BMW 740Le xDrive G12: Erste Fahrt im Plug-in-Hybrid-7er

BMW 7er, Fahrberichte | 29.07.2016 von 4
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Mit 2,0 Liter Normverbrauch ist der BMW 740e iPerformance der sauberste 7er aller Zeiten. Wir konnten Plug-in-Hybrid als 740Le xDrive mit 326 PS erfahren.

Der neue BMW 7er G11 / G12 ist nicht nur der erste 7er mit Carbon Core-Technik, er ist als BMW 740e und 740Le auch der erste ab Werk erhältliche 7er mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Wir konnten den laut Normverbrauch bisher sparsamsten 7er aller Zeiten nun erstmals selbst erfahren und setzten uns dafür ans Steuer eines BMW 740Le xDrive iPerformance G12, also in die um 14 Zentimeter gestreckte Langversion mit optionalem Allradantrieb. Selbst in dieser verbrauchsungünstigen Konfiguration kommt der Teilzeit-Stromer auf einen EU-Verbrauch von nur 2,1 Liter auf 100 Kilometer.

Mit Hinterradantrieb und serienmäßiger Bereifung liegt der Normverbrauch nochmals etwas niedriger, beim BMW 740e mit identischem Antriebsstrang stehen lediglich 2,0 Liter im Datenblatt. Für den Praxis-Verbrauch bleibt unabhängig davon maßgeblich, wie oft der Fahrer die Akkus des Plug-in-Hybriden an der Steckdose auflädt und so die elektrische Fahrstrecke maximiert. Wer den 7er häufig auf kürzeren Strecken nutzt und ihn regelmäßig lädt, kann durchaus mehrere Tage ohne einen einzigen Tropfen Kraftstoff zurücklegen.

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BMW 740Le: Plug-in-Hybrid mit 48 Kilometer E-Reichweite

Auf dem Papier liegt die maximale elektrische Reichweite des BMW 740e bei bis zu 48 Kilometern, auf dieser Distanz kann der 113 PS starke Elektromotor die Luxuslimousine bei zurückhaltendem Gasfuß allein bewegen. Wenn es zügiger vorwärts gehen soll oder sich die Akku-Ladung ihrem Ende nähert, steht jederzeit ein 2,0 Liter großer und 258 PS starker Turbo-Vierzylinder aus der B48-Familie parat – übrigens der stärkste jemals von BMW in einem Serienautomobil eingesetzte Vierzylinder-Motor.

Gemeinsam sorgen die beiden Kraftquellen für eine Systemleistung von 326 PS, die sich dank des sofort ansprechenden und auf Wunsch verzögerungsfrei 250 Newtonmeter beisteuernden E-Motors sogar noch etwas stärker anfühlen. Doch die Spitzenleistung spielt bei einer Luxuslimousine wie dem BMW 740Le xDrive in der Regel eine untergeordnete Rolle, wichtiger ist die gefühlte Souveränität und die ständige Bereitschaft, überlegene Fahrleistungen auf den Asphalt zu bringen. Beeindruckender als die Möglichkeit, in 5,3 Sekunden von 0 auf 100 zu beschleunigen und mit 250 km/h über die Autobahn zu fahren, sind die kurzen Zwischensprints des Alltags, die der Plug-in-Hybrid mit müheloser Selbstverständlichkeit aus dem Ärmel schüttelt.

Auf unserer kurzen Testfahrt zeigte sich der Elektromotor als eine in vielen Situationen des Alltags mehr als ausreichende Kraftquelle. Für den größten Teil des Stadtverkehrs oder die letzten Landstraßen-Kilometer auf dem Weg zur Haustür genügen die 113 elektrischen Pferdestärken völlig, der Verbrenner würde in diesen Situationen ohnehin nur in einem besonders uneffizienten Bereich knapp über 1.000 Umdrehungen arbeiten. Und bei Bedarf legt ein etwas kräftigerer Druck aufs Gaspedal sofort üppige Leistungsreserven frei, nachdem der Vierzylinder-Benziner zum Leben erwacht ist.

Wie es sich bei einem ausgewiesenen Saubermann gehört, bleibt der Verbrenner die meiste Zeit dezent im Hintergrund. Nur wer die Spitzenleistung abruft und den Benziner in Drehzahlen jenseits der 4.000 Umdrehungen pro Minute treibt, nimmt den Benziner auch akustisch zur Kenntnis. In den meisten Alltags-Fahrsituationen wird das stark gekapselte Geräusch des Verbrenners jedoch mühelos vom Radio oder Gesprächen mit den Mitfahrern übertönt.

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Ermöglicht wird die hohe elektrische Reichweite durch ein Batterie-Paket mit einer Kapazität von 9,2 kWh, das unter der Rückbank des BMW 740Le xDrive platziert ist und sich so kaum negativ auf das Kofferraum-Volumen von 420 Litern auswirkt. Für eine optimale Nutzung der gespeicherten Energie sorgt ein intelligentes Management, das unter anderem auch Daten des Navigationssystems nutzt und die Topographie der geplanten Strecke in die Steuerung der Antriebsoptionen einfließen lässt.

Und wer den BMW 740Le xDrive bei sommerlichen Temperaturen von der Steckdose trennt, kann sogar noch eine Überraschung erleben: Obwohl im Datenblatt der Langversion mit permanentem Allradantrieb nur 45 Kilometer Elektro-Reichweite versprochen werden, kalkuliert der Bordcomputer unter diesen Umständen sogar 51 Kilometer Reichweite im rein elektrischen Betrieb. Mit Hilfe des eDrive-Schalters auf der Mittelkonsole lassen sich die verschiedenen Fahrmodi Max eDrive, Auto eDrive und Save Battery auswählen, bei letzterem kann der Ladestand der Batterie mit Hilfe des Verbrennungsmotors auf einen frei wählbaren Bereich zwischen 30 und 100 Prozent angehoben werden.

Dass sich der Plug-in-Hybrid trotz erheblich komplexerem Antriebsstrang auch preislich auf Augenhöhe mit den ähnlich starken 7er-Varianten 740i und 740d bewegt, dürfte für viele Interessenten allerdings die wichtigere Überraschung sein. Hohe Marktanteile für den sparsamsten 7er aller Zeiten erwartet BMW vor allem in den USA, China und Japan – aber auch in europäischen Märkten wie England und Deutschland wächst das Interesse an den Teilzeit-Stromern zusehends. Dass bei BMW fast alle Sonderausstattungen der konventionellen 7er-Varianten auch für den Plug-in-Hybrid zur Wahl stehen und selbst Design-Optionen wie das M Sportpaket oder bis zu 21 Zoll große Leichtmetallräder auf Wunsch erhältlich sind, soll die Attraktivität des BMW 740Le xDrive und seiner heckgetriebenen Schwestermodelle weiter steigern.

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