BMW Nordamerika enttäuscht vom Absatz des BMW 5er GT F07

BMW 5er GT | 24.05.2011 von 23

Seit der Vorstellung des Concept Cars zum BMW 5er Gran Turismo auf dem Genfer Automobilsalon 2009 fällt es vielen Beobachtern schwer, den Sinn und Zweck …

Seit der Vorstellung des Concept Cars zum BMW 5er Gran Turismo auf dem Genfer Automobilsalon 2009 fällt es vielen Beobachtern schwer, den Sinn und Zweck des Fahrzeugs nachzuvollziehen. Offiziell wollte BMW vor allem eine elegante Alternative zum 5er Touring erschaffen, denn außerhalb Europas sind die Touring-Verkäufe seit jeher sehr überschaubar.

Wie wenig Nachfrage in Nordamerika nach dieser Karosserievariante besteht, hat auch der Wettbewerber Audi erkannt: Genau wie im Fall des BMW 5er Touring F11 wird auch der neue Audi A6 Avant von Beginn an nicht in den USA angeboten, weil die mäßigen Verkaufszahlen des Vorgängers ein solches Angebot nicht sinnvoll erscheinen lassen.

Wir haben schon mehrfach darüber berichtet, dass der BMW 5er GT seine Sache weltweit betrachtet durchaus gut macht und sich insgesamt besser verkauft, als von BMW erhofft. Ausgenommen wurden dabei stets die USA, denn grade auf diesem Markt konnte der GT weniger Absatz erzielen als geplant, während er in fast allen anderen Märkten die Erwartungen übertraf.

Nun hat sich Jim O’Donnel von BMW Nordamerika gegenüber Automotive News zum Thema geäußert und zum Ausdruck gebracht, dass es noch ein weiteres Problem gibt: Der ursprüngliche Plan ging davon aus, mit dem Gran Turismo jene Kunden anzusprechen, die zuvor einen 5er Touring oder vergleichbare Modelle anderer Marken fuhren, aber diese Kunden fühlen sich offensichtlich kaum angesprochen und wechseln lieber zum E-Klasse T-Modell, dem einzigen verbliebenen europäischen Premium-Kombi der oberen Mittelklasse.

Die Kunden des F07 sind stattdessen häufig ehemalige Fahrer eines BMWs der 5er- oder 7er-Reihe, die sich vom großen Platzangebot für verhältnismäßig wenig Geld angezogen fühlen. Somit schwächt der GT die 7er-Verkaufszahlen, was mit Blick auf die Marge nicht im Interesse von BMW liegen kann.

Für die Touring-Generation F11 plant BMW dennoch keine US-Markteinführung mehr, denn auf dem überschaubaren Markt kann man kaum mehr als 2.000 Einheiten jährlich absetzen. Anders könnte die Entscheidung beim Nachfolger des F11 ausfallen, aber dieser wird nicht vor 2017 zu den Händlern kommen, was den Verlust weiterer Kunden wahrscheinlich macht. Man sollte diese Verluste andererseits nicht überbewerten, denn wir sprechen wie gesagt von einem überschaubaren Marktsegment und auch in Ingolstadt hat man sich nicht ohne Grund entschieden, auf das Anbieten des A6 Avant komplett zu verzichten.

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