Wenn derzeit vom BMW i3 die Rede ist, geht es eigentlich immer um die Neue Klasse. Wenn es aber nicht um maximale Reichweite, sondern um ein Elektroauto mit möglichst niedrigem Preis geht, kehrt ein anderer alter Bekannter plötzlich zurück auf die Bildfläche: Der Amerikaner Michael Pick wollte sich für möglichst kleines Geld einen kompakten Pickup-Truck bauen, mit dem er sich um die aktuellen Spritpreise keine Gedanken mehr machen muss. Als Basis-Fahrzeug für das Projekt fiel seine Wahl tatsächlich auf den ersten BMW i3 (I01), wie er Ende 2013 als erstes Serien-Elektroauto aus München auf den Markt kam.
Wie aus dem gebrauchten BMW i3 REx mit Zweizylinder als Range Extender ein Pickup-Truck wurde, zeigt Michael Pick in einem ausführlichen Youtube-Video. Das ambitionierte Ziel ist dabei nicht nur ein optisch und technisch einwandfreier Umbau mit offener Ladefläche hinter einer Fahrerkabine, sondern auch die Integration von zeitgemäßer Infotainment-Technik und einem modernen Akku für mehr als 480 Kilometer Reichweite. Sein selbst gesetztes Budget für das Projekt: 10.000 Dollar sollten als Gesamtpreis nicht überschritten werden, was natürlich nur dank unzähliger Stunden eigener Arbeit möglich werden konnte.
Der als Basis genutzte BMW i3 REx aus dem Jahr 2017 hat bereits mehr als 160.000 Kilometer Laufleistung auf dem digitalen Tacho und ließ sich deshalb bei einer Online-Auktion zum Preis von 5.800 Dollar erwerben. Nach dem Austausch der fehlenden 12-Volt-Batterie ließ sich das zuvor nur von Fotos bekannte Fahrzeug wieder starten, was die Grundlage für den Umbau schuf.
Besonders anspruchsvoll war die Arbeit an der Carbon-Fahrgastzelle. Für den Pickup-Umbau entfernte der Amerikaner große Teile des Hecks und die komplette Rückbank, konstruierte eine neue hintere Kabinenstruktur und eine Ladefläche aus Holz und verstärkte diese schließlich mit einer eigens angefertigten Stahlkonstruktion. Zahlreiche individuelle Bauteile entstanden auch im 3D-Drucker.
Das Ergebnis ist ein zweisitziger Mini-Pickup, der die ungewöhnlichen Proportionen des BMW i3 mit dem Nutzwert einer offenen Ladefläche verbindet. Ein 12,3 Zoll großes Display mit Apple CarPlay ersetzt das aus heutiger Sicht relativ kleine Infotainmentsystem des Ur-i3, dazu kommen diverse kleinere Verbesserungen im Innenraum.
Schlüssel zur Reichweite ist der Verbrenner im Heck des BMW i3 REx: Der kleine Zweizylinder-Benziner treibt die Räder nicht direkt an, sondern erzeugt Strom für den Elektroantrieb. So fährt der i3 stets elektrisch, kann aber bei Bedarf zusätzliche Reichweite aus Benzin gewinnen. Das Ziel waren mehr als 300 Meilen Gesamtreichweite, also rund 480 Kilometer.
Pick dokumentierte während des gesamten Projekts sämtliche Ausgaben, um nachvollziehbar zu machen, ob ein brauchbarer Elektro-Pickup tatsächlich für weniger als 10.000 Dollar entstehen kann: Der endgültige Gesamtpreis lag nach Angaben des Youtubers bei exakt 7.997,91 Dollar. Dass hierbei durchweg amerikanische statt europäischer Standards erfüllt wurden, zeigt sich spätestens bei Minute 40:20: Der Druck auf den SOS-Knopf im Dachhimmel sorgt nicht länger für einen Notruf, sondern öffnet das mit einer Pistole bestückte Handschuhfach des Unikats…
(Fotos & Infos: Michael Pick)






