Die Produktion in den USA ist für die BMW Group schon immer ein großer Vorteil auf dem US-Markt, schließlich ist die Fertigung nah am Absatzmarkt ein wesentlicher Faktor für unterm Strich geringere Logistik- und damit auch Herstellungs-Kosten. Werden die neuesten Zoll-Ankündigungen von US-Präsident Trump Realität, wird sich das BMW Werk Spartanburg aber noch stärker als in der Vergangenheit bemerkbar machen – und das auch im Wettstreit mit der deutschen Premium-Konkurrenz von Mercedes und Audi.
Wie ‘Autopapst’ Ferdinand Dudenhöffer am Wochenende betonte, treffen die neuen US-Zölle nur jene Autobauer, die nicht in den USA produzieren. BMW und Mercedes seien deshalb genau wie Volkswagen wesentlich besser geschützt als Autobauer wie Audi oder Porsche, die bisher keine eigene US-Produktion haben. Allerdings gibt es auch zwischen BMW und Mercedes große Unterschiede, denn die Zahl der in den USA produzierten Baureihen und damit auch die Relevanz für den Gesamt-Absatz unterscheidet sich erheblich.

Betrachten wir den US-Markt im 1. Quartal 2026, entfallen ziemlich genau zwei Drittel des BMW-Absatzes auf die X-Baureihen. Noch wichtiger aber: Da mit Ausnahme von X1, X2 und iX alle X-Modelle im Werk Spartanburg gebaut werden, entfallen auch 55 Prozent des US-Absatzes auf US-Produktion und unterliegen damit keinen Importzöllen. Im Mercedes-Werk Tuscaloosa werden hingegen “nur” die großen SUV-Baureihen GLE und GLS sowie deren Elektro-Ableger EQE und EQS SUV gebaut. Im Vergleich mit BMW fehlt hier insbesondere das Mittelklasse-SUV GLC, während X3 und X4 in Spartanburg gebaut werden. Auch wenn Mercedes keine exakten Zahlen veröffentlicht liegt auf der Hand, dass der Anteil der Produktion vor Ort spürbar kleiner ist.
Naheliegend ist, dass die deutschen Autobauer versuchen werden, einen Teil der Import-Zölle in Form von höheren Preisen auf die Kundschaft umzulegen. So wären zwar die Auswirkungen auf die Marge geringer, allerdings auch die Position im Wettbewerb mit der Konkurrenz deutlich schlechter – zumindest dann, wenn ein Wettbewerber wie BMW dank größerer US-Produktion erheblich mehr Spielraum als beispielsweise Mercedes oder Audi besitzt.
Neben der Bedeutung zur Vermeidung von US-Zöllen spielt das Werk Spartanburg auch für andere Märkte der BMW Group eine wichtige Rolle: Die Fertigung von X3, X4, X5, X6, X7 und XM führt dazu, dass BMW seit Jahren der wertmäßig größte Automobil-Exporteur der USA ist und dabei auch die amerikanischen Marken klar hinter sich lässt.
