,10 Meter Länge zutrauen würde. Das unüberhörbar aktiv geregelte Sound-Design erweckt den V8-Benziner auch akustisch zum Leben und trägt einen guten Teil zur subjektiv erlebbaren Sportlichkeit bei. Auch wenn der BMW X7 trotz seiner hochwertigen Technik kein Sportwagen wird, ist unstrittig spürbar, dass die Entwickler rund um Sebastian Sauerbrei ihr großes Baby nicht als reine Komfort-Limousine sehen.

Dass der BMW X7 gleichzeitig mehr sein will als eine Langversion des X5, zeigt sich bei einigen anderen Details. Angefangen von der Doppel-Verglasung über Cupholder, die auf Knopfdruck beheizt oder gekühlt werden können, bis hin zum riesigen Panorama-Dach mit zusätzlichem Fenster oberhalb der dritten Sitzreihe haben die Entwickler viel getan, um dem Luxus-Anspruch eines 7ers im SUV-Segment entsprechen zu können.

Ein weiterer essenzieller Bestandteil des großen X7-Pakets sind Offroad-Eigenschaften, die laut BMW auch im Luxus-Segment eine Rolle spielen. So sollen etwa Kunden, die beispielsweise über ein Anwesen in den Bergen oder am See verfügen, dieses auch auf schlecht ausgebauten Straßen erreichen können. Die serienmäßige Luftfederung hilft an dieser Stelle mit der auf Knopfdruck erhöhten Bodenfreiheit, auch der Allradantrieb xDrive trägt seinen Teil dazu bei. Auf einer Fahrt durch einen Offroad-Park in South Carolina konnten wir uns einen Eindruck vom Potenzial des X7 im Gelände verschaffen und staunten nicht schlecht, als die Entwickler dem X7 die bisher besten Offroad-Eigenschaften aller X-Modelle bescheinigten – dank seiner großen Bodenfreiheit kann der X7 Gelände bewältigen, in dem der aktuelle X5 aufsitzen würde.

Wenn der BMW X7 2019 in den Handel kommt, wird er dem X5 nach Überzeugung seiner Entwickler dennoch nicht schaden. Wie im Fall von 5er und 7er unterscheiden sich die Zielgruppen relativ deutlich, den Wechsel bisheriger X5-Kunden zum X7 erwartet BMW eher selten. Mit anderen Worten: Der kommende BMW X5 G05 wird nicht unter dem X7 leiden, sondern vor allem von ihm profitieren: Weil der X7 das Gesamt-Volumen der großen X-Modelle auf der flexiblen Cluster-Architektur CLAR spürbar vergrößert, ergeben sich einige zusätzliche Einspar-Effekte durch größere Stückzahlen – und schaffen freies Budget für das eine oder andere feine Detail, das man sich anderenfalls vielleicht gespart hätte.

Die Motorenpalette umfasst neben dem V8-Benziner des BMW X7 xDrive50i zunächst noch einen Reihensechszylinder-Benziner und zwei Diesel, weitere Antriebe dürften zu späteren Zeitpunkten folgen. Alle Motoren sind serienmäßig mit Allradantrieb und Achtgang-Automatik ausgestattet. Zu den Preisen will sich BMW noch nicht äußern, aber ein Grundpreis von rund 80.000 Euro für den Einstiegs-Diesel erscheint durchaus realistisch. Wer hingegen zum starken V8-Benziner greifen will, sollte sich eher auf Preise im Bereich von 100.000 Euro einstellen.

17 responses to “Vorab-Fahrbericht BMW X7: Der 7er unter den X-Modellen”

  1. Gregorij Jerkov says:

    Der GLS umter den Sternen

  2. DropsInc. says:

    I‘m in love…

  3. Dailybimmer says:

    Der 3er G20 wird ein ähnliches Cockpit erhalten, wie man es bei den allerneusten Spyshots gut erkennen kann. Aber wird das Cockpit auch wieder schön fahrerorientiert werden?

    • DerOssi says:

      [Sarkasmus an] …da durch die Touchbedienung immer mehr Ablenkung droht, kann bei einer “geraden” Mittellkonsole der Beifahrer ein paar “Aufgaben” übernehmen 🙂 …[Sarkasmus aus]

      Aber ich finde fahrerorientiert auch besser…

  4. Dailybimmer says:

    Schöne fahrerbezogene Cockpits wie aus den ältesten Zeiten (70er, 80er, 90er Jahre) vermissen wir.

    • DropsInc. says:

      Naja, den extremen Bus-Charakter brauchste heut nicht mehr. Ferner lässt sich doch fast alles über idrive und Lenkrad navigieren. Den Rest machste auch so. Fahrebezogen ist nicht schlecht, jedoch finde ich, fühlt sich der Copilot dabei etwas abgekapselt. Finde die leichte Neigung besser. Aber ist Geschmackssache…

      • Dailybimmer says:

        Fahrbezogen war das Cockpit von Bmw seit Ewigkeiten. Das ist ein Markenzeichen von Bmw seit der ältesten Zeit.
        Das ist ja so als würde Bmw aufeinmal den Hofmeisterknick und die Doppelniere ohne Doppelanbindung abschaffen.

        • DropsInc. says:

          Nö, bei meinem ist es auch gerade und nicht zum Fahrer orientiert. Trotzdem hat der X5 die anderen Merkmale. Es ist nicht in jedem Modell so. Beim aktuellen 7er und 5er wurde es wieder eingeführt. Das soll aber nicht bedeuten, es wieder in jedes Modell runter zu brechen.

          • Dailybimmer says:

            Ich fühle mich der Bmw Designtradition
            von damals noch verbunden, wo noch an jedem Bmw ein Hofmeisterknick, Fahrbezogenes Cockpit, Doppeniere ohne Anbindung zu erkennen war. Gehört für mich seit der ältesten Zeiten her dazu wie das Bmw Logo in blau weiss, finde ich. Die derzeitig schleichende und aggressive Abschaffungspolitik von Bmw Tradition wie Fahrbezogenes Cockpit, Hofmeisterknick und Dopppelniere ohne Nierenanbindung muss gestoppt werden, um uns Bmw Anhänger gerecht zu werden und insbesondere mir.

  5. […] roll stabilization. For maximum comfort and increased off-road capabilities, we already have the X6 dual-axle air suspension . Five modes and full 8 cm spread between highest and lowest setup make the X5 significantly more […]

  6. […] that the X7 for its vehicle class is quite agile move. A hint of which we were already in our Pre-travel in the whole experience. At that time, we talked also in detail with project Manager Dr. Jörg Wunder, among […]

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