BMW Vision Next 100: Fullsize-HUD mit Augmented Reality

Concept Cars, Videos | 8.03.2016 von 16
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Augmented Reality kann in den nächsten Jahren zur Normalität für Autofahrer werden. Die Studie BMW Vision Next 100 zeigt bereits, wohin die Reise geht.

Mit dem BMW Vision Next 100 wollen die Münchner nicht nur in die Zukunft schauen, sie wollen diese auch selbst gestalten. Während manche Aspekte des Showcars noch mehrere Jahrzehnte entfernt sein dürften, könnten andere deutlich früher Realität werden. In die letztgenannte Kategorie fällt das sogenannte Fullsize-HUD, bei dem das Head-Up-Display auf die gesamte Fläche der Frontscheibe ausgeweitet wird.

Sowohl Fahrer als auch Beifahrer können so von den ins Blickfeld projizierten Informationen profitieren und müssen nicht länger auf klassische Displays schauen. Das extrem reduzierte Armaturenbrett kann auch deshalb so aufgeräumt gestaltet sein, weil dank des Fullsize-HUD komplett auf klassische Anzeige-Elemente wie Rundinstrumente oder Infotainment-Displays verzichtet werden kann.

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BMW Vision Next 100: Augmented Reality im Fullsize-HUD

Die Oberfläche des Dashboards ist allerdings nicht ungenutzt, sondern kann mit ihrer Oberfläche auf Gefahren hinweisen und die Aufmerksamkeit des Fahrers erhöhen. Wenn sich die roten Dreiecke aus dem Dashboard erheben, wird der Fahrer intuitiv verständlich auf eine Gefahr hingewiesen und kann entsprechend reagieren, wenn er das Fahrzeug gerade selbst steuert.

Mit Hilfe des Fullsize-HUD könnte auch die Augmented Reality zu einer Tatsache werden. Hierbei werden Informationen und Hinweise so im Blickfeld platziert, dass sie die Realität ergänzen und beispielsweise auf Dinge hinweisen können, die sich mit bloßem Auge nicht erkennen lassen. Im Video ist zu sehen, wie ein unvorsichtiger Radfahrer vom Fahrzeug erkannt wird und im Anschluss per Augmented Reality virtuell in das eigentliche Sichtfeld eingespielt wird, um den Fahrer auf die drohende Gefahr hinzuweisen.

Natürlich unterstützt die Augmented Reality auch abseits von Gefahrensituationen und kann beispielsweise Informationen zu Gebäuden am Straßenrand anbieten, die dann per Geste ausgeklappt oder vorgelesen werden. So können Städtetrips deutlich informativer werden. Die Möglichkeiten zur Nutzung der Technik sind hiermit allerdings nur angerissen, für einen späteren Serieneinsatz lassen sich hunderte weitere Szenarien von der Speisekarte eines Restaurants bis hin zu Hinweisen auf Freunde in der Gegend entwerfen.

  • gigaset

    Woher kenne ich das Design gleich… ahja iRobot… sieht beinahe aus wie ein RSQ mit vier Türen. Hoffen wir, dass diese abgespaceden Showcars nur Showcars bleiben. Schön finde ich das, anno 2016, nämlich nicht. Auch dieses Bedienkonzept… k.A. was die Hersteller immer mit ihren halben Lenkrädern wollen. Das Ding ist schließlich kein Learjet, sondern ist und bleibt ein Auto.

    Und für das HUD müssen die Autobauer auch gleich einen neuen Fahrer erfinden (jaja soll autonom fahren… blabla, wers glaubt). Denn wenn ich in den aktuellen Straßenverkehr blicke, sind 95% schon mit ihren Anklebenavis heillos überfordert. Nicht auszudenken, wenn da ein HUD über die Ganze Scheibe geht. Nicht umsonst heißt es, dass ein Autofahrer im Normalfall mehr Stress ausgesetzt ist, als ein Jetpilot. Das HUD wird diesen Umstand eher noch verstärken.

    Liebes BMW Team… konzentriert euch lieber auf die nächsten 10 Jahre. In den 70ern hieß es schließlich auch, dass 2020 die Autos fliegen und wohl kein Benzin mehr verbrauchen sondern irgendwas anderes… Die Gegenwart, knapp 50 Jahre später, belehrt uns aber eines besseren.

    • El Barto

      „Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht
      überschreiten – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren.“ Das sagte Gottlieb Daimler. Und Helmut Schmidt meinte mal, dass man mit Visionen besser zum Arzt gehen sollte.

      Allerdings, so ganz ohne Visionen stellt sich eben auch kein Fortschritt ein. Dabei schießt die eine oder andere Idee natürlich auch mal über das Ziel hinaus oder wird durch andere Entwicklungen überholt. Wie sich das Auto als Transportmittel weiterentwickelt und noch verändern wird, welche Antriebe es künftig gibt, wie sich die Vernetzung im und um das Fahrzeug gestaltet, was in der Sicherheitstechnik noch machbar ist, wie der ständig zunehmende Individualverkehr gehandhabt werden kann, das sind spannende Fragen, die sich teilweise auch überschneiden.

      BMW hat mt dieser Studie eigenlich schon recht gut den Kontext seines Geburtstagsthemas getroffen, auch wenn der eine oder andere etwas enttäuscht ist, dass es nichts “Handfesteres” zum Jubiliäum gab. Was davon hinterher realisiert wird oder über welche Ideen wir in 20 Jahren lächeln werden, das wird die Zukunft zeigen. Schließlich hat sich auch Karl Benz geirrt, als er vor fast 100 Jahren meinte: „Das Auto ist fertig entwickelt. Was kann noch kommen?”

  • Fagballs

    Augmented Reality finde ich ja super und Auto fahren war auch so ziemlich meine erste Idee, als ich das erste mal HoloLens von Microsoft gesehen habe. Nur wenn man das schon macht, dann sollte es vielleicht wirklich eine Datenbrille für den Fahrer sein. Vorteil davon wären:
    – Das Bild wäre auf den Fahrer ausgerichtet und müsste nicht kompliziert auf seine Augenposition justiert werden.
    – Die Projektionsfläche wäre nicht auf die vordere Scheibe beschränkt, eine Datenbrille könnte auch Dinge anbieten wie “durchsichtige Motorhaube/ A/B/C/D-Säulen”

    Grundsätzlich aber hätte ich schon so viele Ideen für AR Anwendungen im Auto, da ist eher das Problem, das mancher mit der Flut an Informationen überfordert wäre und eventuell die selbtfahrenden Autos fertig sind bevor die AR Anwendungen visualisieren, was das autonome Fahrzeug für seine Entscheidungen selber an Informationen verwendet.

    Wäre auch die Frage, wenn das Auto schon die Intelligenz hat, beispielsweise einen Fußgänger im Dunklen als solchen zu erkennen, warum sollte es sich die Mühe machen, mir das groß zu visualisieren, wenn es auch einfach ausweichen oder bremsen könnte bzw. meine Entscheidung, denjenigen zu überfahren, einfach überschreibt.

    Aber für Navigation fände ich AR megagut, wenn einfach auf die Straße “projiziert” wird, welche Spur ich nehmen muss, ob ich zu schnell fahre, etc.

    • der_ardt

      ich hätte keine Lust im Auto eine Brille tragen zu müssen, daher fände ich die Lösung auf der Scheibe schon besser. Die Gesichtserkennung wird dann sicher schon so schnell sein, dass man kaum Verzögerungen spürt bei der Positionierung von Warnungen etc..
      Viel spannender in dem Zusammenhang fände ich es, wenn einem das Auto anhand von GPS und Internet verrät wie lange die kommende Ampel noch grün bzw. rot ist.

      • Fagballs

        Beispielsweise der New Nintendo 3DS zeigt auf sehr banaler Ebene, dass die Ausrichtung auf ein paar Augen sehr gut und ohne merkliche Latenz funktioniert, wenngleich diese nur in einer Dimension erfolgt und ein Auto das in drei Dimensionen tun müsste. Da mache ich mir sogar weniger Sorgen, ob das geht.

        Mir gefallen nur bei einer Datenbrille die zusätzliche Fläche, weil die Augmented Reality nicht an der A-Säule aufhört und du hast nicht das “Problem”, dass die Mitfahrer dasselbe Bild wie der Fahrer sehen, aber eben nicht auf sie ausgerichtet, sondern “irgendwo in der Landschaft”. Ist eher so ein Ästhetik-Thema.

        • der_ardt

          was würde denn dagegen sprechen, die A-Säule auch als Bildschirm innen zu tapezieren? Biegsame Displays werden über kurz oder lang auch nicht mehr so exotisch sein und damit wäre die Brille bzw. die größere Displayfläche erreicht ohne, dass der Fahrer eine Brille tragen muss.

          • Fagballs

            Dagegen spricht nichts, zumindest nicht technisch. Aber ich fänd das Quatsch, weil es ewig viel Aufwand ist, Blickwinkel und Shit mit dem Kamerabild zu justieren usw. In meinen Augen wäre die Datenbrille wesentlich einfacher, wobei ich auch verstehen kann, wenn jemand keinen Bock darauf hat.

            • der_ardt

              was für ein Aufwand? Zwei oder drei Kameras im Cockpit bestimmen Position und Ausrichtung des Kopfes bzw. die Position der Augen, der Computer berechnet daraus das jeweils darzustellende Bild. Evtl. lässt sich die Position des Kopfes auch anders bestimmen. Sowas wird es sicher nicht in fünf Jahren geben, aber da waren andere technische Innovationen in der Vergangenheit aufwändiger. Datenbrille wäre natürlich einfacher, aber mal ehrlich: dein gesamtes Sichtfeld hätte dann nur die Auflösung der Brille bzw. deren Kamera, was bei sehr kleinen Objekten und Bewegungen störend ist. Und vor Antritt der Fahrt musst du dir die Brille erstmal aufsetzen. Das ist in meinen Augen schlicht nicht einem Premiumanspruch von BMW etc. würdig und würde, wenn ein Wettbewerber die brillenlose Variante anbietet, auch keinen Marktwert mehr besitzen.

    • El Barto

      “…wenn es auch einfach ausweichen oder bremsen könnte…”

      Grundsätzlich schon, aber was macht das Auto, wenn die Situation komplizierter wird? Es überquert jemand die Straße, links stehen mehrere Personen und rechts gibt es ein massives Hindernis, Bremsen hilft nicht mehr, nur noch ein Ausweichen ist möglich.

      Wie bewertet das Auto in Sekundenbruchteilen die Situation? Nach welchen Kriterien trifft es seine Entscheidung? Nach den Überlebenschancen des Einzelnen, nach der Anzahl der potenziell gefährdeten Personen? Würde das Auto die eigenen Insassen gefährden und in das massive Hindernis fahren, weil das die beste Alternative wäre? Und egal, wie es sich entscheidet, irgendjemand wird über die Entscheidung nicht glücklich sein und der Hersteller darf sich dann mit Horden von Anwälten herumschlagen.

      • Fagballs

        Um dich zu provozieren, könnte ich dir die Lieblingsantwort jedes Polizisten oder Verkehrsrechtler geben: Wenn du mit angemessener Geschwindigkeit unterwegs gewesen wärst, würdest du nicht in diese Notfall Situation kommen. Dann hast du nämlich genug Platz, vor dem massiven Hindernis zum Stillstand zu kommen. Umso mehr, wenn das Auto richtig und sofort bremst, und nicht wie ein Mensch zögert und zögerlich das Bremspedal streichelt. Wenn du nicht rechtzeitig bremsen kannst, bist du zu schnell.

        Klar, wenn einer von der Autobahnbrücke vor dein Auto springt, kann weder die Elektronik noch der Fahrer damit rechnen oder darauf reagieren. Das ist aber ein derartiger Spezialfall, bei dem die Schuldfrage auch direkt geklärt ist, dass man darüber kaum reden muss.

        Aber nach dem, was ich mal gelesen habe, sollen die Autos im Zweifel gegen den Fahrer entscheiden. Das ist eine klare Ansage. Dass bei der Thematik trotz wesentlicher Verbesserung ggü rein menschlichen Fahrern, noch viele Anwälte bemühen wird, speziell in den USA steht außer Frage, denke ich 😉

        • El Barto

          Provozieren? Ach was 😉 Es muss ja nicht gleich jemand von der Brücke hüpfen. Aber ein Kind, das plötzlich zwischen parkenden Fahrzeugen auf die Straße läuft, kann auch bei angepasster Geschwindigkeit problematisch sein. Die Frage ist ja auch, ob das autonom fahrende Auto der Zukunft stur nach gerade geltendem Tempolimit fährt oder potenzielle Gefahrensituationen erkennt (z.B. raufende Kinder auf dem Gehsteig) und die Geschwindigkeit dementsprechend anpasst. Das müsste es dann eigentlich können. Andersherum sollte es nicht an jedem Fußgänger prophylaktisch mit Schrittgeschwindigkeit vorbeischleichen, wenn eigentlich 50 km/h erlaubt sind.

          • Fagballs

            Das wäre mal ein spannender Test: Du stellst dich neben die Straße und spurtest so los, dass du genau vor dem autonomen Auto landen würdest (bzw tust so als ob), dann schaust du, ob die Karre den Anker wirft. Wenn es so ist, hätte man natürlich eine super Technik, um Autofahrer zu verarschen. Man müsste echt mal sehen, wie schnell so ein Auto zum Stehen kommt, oder ob es ausweicht und was es tut, wenn es erkennt, dass beides nicht hilft. Aber ich würde mal sagen, selbst wenn der Wagen nur ein bisschen bremst, würde das den Aufprall deutlich mindern und im Zusammenspiel mit dem Fußgängerschutz vielleicht Leben retten. Oder meinst du der Wagen soll dann, wenn vor ihm ein Kind auf die Straße rennt und auf der entgegen kommenden Spur ein Laster steht, in die parkenden Wagen ausweichen?

            • El Barto

              Gute Frage. Ich nehme an, dass das Auto immer den Blechschaden vorziehen würde, wenn sich ein Personenschaden nicht mehr verhindern ließe, selbst mit geringer Anprallgeschwindigkeit. Vermutlich würden die meisten Menschen in so einem Fall ähnlich reagieren, weil man ja instinktiv keine Person verletzen möchte.

              Aber zumindest gehört so etwas mit autonome(re)n Autos hoffentlich bald komplett der Vergangenheit an:
              http://www.n-tv.de/panorama/Schlaganfall-loest-Unfall-aus-article5163381.html

  • Pingback: Am 8. März 2016 gefunden … | wABss()

  • gigaset

    Anders als bei Datenbrillen daheim, oder bei anderen Geräten die “Virtual Reality” versprechen, sehe ich bei einem Auto immer den großen Nachteil, dass es aktiv am Leben teilnimmt. Sich bewegt und in der Umwelt agiert. Steigt doch heute in ein deutsches Auto. Egal ob Audi, BMW oder Daimler. Die Technik die uns geboten wird ist “schön”, aber nicht frei von Mängeln. Und je mehr Technik ich in ein Auto baue, desto mehr kann und wird auch kaputt gehen. Das hat vor 30 Jahren mit dem Einbau von Komfortelektronik und Stellmotoren angefangen und hat die letzten 20 Jahre mit der weitreichenden Vernetzung von Bordsystemen extreme Außmaße angenommen. Bestes Beispiel ist hier die S-Klasse Typ W140. Ein solides Auto. Gebaut durch findige Ingenieure… ein Trumm an Auto. Und heute? Etwas mehr als 20 Jahre später stellt man fest, dass an elementaren Bauteilen gespart wurde. Ganze Kabelbäume geben den Geist auf. Man betet als Besitzer jeden Tag das nichts kaputt geht. Und so sehe ich das eben auch bei den Autos die heute konzipiert werden. Ich möchte nich wissen, mit welchen Krankheiten ein i3 oder i8 in 20 Jahren zu kämpfen hat – wenn es da überhaupt noch welche auf der Straße gibt. Denn diese HUD und 3D VR Displays etc. sind alle schön und gut… so lange sie funktionieren. Mir kann bei Audi auch niemand sagen, was passiert, wenn ich einen neuen TT mit voll digitalem Kombiinstrument kaufe und das dann, warum auch immer, mitten in der Fahrt den Geist aufgibt. Sei es, weil ein Stecker lose ist, oder weil die Software versagt… die Kiste steht dann faktisch. Ich wiederhole mich gerne: Wird Zeit einen Youngtimer in die Garage zu stellen. Bald gibt es keine “echten” Autos mehr. Wenn ich Playstation spielen will, setze ich mich vor den TV…

    • El Barto

      “Man betet als Besitzer jeden Tag das nichts kaputt geht.”

      Rein aus Neugierde: hast oder hattest du einen 140er? Den Motorkabelbaum musste ich letztes Jahr bei einem 124er 500 E wechseln lassen, die Kosten waren mit knapp 800 EUR noch überschaubar, aber diese Problematik zieht sich ja vom 6 bis zum 12-Zylinder und beim 140er kommen noch die ersten Datenbussysteme hinzu, was ja ganz neue Probleme eröffnen kann. Ansonsten sind die Mercedes jener Zeit bei einem Mindestmaß an Pflege mechanisch wirklich grundsolide (bis auf die Rostproblematik beim Wasserbasislack).

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