PM3 V8 CSL Light – Packeisen legt nach und speckt den BMW M3 ab

BMW M3 | 7.11.2010 von 8

Das Wort Leichtbau taucht heute in fast jeder Pressemitteilung aus dem Automobilsektor auf, aber oft lässt sich das Resultat der Arbeit beim Blick auf das …

Das Wort Leichtbau taucht heute in fast jeder Pressemitteilung aus dem Automobilsektor auf, aber oft lässt sich das Resultat der Arbeit beim Blick auf das Fahrzeuggewicht nur schwer erahnen. Ständig steigende Abmessungen sorgen in Kombination mit immer rigideren Crashtests für eine sich scheinbar unaufhaltsam drehende Gewichtsspirale, der sich kaum ein Hersteller wirksam entziehen kann.

Mit moderner Fahrwerkstechnik lässt sich das hohe Gewicht im Alltag gut kaschieren, aber spätestens beim Besuch auf der Rennstrecke lassen sich mehrere Zentner Übergewicht nicht mehr schönreden. Während manches sportlich positionierte Auto aus gutem Haus mittlerweile an der 2 Tonnen-Grenze kratzt oder diese sogar schon überschritten hat, ist ehrlicher Leichtbau mittlerweile zur absoluten Rarität geworden. “Leicht ist teuer” heißt es oft, wenn es darum geht, erneut gestiegene Fahrzeuggewichte zu relativieren.

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Packeisen PM3 GTM – Bilder vom PM3 V8 CSL Light folgen im April 2011

Dass es auch anders geht, zeigt die Firma Packeisen Motorsport aus Wuppertal. Dort wird es ab dem kommenden Frühjahr ein Fahrzeug geben, das bei einigen Leuten für erstaunte und ungläubige Gesichter sorgen dürfte: Der Packeisen PM3 V8 CSL Light auf Basis des BMW M3 E92 trägt den Zusatz Light nicht nur, weil das Thema Leichtbau derzeit modern ist, sondern weil er hier geradezu zelebriert wird.

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat Ulli Packeisen sprichwörtlich jede Schraube umgedreht und auch vor tiefgreifenden Veränderungen nicht Halt gemacht. Ein ausgeräumter Innenraum mit Rennschalen-Sitzen versteht sich unter diesen Umständen von selbst, auch Scheiben aus Kunststoff sind im Motorsport längst üblich.

Außerdem kommen eine Motorhaube aus CFK , ein Kofferraumdeckel und Türen aus Carbon und an einigen Stellen sogar Titan-Schrauben zum Einsatz – je nach Einsatzort wurde das jeweils ideale Material wie Titan, Aluminium oder Magnesium gewählt, um die erforderliche Stabilität mit dem minimal möglichen Gewicht zu kombinieren.

Auf der Waage soll schließlich ein phänomenales Gewicht von unter 1.300 Kilogramm nach EU-Norm, also inklusive Fahrer, Gepäck und Betriebsflüssigkeiten stehen. Für perfekte Fahreigenschaften verteilt sich diese Masse auch noch zu jeweils 50 Prozent auf gleichbereifter Vorder- und Hinterachse und legt somit den Grundstein für eine herausragende Fahrdynamik. Es versteht sich von selbst, dass die oben genannten Maßnahmen nur für einen Teil des eingesparten Gewichts verantwortlich sind, aber noch will sich Ulli Packeisen nicht zu tief in die Karten schauen lassen und verweist auf den April 2011, wenn das Fahrzeug der Öffentlichkeit detailliert vorgestellt wird.

Schon jetzt ist klar, dass sich der Packeisen PM3 V8 CSL Light hervorragend für den Einsatz auf der Rennstrecke eignen wird. Auch für den Einsatz in diversen Rennserien bringt das Fahrzeug alle Voraussetzungen mit: Eine FIA-Sicherheits-Zelle verleiht der Karosserie zusätzliche Stabilität, eine Lufthebeanlage ermöglicht schnellere Reifenwechsel und das Tankvolumen von 100 Litern sorgt für die nötige Ausdauer auf dem Überlandweg zum Langstreckensport.

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Wie ernst es Packeisen dabei mit dem Thema Motorsport ist, zeigt die Auslegung des Getriebes und der Hinterachse: Wie im Motorsport üblich wird die Übersetzung so ausgelegt, dass der Motor am schnellsten Punkt der Döttinger Höhe seine Maximaldrehzahl erreicht. Es geht hier also nicht um eine Höchstgeschwindigkeit im klassischen Sinne, sondern um eine ideale Beschleunigung zur höchsten auf der Nordschleife des Nürburgrings erzielbaren Geschwindigkeit bei Nenndrehzahl.

Auf besagter Nordschleife soll das Gesamtpaket für eine Rundenzeit unterhalb der magischen Marke von 7:30 Minuten gut sein und es gibt keinerlei Grund, dem PM3 diese Leistung nicht zuzutrauen. Für den nötigen Vortrieb wurde der bekannte V8-Motor aus dem BMW M3 noch einmal gründlich überarbeitet und soll nun 485 PS leisten, Details hierzu sind aber noch nicht bekannt.

Bleibt wie gewohnt die beste Nachricht zum Schluss: Der PM3 V8 CSL Light ist trotz seiner radikalen Auslegung kein Fahrzeug, dass im öffentlichen Straßenverkehr nicht bewegt werden darf. Dank der im Hause Packeisen entwickelten Titan Abgasanlage ist die Abgasuntersuchung genau wie die TÜV-Kontrolle kein Problem – wenn es der Kunde wünscht, kann das Fahrzeug mit TÜV-Siegel und dem kleinen Fahrzeugbrief- Eintrag “CSL Light” versehen werden und veritablen Sportwagen dann auch abseits der Rennstrecke die Rücklichter – übrigens bereits im Facelift-Design – zeigen.

Die Komplexität des Projekts führt allerdings dazu, dass an eine Fertigung im großen Stil nicht zu denken ist. Der extrem hohe Anteil an über 500 Stunden Handarbeit ermöglicht lediglich den Bau von vier Fahrzeugen pro Jahr, weshalb sich Interessenten mit ihren Bestellungen beeilen sollten. Der Preis hängt dabei stark von der Wunschliste des Kunden ab, denn bei Packeisen Motorsport ist jedes Fahrzeug ein Unikat. Mindestens 160.000 Euro sollte man aber in der Hinterhand haben, wenn man sich für die sportlichste Variante des PM3 interessiert – gemessen an Wettbewerbern wie dem BMW M3 GT4 für den Motorsport oder dem Porsche 911 GT2 RS für die Straße ist dieser Preis aber mehr als nur angemessen.


Alle Bilder zeigen noch den PM3 GTM, Bilder vom PM3 V8 CSL Light soll es erst im April geben.

  • Bazi Schorschi

    Das Gewicht ist schon eine Ansage. Mal sehen, wozu das Teil in der lage ist – bin gespannt! Aber wieso gibts keine Fotos?

  • Chris35i

    Klasse – so stelle ich mir einen E46 CSL Nachfolger vor – tolle Technik, intelligenter Leichtbau, ansprechendes Design und superbe Fahrleistungen – dazu ein angemessener Preis.

    Was bleibt mehr zu sagen außer: Ran an den Speck Sport Auto und die (unter) 7:30 Zeit in den Asphalt brennen. Wäre interessant, was für Reifen drauf sind – sicher Semis (Sport Cup (+) Pzero oder die neuen Contis SuperContact).

    So stell ich mir einen M vor – Endlich! Yes! :D :)

    • Steve8178

      Sehe ich ähnlich!

      Der Preis?? bestimmt weniger wie beim GTS

      • Ratze

        Mindestens 160.000 Euro (siehe oben im Artikel), also knapp 20.000 teurer als der GTS. Aber das macht in dieser Preisregion eh keinen Unterschied. 5 Käufer pro Jahr werden sich schon finden.
        Mir persönlich ist die Frontklappe zu prollig, sieht ein bißchen aus wie NfS Underground. Aber da kommt er in Japan bestimmt super an.
        Ober er die 7:30 wirklich schafft? Mal sehen, da gehört nämlich mehr dazu als Leistung und wenig Gewicht, auch wenn er eine gute Basis hat:-).

      • Ratze

        Sorry, vier pro jahr.

  • OSLO

    Konsequenter Leichtbau gut gemacht überzeugt mich eher als das GTS Gebastel. Aber hinsichtlich Absatz wohl für BMW, falls BMW diesen Weg eingeschlagen hätte, wohl auch kein Erfolg, des Preises wegen.

  • Steve8178

    Das Ding ist nicht übel, noch weniger Gewicht wie beim M3 CTS und noch mehr Leistung. Warum macht das BMW nicht gleich so, wenn man schon konsequent alles rausschmeißt um das Gewicht zu senken, da muss ich sagen das der hier noch ne stange besser ist, >>auf dem Papier natürlich<<

    ^^

  • Pingback: Packeisen PM3 V8 CSL Light – the ultra-light BMW M3 Coupé

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