Im Duell zwischen Familien-Kombi und Supersportler kann es eigentlich nur einen Sieger geben, doch zumindest auf der Viertelmeile lässt sich der BMW M3 CS Touring (G81 LCI) keinesfalls unterkriegen. Mat Watson und CarWow haben den offiziell schnellsten Kombi auf der Nürburgring Nordschleife zum Drag-Race gegen den Audi R8 GT gebeten, der als einer der unterhaltsamsten und besten Audis aller Zeiten gilt: Der Mittelmotor-Sportwagen zählt mit seinem 620 PS starken Hochdrehzahl-V10 zu den stärksten Varianten der zweiten und bisher letzten R8-Generation.

Im Sinne des Fahrspaßes verzichtet der R8 GT allerdings auf den üblichen Allradantrieb, was im Dragrace mit stehendem Start einen klaren Nachteil darstellt: Während die 620 PS starken Allrad-R8 zwischen 3,1 und 3,2 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 benötigen, lässt sich der R8 GT RWD mit 3,4 Sekunden etwas mehr Zeit. So rückt der Supersportler in Schlagdistanz des BMW M3 CS Touring, dessen Werksangabe für den Standardsprint bei 3,5 Sekunden liegt. Der Garchinger ist zwar mit 550 PS etwas schwächer und aufgrund der in jeder Dimension wesentlich voluminöseren Karosserie auch fast 300 Kilogramm schwerer, kommt dank des Allradantriebs M xDrive aber deutlich besser aus den Startlöchern.

Im Video sehen wir das erste Duell ab Minute 1:00 und können beobachten, wie der bisher stärkste in Serie gebaute BMW M3 Touring dem Audi R8 GT gleich auf den ersten Metern deutlich distanziert. Der stärkere, flachere und daher auch aerodynamisch wesentlich günstigere R8 kann zwar in der Folge wieder aufholen, aber über die kurze Distanz der Viertelmeile reicht es in den meisten Versuchen nicht zum Überholen.

Bei den rollenden Starts ab Minute 2:30, 4:30 und 6:20 sieht die Sache erwartungsgemäß anders aus, schließlich kann der schwerere und schwächere Kombi seinen Traktionsvorteil in dieser Disziplin nicht ausspielen. Anders läuft es nur, wenn der Audi-Fahrer einen Gangwechsel verpasst und kurz im Drehzahlbegrenzer hängen bleibt. Überraschend ist allerdings, dass der BMW M3 CS Touring den Bremstest gegen den Supersportler für sich entscheiden kann.

Unterm Strich steht für beide Fahrzeuge eine Viertelmeile-Bestzeit von 11,1 Sekunden auf dem Papier, wobei der BMW trotz identischer Sicht die Nase haarscharf vorn hat. Dass er mit Rückbank und großem Kofferraum gleichzeitig einen erheblich höheren Alltagsnutzen bietet, rundet das aus Münchner Sicht starke Ergebnis ab – während im Fall des R8 auf der Hand liegt, dass die Allrad-Varianten im Dragrace eine bessere Performance bieten könnten.