Am heutigen Mittwoch übernimmt Milan Nedeljkovic den Vorsitz des Vorstands der BMW AG und tritt damit in die Fußstapfen von Oliver Zipse. Der neue BMW-Chef übernimmt den Autobauer als weltweit souverän führenden Anbieter von Premium-Automobilen zweifellos in einer Position der Stärke, er muss sich in den nächsten Jahren aber auch einigen Herausforderungen stellen. In den letzten Jahren musste auch BMW deutliche Rückgänge beim Gewinn verkraften, vor allem der schwächelnde Absatz in China bereitet den Verantwortlichen seit einiger Zeit Sorgen.

Wie die nächsten Jahre laufen, wird nicht zuletzt vom Erfolg der Neuen Klasse abhängen: Die neue Generation von Elektroautos ist der große Hoffnungsträger von BMW und soll die starke Position im BEV-Segment weiter ausbauen. Daneben gilt es aber auch, das weiterhin sehr profitable Geschäft der Neuwagen mit Verbrennungsmotor zu erhalten. Oliver Zipse hat die Weichen für die nächsten Jahre gestellt, bis Ende 2027 sollen insgesamt 40 neue oder überarbeitete Modelle mit Neue Klasse-Technik auf den Markt kommen. Neben den völlig neuen Elektroautos wie BMW iX3 (NA5) und i3 (NA0) zählen hierzu auch Modelle wie das BMW 7er Facelift (G70 LCI), der noch in diesem Jahr kommende 3er (G50) oder auch die nächste Generation des BMW X5 (G65) inklusive elektrischem Ableger iX5.

Während für das Volumen nicht zuletzt Kompaktklasse-Baureihen wie 1er und X1 im Fokus stehen, sind für die zuletzt auf nur noch rund fünf Prozent geschrumpfte Marge andere Modelle wichtiger. Hierbei profitiert BMW von den überzeugenden Produkten der M GmbH, die zuletzt einen weltweiten Absatz von über 200.000 Einheiten pro Jahr erreichte. Auch die Garchinger setzen verstärkt auf Elektro und werden mit dem BMW M3 (ZA0) schon bald ihr erstes High-Performance-BEV mit M eDrive präsentieren – während die Verbrenner mit Innovationen wie M Ignite fit für die Abgasnorm Euro-7 gemacht werden.

Im Luxus-Segment ist die BMW Group nicht nur dank Rolls-Royce stark vertreten, mit der Vision BMW Alpina werfen die Münchner in diesen Tagen noch ein weiteres Eisen ins Feuer und nehmen offenkundig Mercedes-Maybach ins Visier.

Während diese Bausteine für die nächsten Monate und Jahre zweifellos noch die Handschrift von Oliver Zipse tragen, werden die Auswirkungen der Entscheidungen von Milan Nedeljkovic erst einige Zeit später in den Showrooms und den Bilanzen greifbar sein. Welchen Weg der bisherige Produktionsvorstand dabei beschreitet, dürfte in den nächsten Monaten klarer werden.

Sicher ist schon jetzt: In Zeiten des Umbruchs gibt es neben großen Chancen auch eine Vielzahl von Risiken – und letztendlich trägt Nedeljkovic seit heute auch die Verantwortung für über 150.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in aller Welt. Sie alle dürfen dabei nicht nur auf ein glückliches Händchen hoffen, sondern können auch darauf vertrauen, dass der 57-Jährige seine neue Aufgabe mit mehr als drei Jahrzehnten BMW-Erfahrung in Angriff nimmt und das Unternehmen samt seiner Erfolgsrezepte aus nächster Nähe kennt.