Eines der exklusivsten Cabriolets der Welt legt den Grundstein für die kürzlich angekündigte Rolls-Royce Coachbuild Collection: Mit dem Project Nightingale realisiert die BMW-Tochter aus Goodwood ein offenes Elektroauto mit einzigartigem Design, von dem lediglich 100 Exemplare gebaut werden sollen. Doch bis zur Auslieferung ist noch einige Geduld gefragt, denn die ersten Rolls-Royce Nightingale sollen nicht vor 2028 in Kundenhand übergeben werden. Unter der exklusiven Außenhaut steckt natürlich die Rolls-Royce Architecture of Luxury, aber trotz langer Motorhaube kein V12-Triebwerk: Die Nachtigall setzt auf einen lautlosen Elektroantrieb und wird damit zur bisher ausgesprochen seltenen Gruppe der Elektro-Cabrios zählen.

Auf die Angabe technischer Daten verzichtet Rolls-Royce zum gegenwärtigen Zeitpunkt beinahe vollständig, nur die imposante Länge von 5,76 Meter wird schon jetzt enthüllt. Die Nachtigall ist damit alles andere als zierlich, überragt das Spectre Coupé um rund 30 Zentimeter und spielt bei den Abmessungen eher auf dem Level der Phantom Limousine. Den Elektroantrieb dürfte sich das Project Nightingale mit dem Rolls-Royce Spectre teilen, möglicherweise kommen aber auch schon Teile der preisgekrönten BMW eDrive Gen6 zum Einsatz.

Für die meisten Kunden dürften die exklusiven und extrem hochwertigen Details des Rolls-Royce Nightingale allerdings die wichtigere Rolle spielen als ein paar Prozentpunkte bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit. Die eigenständige Front mit großem Portalgrill und extrem schmalen, senkrecht stehenden Scheinwerfern spielt dafür eine ebenso wichtige Rolle wie das Heckdesign, mit seinen scheinbar direkt aus der Coachline hervorgehenden und ebenfalls filigran gezeichneten Rückleuchten.

Zu den Highlights im Innenraum zählen die 10.500 einzeln platzierten und dynamisch angesteuerten Lichtpunkte unterschiedlicher Größe, die den Gesang der Nachtigall visualisieren und auch optisch auf die akustischen Besonderheiten eines Elektro-Cabriolets aufmerksam machen sollen: In keinem anderen Automobil lassen sich die Töne der Natur so unmittelbar erleben wie in einem offenen Fahrzeug, dessen Antrieb praktisch geräuschlos arbeitet und das zudem auf ein absolutes Minimum an Windgeräuschen getrimmt wurde.

Klar ist auch, dass es neben Gemeinsamkeiten wie der Lichtinszenierung auch jede Menge Raum für Individualisierung geben wird: Keines der 100 Exemplare dürfte einen exakten Zwilling haben, stattdessen dürften die allermeisten der zahlungskräftigen Kunden ihrem Fahrzeug einen sehr individuellen Touch mitgeben und ihren Nightingale damit de facto zum Unikat machen. Welche Ideen dabei aufgekommen sind und schließlich auch realisiert werden konnten, dürften die nächsten Jahre zumindest in Form des einen oder anderen Beispiels zeigen.

Als gedankliche Inspiration und historisches Vorbild diente den Designern und Entwicklern der Rolls-Royce 17EX aus dem Jahr 1928, der schon vor fast 100 Jahren eine Geschwindigkeit von über 90 Meilen oder 145 Kilometern pro Stunde erreichte:

Einblicke in die physische Entstehung des Designs liefern uns die folgenden Fotos vom Clay-Modell des Luxus-Cabrios: