Mit einem eigenen Werk in den USA will sich Audi die eigene Position auf einem der wichtigsten Märkte für Premium-Automobile stärken. Im Rahmen einer Wahlkampf-Veranstaltung von US-Präsident Donald Trump kündigte die VW-Tochter einen neuen Standort im Bundesstaat Georgia an, für den Investitionen in Höhe von rund vier Milliarden US-Dollar für 4.500 neue Arbeitsplätze sorgen sollen. Die Ankündigung darf durchaus als Konsequenz von Trumps Bemühungen verstanden werden, ausländische Unternehmen mit einer aggressiven Zollpolitik zu mehr Produktion in den Vereinigten Staaten zu bewegen.

Für BMW und Mercedes bedeutet das Audi-Werk in Georgia mittelfristig stärkere Konkurrenz auf dem US-Markt. Der Baubeginn ist zwar bereits für 2027 vorgesehen, die Produktion soll aber erst Anfang der 2030er-Jahre anlaufen. Das Werk ist auf eine Jahreskapazität von bis zu 200.000 Fahrzeugen ausgelegt. Geplant sind große Premium-SUVs, die speziell auf die Bedürfnisse nordamerikanischer Kunden zugeschnitten werden. Laut Reuters könnten der Q7, Q8 und der neue Q9 zu den Kandidaten gehören, Audi selbst hat die konkreten Modelle bislang nicht offiziell benannt. Mit der lokalen Fertigung will die Marke Handels- und Währungsrisiken verringern und ihr Geschäft in Nordamerika ausbauen. "

Dass eine solche Produktion ein Wettbewerbsvorteil sein kann, zeigen die deutschen Konkurrenten längst: BMW fertigt bereits seit 1994 in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina. Das Werk ist auf die großen SUV-Modelle der X-Familie spezialisiert und zählt zu den wichtigsten Produktionsstandorten des Konzerns. 2026 hat BMW dort zudem eine Investition von 1,7 Milliarden US-Dollar abgeschlossen und die Voraussetzungen für den Bau vollelektrischer Modelle geschaffen. Der neue BMW iX5 wird ab Ende 2026 in den USA vom Band laufen, auch der erste BMW iX7 ist bereits in Arbeit.

Auch Mercedes-Benz produziert seit 1997 in Tuscaloosa, Alabama. Dort entstehen unter anderem GLE und GLS sowie elektrische SUV-Modelle und Varianten von Mercedes-Maybach. Mehr als fünf Millionen Fahrzeuge wurden am Standort bereits gebaut, genau wie bei BMW werden aber auch aus Tuscaloosa viele Fahrzeuge in den Rest der Welt exportiert. Auch Mercedes investiert weiter in den US-Standort und plant bis 2030 allein dort Ausgaben von vier Milliarden US-Dollar.

Volkswagen betreibt seit 2011 ein Werk in Chattanooga, Tennessee. Dort fertigt die Marke Fahrzeuge für den nordamerikanischen Markt, darunter den Atlas und den vollelektrischen ID.4. Darüber hinaus entsteht in South Carolina eine Fabrik für die Geländewagen der VW-Tochter Scout Motors.

(Fotos: Audi)