Kurz nach der Jahrtausendwende hatten Kunden auf der Suche nach einer Business-Limousine mit einer Extra-Portion Power und Dynamik ausgesprochen unterschiedliche Optionen vor sich. Die beiden weltweit gefragtesten Modelle waren dabei je nach Baujahr der BMW M5 (E39) mit 5,0-Liter-V8-Sauger, sein Nachfolger E60 mit Hochdrehzahl-V10 und die Rivalen aus Affalterbach: Zwischen 2003 und 2006 trat der Mercedes E 55 AMG mit Kompressor-V8 gegen den M5 an, ab 2006 folgte der E 63 AMG mit 6,3 Liter großem V8-Sauger. Die Kanadier von Mercedes-Benz Downtown Calgary haben die vier deutschen Power-Limousinen nun zum Dragrace gebeten und wollen damit klären, welche wirklich die beste Performance auf gerader Strecke liefert.
Anders als heute treiben alle vier Limousinen konsequent die Hinterräder an, Allradantrieb gab es damals in dieser Liga nur beim Audi RS 6. Folglich sind auch die Zeiten für den Sprint von 0 auf 100 ganz andere als heute, denn die Beschleunigung aus dem Stand ist vor allem eine Frage von Traktion und Feingefühl im Gasfuß – nicht nur im Fall des BMW M5 E39, der als einziger im Quartett mit manuellem Getriebe antritt. Während die übrigen Fahrzeuge auf V8-Power setzen, sticht der BMW M5 (E60) mit seinem längst legendären Hochdrehzahl-V10 technisch und akustisch hervor, was im konkreten Fall noch von einer lauteren Abgasanlage unterstützt wird.
Auch der BMW M5 (E39) im Video ist nicht mehr hundertprozentig serienmäßig, bleibt mit 420 PS aber nah am Serienstand von 400 PS. Im ersten Drag-Race sehen wir ab Minute 3:20 deutlich, wie die vier deutschen Limousinen am Start um Traktion kämpfen. Auch im zweiten Versuch ab Minute 4:20 sind die acht Hinterräder des Quartetts maximal gefordert, wenn sie die volle Kraft der insgesamt 34 Zylinder auf den Asphalt bringen sollen.
Sieger des Vergleichs ist in beiden Läufen recht eindeutig der BMW M5 E60, der die Viertelmeile im besten Versuch in 12,24 Sekunden absolviert, während die Rivalen deutlich über 13 Sekunden benötigen. Auf der halben Meile werden die Abstände knapper, aber auch hier liegt der V10-M5 mit einer Zeit von 20,89 Sekunden ganz vorn.
Die Zeiten zeigen eindrucksvoll, dass sich die Business-Klasse der frühen 2000er auch über 20 Jahre später ganz sicher nicht verstecken muss. Und auch wenn die heutigen Modelle ein nochmals höheres Performance-Niveau bieten, bleiben die Klassiker in Sachen Emotion, Faszination und Sound für viele M- und AMG-Fans bis heute unerreicht.
