Handelsblatt: BMW-Chef Krüger plant Elektro-Angriff auf Tesla

BMW i, News | 12.09.2016 von 9

BMW-Chef Harald Krüger plant laut Handelsblatt einen umfassenden Strategie-Wechsel und will mit einer Serie neuer Produkte Tesla ins Visier nehmen. In erster Linie geht es …

BMW-Chef Harald Krüger plant laut Handelsblatt einen umfassenden Strategie-Wechsel und will mit einer Serie neuer Produkte Tesla ins Visier nehmen. In erster Linie geht es dabei um eine Elektrifizierung von wichtigen Baureihen wie dem BMW 3er, die bisher nicht mit Elektroantrieb angeboten werden. Ähnliche Gerüchte gab es bereits vor einigen Wochen, schon damals haben wir auf die damit verbundenen Technik- und Packaging-Probleme eines Elektro-3ers hingewiesen.

Das Handelsblatt beruft sich in seinem Bericht auf nicht näher benannte Konzernkreise und will erfahren haben, dass Krüger seine neue Strategie schon Ende September dem Aufsichtsrat präsentieren möchte. In der öffentlichen Wahrnehmung hat der BMW-Elan in Sachen Elektromobilität zuletzt nachgelassen, denn seit dem Marktstart des BMW i3 im Jahr 2013 haben die Münchner kein neues Elektroauto vorgestellt oder auch nur konkret angekündigt.

BMW-eDrive-Elektroauto-Strategie-03

Zwar wurde die Flotte von BMW eDrive-Modellen mit Plug-in-Hybrid-Antrieb deutlich ausgebaut und umfasst mittlerweile Angebote in fast allen Fahrzeugklassen, bei reinen Elektroautos bleibt der i3 aber weiterhin das einzige Angebot. Das Reichweiten-Update 2016 mit leistungsfähigerem Akku sorgte zwar für eine deutlich gesteigerte Nachfrage, als neues Modell wird die Modellpflege aber naturgemäß nicht wahrgenommen. Die einzige konkrete Ankündigung für ein weiteres Elektroauto ist bisher der BMW iNext, der 2020 auf den Markt kommen soll und dann auch i5 heißen könnte.

Sollte BMW nun tatsächlich das Angebot klassischer Baureihen mit reinem Elektroantrieb in Erwägung ziehen, könnte sich die Aufstellung in vergleichsweise kurzer Zeit dramatisch verändern. Allerdings ist das Angebot eines BMW 3er mit Elektroantrieb in der Praxis weniger leicht zu realisieren als in der Theorie, schließlich haben die unterschiedlichen Antriebskonzepte sehr verschiedene Anforderungen an ein optimales Fahrzeug-Layout.

Für welchen Weg sich BMW-Chef Krüger und der Aufsichtsrat in den nächsten Monaten entscheiden, bleibt daher eine spannende Frage – auch für die Wettbewerber aus Wolfsburg und Stuttgart, die für die nächsten Jahre einen massiven Ausbau ihrer Elektroauto-Palette angekündigt haben. Vor diesem Hintergrund wäre auch der mögliche Strategiewechsel bei BMW nicht nur als Angriff auf Tesla zu verstehen, sondern natürlich auch als Reaktion auf die Pläne der Wettbewerber. Aus Münchner Sicht wäre es fatal, wenn man in der öffentlichen Wahrnehmung künftig nicht mehr in der ersten Reihe der Elektromobilität spielen würde.

BMW-eDrive-Elektroauto-Strategie-01

9 responses to “Handelsblatt: BMW-Chef Krüger plant Elektro-Angriff auf Tesla”

  1. DoNuT says:

    Man hört einfach zu viele verschiedene Signale. Warum sollte BMW die i-Submarke aufbauen und dann die Kernmodelle verwässern, bevor man BMW i wirklich zu Ende gedacht hat? Ich, denke ein Van oder eine Großraumlimousine mit Elektroantrieb und Carbon-Core schreit geradezu nach Realisierung.

    Geht dem Vorstand das Muffensausen und man will mit Gewalt ein Elektromodell für den Massenmarkt rausdrücken? Ein suboptimaler 3er wird nicht genügen, um mit der Faszination eines Model E mitzuhalten – vorausgesetzt, Tesla stemmt das Projekt wirklich in den zu erwartenden Stückzahlen.

    Ein “i5” mit etwas gemäßigterem Design (aber dennoch Designelementen von i3/i8) würde sicher mehr “in die Marke einzahlen” (wie Georg Kacher so gern sagt) als ein hingeschluderter 3/5er mit schlechtem Packaging.

    Man sollte jetzt nicht in Torschlusspanik verfallen, denn einfach eine Elektroauto anzubieten, wird ohnehin nicht genug sein – es muss ein auf irgendeine Art und Weise überzeugendes Produkt sein. Das wird man mit der Vereinigung von konzeptionellen Nachteilen beider Welten nicht hinkriegen….

  2. JohnVI says:

    Ich will nicht sagen ich habs gesagt, aber ich habs gesagt 😉 Der nächste 3er wird auch rein elektrisch kommen! Der einzig vernünftige Schritt, wenn man von Tesla nicht völlig abgehängt werden will. Ein ähnliches Paket wie beim Tesla 3 und das wird ein Erfolg!

    • M54B25 says:

      Soweit ich informiert bin, wird der Tesla 3 erst frühestens 2018 auf den Markt kommen – laut dem derzeitigen Ankündigungs-Nordamerika-Meister Elon M.

      Was ist denn derzeit zu dessen E-Konfiguration, Fahrerlebnis und Handlingseigenschaften verläßlich bekannt, dass BMW dort bereits eine imaginäre Latte von Dir vorgelegt wird?

      • JohnVI says:

        Naja, die wichtigen Eckdaten Preis, Reichweite und Fahrleistungen kennen wir ja. Daran kann man sich ja orientieren. Bislang hat Tesla beim Thema Fahreigenschaften ja auch eher nicht enttäuscht.

        Ich bin mal gespannt ob Tesla den Termin 2018 hält. Ich glaube noch nicht so dran. Aber wenn der Model 3 so einschlägt, wie die Vorbestellungen vermuten lassen, dann hat BMW in den USA ein großes Problem. Dann hat man das Image der alten rückständigen Hersteller und wird aus der Ecke schwer wieder rauskommen. Wohlmöglich kommen Apple und Google dann auch noch mit irgendwas hinterher…

        Meiner Meinung nach hat man es mit BMW i völlig vermasselt. Erst super gestartet, aber jetzt fehlt ein Modell, dass im Massenmarkt funktioniert. Der i5 müsste als elektrisches 3er oder 5er Pendent kommen, um den Businessmarkt zu bedienen und nicht erst ab 2020.
        Ein E-3er könnte die einzig noch praktikable Lösung sein. Die Probleme mit dem Packaging halte ich nicht für so problematisch und mit Glück kann man den kurz nach dem Model 3 auf den Markt bringen und die Welle mitreiten.

        • M54B25 says:

          Ich will wirklich keine Diskussion zum Thema Tesla und Fahreigenschaften vom Zaun brechen, aber sowohl Model S als auch Model X bringen mehr als 2,2 Tonnen z.T. sogar 2,4 Tonnen auf die Waage. Ganz offen – da erübrigt sich jegliche Diskussion um Fahreigenschaften. Und natürlich ergänze ich fairerweise, dass dies auch für die X5 und X6 sowie deren M-Derivate zutrifft.

          Lustigerweise hat ja kurz nach dem Beginn der Diskussion eine Änderung der BMW-Strategie die Runde gemacht infolge dessen ein Modell in 3er Größe (so formuliere ich es mal vorsichtig) als BEV auf den Markt gebracht werden soll. Analog zu Deinen Vermutungen gehe ich mal aus, dass Tesla 2018 nur mit einer Handvoll Modelle den Start vollziehen kann und sich dadurch BMW und Tesla ab 2020 ernsthaft als Konkurrenten gegenüberstehen werden. DAS wiederum ist das Gute am Umbruch durch die E-Fahrzeuge – neue Wettbewerber zwingen die alten Platzhirsche, wie BMW, zu Änderungen im Denken und Handeln. Hat man sich ja jahrelang fast nur auf die Optimierung der Grundtugenden beschränkt (Fahrwerkstechnik, Motorenupdates, Mediaintegration), wird der jetzige neue Wettlauf um die zukünftigen Kunden und Märkte dem Verbraucher gut tun. Ein richtiger BEV 3er mit 500km Reichweite bei 1,6T Gewicht wäre eine ernsthafte Option für die heimische Garage…

        • testkunde says:

          Sehe ich ähnlich, die “Submarke i” wird für BMW immer mehr zum Rohrkrepierer, und der stetige Abschwung am US-Markt mit spürbar sinkenden Neuzulassungen wird für BMW wohl ungebremst weiter gehen.

          Wenn jetzt noch in Kürze der vergleichsweise geräumige e-Opel Bolt mit > 500 km Reichweite zu den Händlern rollt, kann der ohnehin schon überteuerte i3 einpacken – wer kauft dann noch diesen Blender ?

          Noch ein allgemeiner Hinweis:

          Da ich von der Option “User sperren” bei DISQUS Gebrauch gemacht habe, weiß ich zwar um wen es sich handelt, der hier zwei Kommentare (Stand per 15.9.16. 15:44 Uhr) gepostet hat, aber ich kann wunschgemäß diese Kommentare NICHT mehr lesen !!!

          Es erscheint grundsätzlich bei jeder Anmeldung auf meinem Profil der Vermerk:
          “Dieser Benutzer ist gesperrt”

          Nochmals besten Dank an DISQUS für diese sinnvolle Option :-)))

  3. timbo76 says:

    BMW hat mit dem BMW i3 und i8 einen guten Ansatz verfolgt
    und gezeigt wie umweltfreundlich eine Produktion sein kann. Leider ist die
    Reichweite gerade beim i3 unterirdisch. 🙁

    Man hätte hier auch ein höheres Fahrzeuggewicht in Kauf nehmen müssen und dafür
    eben doppelt, oder dreifach so viele Akkupakete an Bord nehmen müssen. Die
    Elektromobilität ist aktuell eben sehr schwer und bei den Tesla’s kümmert das
    auch niemanden. Eine Argumentation von BMW hätte dann ja auch so sein können,
    dass die i-Modelle weniger (Quer)dynamisch sein müssen, als die Verbrenner,
    denn hier geht es eher um verbrauchsoptimiertes Fahren, als auf der Rennstrecke
    schnell sein zu müssen.
    Also von mir aus her mit einem “normalen” 3er umgerüstet zum Elektroauto mit einer Reichweite von “echten” 400 bis 500 Kilometern. Ich denke der würde schon seine Käufer finden.

    • Quer says:

      Laut ZDF Text hat BMW 2016 von denn alternativen Antrieben schon mehr verkauft als 2015. Somit hat es sich wieder mal bestätigt das sie auf Hybrid bei allen Modellen gesetzt haben.

      Da du Tesla ansprichst, für denn Preis kann ich mir sogar drei i3 kaufen, wenn du beim i3 den stärkeren Akku nimmt kannst bestimmt fast 300 km fahren und das reicht für einen Kurttripp in den Urlaub.

      • timbo76 says:

        Das lustige ist ja, die Leute kaufen den Tesla! Obwohl er das dreifache eines i3 kostet und das hier in Deutschland wo die Ladeinfrastruktur ähnlich bescheiden ist wie die Reichweite eines i3. Wenn dann jetzt noch ein BMW Emblem vorne drauf ist, die Materialqualität im Innenraum stimmt und man mit dem Wagen auch über längere Zeit schnell fahren kann ohne zu überhitzen und somit 2/3 der Leistung zu verlieren, na dann sollte es doch auch für BMW funktionieren.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Find us on Facebook

BMW M4 DTM auf der Nordschleife
[Anzeige] Wer kann da schon cool bleiben? Bei der Shell Helix Heartbeat Challenge kommen die Teilnehmer an ihre Grenzen!
Tipp senden