Neuausrichtung?! BMW i war immer mehr als Elektromobilität!

BMW i | 8.06.2016 von 1
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Für viel Aufregung sorgte in den letzten Tagen eine angebliche Neuausrichtung von BMW i. “Das ist natürlich Quatsch” – meint unser Kollege Thomas Gigold.

Für viel Aufregung sorgte in den letzten Tagen eine angebliche Neuausrichtung von BMW i. Die Nachricht, dass man unter dem Dach der Submarke neben Elektromobilität auch andere Aspekte der automobilen Zukunft entwickelt, kam offenbar für so manchen Beobachter völlig überraschend. Unser geschätzter Freund und Kollege Thomas Gigold von autokarma.de hat alles zusammengefasst, was es zur vermeintlichen Neuausrichtung zu sagen gibt:

“BMW baut seine mit Milliardenaufwand gestartete Elektroauto-Tochter BMW i radikal um.”, meldet die Agentur Reuters und beruft sich dabei auf ein Interview mit BMW-Mann Klaus Fröhlich. Der Entwicklungsvorstand erzählt: “Organisatorisch haben wir uns in der Entwicklung anders aufgestellt. Wir haben einen Bereich namens Project i next, der sich mit der Befähigung zum vollautonomen Fahren beschäftigt.” Diese Veränderung habe im April stattgefunden, wenige Tage nachdem BMW Vorstandschef Harald Krüger das nächste i-Fahrzeug namens BMW i NEXT ankündigte.

Die Meldung von Reuters – und auch die darauf basierenden Meldungen von AutoBILD und Co. – lesen sich, als würde BMW die Investitionen in BMW i nun abschreiben und erkläre das Projekt Elektromobilität für gescheitert. Das ist natürlich Quatsch. Denn tatsächlich richtet man BMW i nicht neu aus, sondern geht den nächsten Schritt.

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BMW i war noch nie ein Projekt “nur” zur Elektromobilität

Jeder, der jetzt den entsprechenden Anschein erweckt, in München würde man sich von den Elektro-Zielen verabschieden, hat die ganze Sub-Marke nie verstanden. Denn das “i” steht nicht für “ilektromobil”, sondern für “Idee” und “Innovation”.

BMW i stand von Anfang an dafür, mobile Konzepte in neue Sphären zu treiben. Neben dem Elektroantrieb nutzte man die Entwicklung der beiden aktuellen i-Modelle schon immer für viel mehr. Das beweist nicht allein die intensive Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Carbon, von dem beispielsweise die neue BMW 7er Reihe mit ihrem Carbon Core massiv profitiert. Das beweisen auch Projekte wie die Car-Sharing-Dienste DriveNow und ReachNow, welche der Business-Unit “BMW i Mobility Services” unterstellt sind. Auch das Start-Up Förderprogramm BMW i Ventures trägt nicht ohne Grund das “i” im Namen.

BMW i war von Anfang an mehr als “nur Elektromobilität”. Mit den beiden elektrifizierten Antrieben der i-Modelle fing BMW zu einem Zeitpunkt an, als das Thema an Geschwindigkeit zunahm. Der i8 ist ein konsequent gedachter Plug-in Sportler. Der i3 das wohl am meisten gedachte Elektroauto auf dem Markt – inklusive einer Software, die von Anfang an Mobilität auch außerhalb des Autos dachte und mobile Infrastruktur in die Wegplanung einbezieht. Der nächste Schritt ist schlichtweg die nächste Konsequenz aus den aktuellen Entwicklungen: Ein autonomes Fahrzeug, dass mehr bietet als nur neue Technologie in altem Stahl.
Nicht umsonst machte BMW bei der Vorstellung des BMW VISION NEXT 100 – dem Concept Car, welches man sich zum 100-jährigen Geburtstag schenkte – kein Aufhebens um den Motor, sondern die Technologie.

Bei BMW i können sie ohne den Ballast der BMW Alt-Fans frei denken und Ideen formulieren. Bei einem rein autonomen Fahrzeug unter der Kernmarke BMW würden 2021 alle fragen: “Wo bleibt die markentypische Fahrfreude?”. Bei BMW i müssen sie dieses Versprechen nicht einlösen, oder es sich vorhalten lassen.

Das “M” in BMW steht noch immer für “Motor”, wandelt sich aber immer mehr zum “Mobilitäts” – Bayerische Mobilitäts Werke. Das unterstreicht auch der eigene Anspruch: BMW will nicht mehr nur der führende Premiumhersteller sein. Die Strategie des Unternehmens formuliert sich in einem Satz: “Wir gestalten die INDIVIDUELLE PREMIUM-MOBILITÄT von morgen.” – kein Wort von “Auto” oder “Elektromobilität”!

Die Elektromobilität wandert unterdessen von BMW i hin zur Kernmarke, als alltägliche Technologie. Die Hybridisierung von Modellen in das Label iPerformance machen dies schon heute sichtbar. Auch, wenn ein rein elektrischer BMW 3er wohl noch einige Jahre auf sich warten lassen dürfte; den Hardcore-Fans der Marke muss man den Wandel zum Strom oder Wasserstoff langsam näher bringen.

Wer BMW i aber nur als Elektromobilitäts-Marke sieht, wird der Marke seit Beginn nicht gerecht und offenbart, wie kurz die eigene Sicht auf die Dinge ist.

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