Die Zahlen für seinen letzten Jahresbericht als Vorsitzender des Vorstands hätte sich Oliver Zipse sicher anders gewünscht, aber mit Blick auf das wirtschaftliche Umfeld und die Zahlen der Konkurrenz kann sich die Entwicklung der BMW Group im 1. Quartal 2026 trotz eines Rückgangs bei Umsatz und Ergebnis durchaus sehen lassen. Unterm Strich sank der Umsatz im Segment Automobile um 7,0 Prozent auf 27,159 Milliarden Euro, das Ergebnis für den gesamten Konzern schrumpfte um 23,1 Prozent auf 1,672 Milliarden Euro. Vor Steuern ergibt sich für die BMW Group eine Marge von 7,6 Prozent, womit der übliche Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent allen Herausforderungen zum Trotz nur knapp verfehlt wurde.
Für das Gesamtjahr 2026 bleiben die Verantwortlichen im Münchner Vierzylinder vorsichtig optimistisch, auch wenn die internationale Lage sämtliche Voraussagen erschwert. Beim weltweiten Absatz geht die BMW Group von einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr aus, als rund 2,46 Millionen Premium-Pkw der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce verkauft werden konnten. Vieles wird dabei davon abhängen, wie sich die Nachfrage-Situation auf dem wichtigsten Einzelmarkt China entwickelt, aber natürlich spielen auch die Märkte in Europa und Nordamerika eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Der BMW iX3 und die Einführung der Neuen Klasse werden sich im Jahr 2026 noch nicht wesentlich auf den Elektro-Anteil beim weltweiten Absatz auswirken: Zwar sind die Auftragseingänge für iX3 und i3 sehr vielversprechend, doch im gleichen Atemzug sorgt der “technologische Weitsprung” der eDrive Gen6 für eine sinkende Attraktivität der restlichen Elektroautos. Erst wenn die Neue Klasse-Technik flächendeckend Einzug gehalten hat, wird sich die Stärke auch beim Elektro-Absatz bemerkbar machen.
Betont vorsichtig bleiben die Prognosen bei den wirtschaftlichen Kennzahlen. Beim Ergebnis vor Steuern erwartet BMW für 2026 einen moderaten Rückgang gegenüber 2025 und auch bei der EBIT-Marge sollte niemand neue Bestwerte erwarten: Mit einer Rendite zwischen 4 und 6 Prozent wird die BMW Group weit vom Niveau erfolgreicherer Jahre entfernt bleiben.
Wie üblich gewährt BMW mit dem Quartalsbericht auch einen Blick auf den weltweiten Absatz der einzelnen Baureihen. An der Spitze rangieren dabei in Q1 2026 die 3er- und 4er-Reihe sowie die Kompakt-SUV X1 und X2, alle anderen Modellreihen schafften es in den ersten drei Monaten noch nicht in den sechsstelligen Bereich. Diese und weitere Infos finden sich auch in den folgenden Grafiken aus dem BMW-Bericht zum 1. Quartal:
Oliver Zipse (Vorsitzender des Vorstands der BMW AG): “Unser Ergebnis im 1. Quartal beweist erneut: Strategische Konsistenz, operative Leistungsstärke und hohe Flexibilität zahlen sich aus. Wir sind richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein. Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres. Der Schlüssel zum Erfolg ist unser breites Produktangebot: Mit unseren starken Marken bedienen wir die entscheidenden Segmente und bieten unseren Kunden die volle Auswahl an allen Antriebsvarianten. Die erfolgreiche Einführung des BMW iX3 und die herausragenden Rückmeldungen zum BMW i3 bestätigen uns darin, dass wir mit der Neuen Klasse die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Jedes zukünftige BMW Modell erhält die neuen Technologiecluster und die neue Designsprache – unabhängig von der Antriebsform. So heben wir unser Produktportfolio auf ein ganz neues Niveau.”
Walter Mertl (Finanzvorstand der BMW AG): “Flexibilität und Umsetzungsgeschwindigkeit zählen zu den Stärken der BMW Group. Die Neue Klasse, die stringente, grundlegende Erneuerung unseres gesamten Fahrzeugportfolios innerhalb kürzester Zeit, ist der beste Beweis dafür. Die kommenden Fahrzeuginnovationen stärken unsere Position im Wettbewerb und unsere Ertragskraft. Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten. Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung.”







