Kunststoff-Teile sind fester Bestandteil jeder modernen Auto-Karosserie, schon mit Blick auf das Gewicht wurde Metall vielerorts abgelöst. Eine der damit verbundenen Herausforderungen ist allerdings die Lackierung, schließlich soll die Farbe des Fahrzeugs trotz ganz unterschiedlicher Materialien überall möglichst identisch wirken. Kein Wunder also, dass der Qualität der Lackierung in jedem Automobilwerk besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird – doch auch hier sorgen die verschiedenen Untergründe für jeweils eigene Herausforderungen.
So war es bisher nicht möglich, die Lackschichtdicke auf Kunststoffteilen im laufenden Produktionsprozess zerstörungsfrei zu überprüfen. Im BMW Werk Leipzig kommt nun das Irys-System von das-Nano zum Einsatz, das genau diese Lücke schließt: Die Terahertz-Messtechnik erlaubt eine berührungslose und zerstörungsfreie Messung der Dicke mehrschichtiger Lacke in Echtzeit, sodass die Qualität der Lackierung auf Kunststoff-Teilen der Karosserie jederzeit überwacht werden kann. Sollten sich unerwartete Probleme zeigen, kann sofort reagiert werden.

Die Terahertz-Sensorik wird per Roboter exakt über dem jeweiligen Bauteil platziert und erlaubt innerhalb von Sekunden eine auf den Mikrometer genaue Messung der Lackschichtdicken. Dank der neuen Messtechnik entfällt ein zeitaufwändiger und mit Handarbeit verbundener Schritt der Qualitätssicherung: Bisher konnten nur ausgewählte Kunststoff-Bauteile überprüft werden, indem ihre Lackierung per Skalpell-Schnitt zerstört und im Anschluss unter dem Mikroskop untersucht wurde. Dieses Vorgehen erzeugte nicht nur Ausschuss, aufgrund des Zeitbedarfs war auch die Reaktion auf mögliche Abweichungen bei der Lackierqualität nur zeitverzögert möglich.
Die ersten Fotos zeigen die Prüfung von Teilen in Fire Red, für alle weiteren Farben wird die Technik nach und nach befähigt. Schon jetzt ist klar, dass das im Leipziger TEK-Bereich getestete Verfahren (Technologie Exterieur Komponenten) auch für andere Werke der BMW Group relevant sein wird: Sobald alle Tests erfolgreich abgeschlossen wurden, dürfte auch die Einführung an anderen Standorten konkret geplant und vorbereitet werden.
Christoph Theiselmann (Leiter der Technologie Exterieur Komponenten Leipzig): “Mit der Terahertz‑Messtechnik ersetzen wir ein aufwendiges, manuelles Prüfverfahren durch eine vollständig automatisierte Lösung und heben die Qualitätssicherung auf ein neues Niveau.
Die Kombination aus höherer Messgenauigkeit, direkter Prozessintegration und vollständiger Digitalisierung bringt spürbare Vorteile über die gesamte Produktionskette hinweg. Das zahlt gleichermaßen auf Qualität, Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz ein.”








