Mercedes-Pilot Paffett: BMW M4 DTM war “schlechtestes Auto”

Motorsport | 30.10.2015 von 8
Nuerburgring (DE) 26th September 2015. BMW Motorsport, Race 15, Marco Wittmann (DE) Ice-Watch BMW M4 DTM. This image is copyright free for editorial use © BMW AG (09/2015).

Mercedes war in den letzten DTM-Jahren nicht unbedingt erfolgsverwöhnt, im Vorjahr mussten BMW und Audi sogar einer außerplanmäßigen Regellockerung zustimmen und den Stuttgartern im Sinne …

Mercedes war in den letzten DTM-Jahren nicht unbedingt erfolgsverwöhnt, im Vorjahr mussten BMW und Audi sogar einer außerplanmäßigen Regellockerung zustimmen und den Stuttgartern im Sinne einer gewissen Konkurrenzfähigkeit Nachbesserungen am eigenen Auto erlauben – ein Novum in 30 Jahren DTM-Geschichte. Eine Reaktion auf diese Tatsache war das Anheben des maximalen Gewichtsunterschieds von 20 auf 35 Kilogramm, schwächere Fahrzeuge konnten dadurch im Sinne eines ausgeglichenen Felds einen größeren Ausgleich als in der Saison 2014 erhalten.

Die eigene Schwächephase hat man in Stuttgart aber allem Anschein nach bestens verdrängt, zumindest garniert Mercedes-Pilot Gary Paffett seine gegenüber motorsport.com geäußerte Kritik an den neuen Gewichts-Regularien mit einer Aussage, die man in München nicht gerne hören dürfte: “BMW hat die Herstellermeisterschaft mit dem schlechtesten Auto gewonnen.”

Unabhängig von dieser wenig diplomatischen Aussage bleibt es eine Tatsache, dass die Performance des BMW M4 DTM auf vielen Strecken nicht den Vorstellungen von BMW Motorsport entsprochen hat. Siegfähig war der BMW tatsächlich nur, wenn er dank schlechter Resultate in den Rennen zuvor einen besonders deutlichen Gewichtsvorteil genießen durfte.

So konnte BMW an den beiden Rennwochenenden in Zandvoort und Oschersleben mehr als die Hälfte der insgesamt gesammelten Punkte einfahren und sich letztlich an der Spitze der Herstellerwertung 2015 behaupten. Das mag aus Stuttgarter Sicht ärgerlich sein, aber wer selbst nur dank Zugeständnissen der Rivalen um die Meisterschaft kämpfen kann, sollte sich mit Vorwürfen an die Konkurrenz manchmal auch ein wenig zurückhalten.

8 responses to “Mercedes-Pilot Paffett: BMW M4 DTM war “schlechtestes Auto””

  1. der_ardt says:

    ich habe die DTM dieses Jahr kein einziges mal geguckt, aber wenn ich mich an die Berichterstattung hier erinnere scheint Paffett da nicht allzu falsch zu liegen. Zumindest zu Beginn er Saison lief es doch für die BMW-Teams nicht gerade gut.

  2. Wombat says:

    Also ich habe die DTM 2015 sehr intensiv verfolgt und war auch bei 5 von 9 Rennwochenende an den Rennstrecken vor Ort. Wenn man sich mal mit den einzelnen Rennen auseinandersetzt, fällt immer wieder auf, dass die Performance-Unterschiede von Rennen zu Rennen sehr krass sind. Ein Wochenende dominiert ein Hersteller nach Belieben und das nächste Wochenende fährt er geschlossen hinterher und bekommt kein Fuss auf dem Boden. Nicht nur bei BMW.

    Die Praxis zeigt aber, dass es eben genau NICHT an den Zusatzgewichten liegt und diese so gut wie keinen Einfluss auf die Ergebnisse haben!
    Beispiel Zandvoort / Spielberg: In Zandvoort fährt BMW einen Siebenfach(!!)- und einen Fünffach-Sieg ein und dominiert das Wochenende nach Belieben. Das nächste Rennwochenende in Spielberg sind trotz der Siege die BMW immer noch teils mit grossem Abstand die leichtesten (!) Fahrzeuge, die Audis und Mercedes haben immer noch erheblich mehr Zusatzgewichte und trotzdem fährt BMW komplett hinterher und hat nicht den Hauch einer Chance.

    Meiner Beobachtung nach liegen diese starken Unterschiede daran, dass die Fahrzeuge einfach auf den verschiedenen Rennstrecken unterschiedlich performen bzw. dass die einzelnen Hersteller / Teams es jeweils einfach besser hinbekommen, ihre Fahrzeuge auf die jeweilige Rennstrecke abzustimmen. Technisch unterscheiden sich die Fahrzeuge ja so gut wie gar nicht mehr (ein Haufen Formel1-Gleichteile-Technik mit einer Plastikhülle drüber…) 🙂

    Und BMW hatte diese Saison ganz klar mit den Reifen zu kämpfen, die man nicht richtig ans Laufen bekommen hat. Man konnte beobachten, dass die BMW immer dann gut waren, wenn die äusseren Umstände und die Strecke guten Grip versprochen haben. Daher auch die phänomenalen Ergebnisse in Zandvoort, die dortige Strecke hat bekanntermassen einen sehr rauhen und wenig rutschigen Belag, dies kam den BMW entgegen, weil sie dadurch guten Grip hatten. Auf den anderen Strecken spielte das Wetter, Temperatur, Belag etc. auch oft eine grosse Rolle.

    Sind aber nur meine Beobachtungen, offiziell lässt sich da keiner in die Karten schauen… 🙂

    • quickjohn says:

      Ich glaube das trifft es ziemlich genau. Kleinigkeiten und das besser zur Strecke passen gaben oft den Ausschlag.

      Daß Paffett gefrustet ist glaube ich – schließlich hat ihm Wehrlein Mercedes-Intern das Wasser sowas von abgegraben. Seine Aussage ist natürlich emotional politisch gefärbt.

      BMW hatte aber mit Sicherheit den ausgeglichensten Fahrerkader und Audi ist in der 2. Saisonhälfte ziemlich abgestürzt.

  3. Zo77 says:

    Die Aussage von Paffett ist ja so was von Peinlich und Kindisch, also wenn der M4 nach seiner Meinung nach das schlechteste Auto gewesen sein soll, wie konnte da BMW trotzdem die Herstellermeisterschaft gewinnen? Da war sein Mercedes und die Audis ja offenbar sogar sowas von unterirdisch schlecht… 🙂

    • Jan says:

      Durch DTM Regularien (Gewichtsvorteil) … !?

      Das spiegelt nicht meine Meinung wider, aber anscheinend hast du deinen Kommentar geschrieben, ohne den Artikel zu lesen?

      • Wombat says:

        Und genau das (Gewichtsvorteil) stimmt eben nicht, wenn man sich die einzelnen Platzierungen und dabei gefahrenen Zusatzgewichte ansieht. Siehe mein Kommentar oben, genau diese Berichterstattung kann ich eben nicht bestätigen. Die Zusatzgewichte müssen immer als Alibi herhalten, sowohl im Falle von Erfolgen, als auch Misserfolgen. Wird gerne so hingedreht, wie es grad passt. In der Realität haben diese paar Kilo aber so gut wie überhaupt keinen Einfluß.
        BMW war einfach in der Summe sehr konstant, dadurch wurde man Herstellermeister. Audi und die Taxis haben sich immer um Siege gestritten und BMW hat nur “wenig” gewonnen, waren aber meist geschlossen in der vorderen Hälfte und in den Punkten unterwegs. Das reicht in Summe für den Herstellertitel. Kein Fahrer herausragend, aber in Summe immer “recht gut” 🙂

        • Jan says:

          Hallo Wombat,

          das glaube ich dir.

          Mein Kommentar spiegelt auch nicht meine Meinung wider (ich habe überhaupt keine Ahnung von der DTM). Im Bericht kommt aber heraus, dass die Aussage von Paffett, eben auf genau auf diese oder andere regulatorische Faktoren zielt.

          • Wombat says:

            Haha, genau wie immer.
            Gewinnen andere, ist es ja total klar, man hatte selber überhaupt keine Chance, -weil- die anderen waren ja viieeeeeeel leichter unterwegs und überhaupt und diese schlimmen schlimmen Zusatzgewichte…
            Gewinnt man aber selber, dann war das ja umso sensationeller, weil man ja -trotz- der unheimlichen und krassen Zusatzgewichte einen haushohen Triumph erzielen konnte…
            Aber das ist typisch Paffett, diese ständig heulende Mimpsi, diese arme getretene Kreatur, die immer von anderen vorgeführt wird. Oft sogar von den eigenen Marken- oder sogar dem Teamkollegen. Oooooh. Eine Runde Mitleid. 😀

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