Fahrbericht BMW 225e Active Tourer: Der Plug-in-Hybrid-Van

Fahrbericht BMW 225e: Mit Plug-in-Hybrid-Antrieb wird der 2er Active Tourer zum sparsamen Allrad-Van, Dreizylinder und Elektro-Motor arbeiten Hand in Hand

Noch ist die Liste der BMW Plug-in-Hybride ziemlich überschaubar, denn derzeit ist bei uns nur der BMW i8 mit der cleveren Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektromotor samt an der Steckdose aufladbarem Akku erhältlich. Hinzu kommt der BMW 530Le, der allerdings nur in China verkauft wird. Die nächsten Monate versprechen jedoch reichlich Spannung, denn innerhalb des nächsten Jahres wird die PHEV-Palette mit BMW X5 xDrive40e, BMW 330e, BMW 225e Active Tourer und BMW 740e deutlich ausgebaut.

Auf der BMW Teststrecke in Miramas hatten wir nun die Gelegenheit, neben einem Prototypen mit Wasserstoff-Brennstoffzelle und der nächsten Generation der Wassereinspritzung auch den BMW 225e Active Tourer erstmals zu fahren. Was uns dabei aufgefallen ist, klärt der folgende Fahrbericht.

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Fahrbericht BMW 225e Active Tourer: Plug-in-Hybrid-Van

Ein Blick auf das Layout des Antriebsstrang lässt uns unwillkürlich an einen umgekehrten i8 denken, denn beide Plug-in-Hybride nutzen einen quer montierten Dreizylinder an der einen und einen Elektromotor an der anderen Achse. Doch während der Verbrenner im Heck des i8 platziert ist, sitzt der Turbo-Dreizylinder des BMW 2er Active Tourer Hybrid ganz klassisch im Vorderwagen.

Dass er dort sitzt, lässt sich allerdings nicht sofort erleben: Auch nach dem Motorstart herrscht im Innenraum des Vans völlige Ruhe, denn im normalen Fahrbetrieb bleibt der Dreizylinder als stille Reserve in der Hinterhand. Alltägliches Fahren ohne Vollgas-Beschleunigung erledigt der 65 kW (88 PS) leistende Elektromotor an der Hinterachse souverän und leise im Alleingang, seine 165 Newtonmeter sind zum Mitschwimmen im Stadtverkehr völlig ausreichend – und machen den BMW 225e ganz nebenbei zum einzigen Active Tourer, der phasenweise mit BMW-typischem Heckantrieb gefahren werden kann.

Gerade im ständigen Stop-and-Go arbeitet der Elektro-Motor deutlich effizienter als ein Verbrennungsmotor, bis zu 38 Kilometer können rein elektrisch zurückgelegt werden. Wer stärker beschleunigen will, kann den Benziner jederzeit mit einem stärkeren Druck aufs Gaspedal zum Leben erwecken und darf sich dann über 136 zusätzliche PS freuen – die Systemleistung von 165 kW oder 224 PS bringt den Plug-in-Hybrid auf Augenhöhe mit dem 225i, aus dem Stand beschleunigt der 225e bei Bedarf in 6,5 Sekunden auf Landstraßentempo und zeigt dabei selbst einem VW Golf GTI die Rücklichter.

Der von uns gefahrene Erlkönig präsentiert sich bereits erstaunlich ausgereift und weist lediglich mit der stellenweise aufgeklebten Tarnung darauf hin, dass er noch kein Serienfahrzeug ist. Das Zu- und Abschalten des Verbrennungsmotors erfolgt genauso harmonisch wie im BMW i8, störende Geräusche oder unangenehmes Ruckeln im Antriebsstrang sind dem 225e nicht bekannt.

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Wenn es schnell gehen soll und die Annäherung an den Normverbrauch von ca 2,0 Liter auf 100 Kilometer in den Hintergrund rückt, punktet der BMW 225e Active Tourer im Sport-Modus mit unerwarteter Dynamik. Beide Motoren sorgen gemeinsam für satten Vortrieb, Traktionsprobleme sind dank der auf vier Räder verteilten Antriebskraft nicht vorhanden und die Lenkung gibt sich so direkt wie in den konventionell angetriebenen Varianten des BMW 2er Active Tourer.

Weil es aber nicht immer um Dynamik geht, stehen BMW 225e-Fahrern insgesamt nicht weniger als fünf Fahrmodi zur Verfügung: Gestartet wird im Comfort-Modus Auto eDrive, der den Verbrennungsmotor nur bei Bedarf zuschaltet. Im Sport-Modus sind beide Motoren ständig aktiv und auf maximale Performance ausgelegt, gewissermaßen als Gegenstück dient der deutlich zahmer ausgelegte und nach maximaler Effizienz strebende Eco Pro-Modus.

Zwei weitere Modi lassen sich nicht mit dem Fahrerlebnisschalter, sondern mit dem links davon positionierten eDrive-Schalter aktivieren: Wählt der Fahrer Max eDrive, fährt der 225e Active Tourer praktisch rein elektrisch – nur bei einem Kickdown oder wirklich leergefahrenem Akku schaltet sich der Verbrenner hinzu. Soll der Lithium-Ionen-Akku mit einer netto-Kapazität von 5,8 kWh später für rein elektrisches und somit lokal emissionsfreies Fahren genutzt werden, empfiehlt sich der Modus Save Battery zum Halten oder Erhöhen des Ladestands durch verstärkten Einsatz des Ottomotors.

Unterm Strich fährt sich der Plug-in-Hybrid-Prototyp schon heute wie ein Serienauto, auch wenn der Marktstart erst für Anfang 2016 geplant ist. Offiziell enthüllt wird der BMW 225e Active Tourer auf der IAA 2015, dann dürften sich die Münchner auch verbindlich zum Preis äußern.

Von diesem dürfte maßgeblich abhängen, ob der BMW 225e ein Erfolg werden kann – für ein Nischen-Dasein ist das speziell auf Kunden mit einem überwiegend urbanen Fahrprofil ausgelegte Konzept eigentlich viel zu schade. Da dem Wochenend-Ausflug ans Meer oder in die Berge angesichts einer Gesamt-Reichweite von rund 550 Kilometern nichts im Wege steht, verlangt der 225e – anders als rein batterieelektrisch angetriebene Autos – auch in diesem Fall keine Einschränkungen.

25 responses to “Fahrbericht BMW 225e Active Tourer: Der Plug-in-Hybrid-Van”

  1. gkuhn says:

    Gefällt!

  2. M54B25 says:

    Lieber Benny,

    interessanter Artikel, vielleicht aber bitte die BMW-Brille mal beim fein-formulieren kurz putzen:

    1) Ein aktueller Golf GTI V benötigt ebenfalls ziemlich genau 6,5 Sec von 0 auf 100Km/h – da werden sich beide Fahrer bei diesem Geschwindigkeits-Zwischenstand in die Augen schauen können – die Rücklichter wird keiner dem anderen zeigen. Ausgefahren hört beim Golf GTI der Vortrieb bei ca. 250Km/h auf, der hier vorgestellte Tourer dürfte wie ein 218i Tourer F45 mit Mühe die 200er Marke knacken.

    2.) 88 PS und 165Nm als Antriebsquelle für einen BMW-typischem Hinterradantrieb? Ein aktueller 114i mit 102PS und 180Nm ist mit ziemlich vergleichbaren Gewicht zum 2er Tourer ja nun bekanntermaßen kein Quell der beschworenen Fahrfreude. Mitschwimmen ja, aber bekanntlich schwimmt ja alles was genügend Auftrieb (=Hohlkörper) hat von selbst…

    Machen wir uns nichts vor, BMW arbeitet sehr effizient daran die Flottenverbräuche gemäß NEFZ zu drücken und neue Käuferschichten zu erobern (urbanes Fahrprofil?!), die Zeiten der wirklichen Fahrfreude und Souveränität der Münchner Triebwerke gehen damit einher einem klaren Ende entgegen.

    Viel Spaß noch beim Testen! Vielleicht mal als Anregung solche gesponserten Artikel entsprechend zu markieren. Seriöse Autotest vermerken, dass der Wagen, Treibstoff und ggfs. Anfahrt und Unterkunft gestellt bzw. bezuschusst wurden, dann kann der geneigte Leser sich sein Urteil zu Formulierungen wie den o.g. leichter bilden.

    • Benny says:

      Hallo und danke für den Kommentar 🙂

      Zunächst zum Thema “Sponsoring”: Es ist üblich, dass Hersteller zu solchen Terminen die Anreise und Unterbringung finanzieren. Dieser Umstand ist bekannt und wird keineswegs überall immer und unter jedem Beitrag kommuniziert, die Aussage ist so absolut nicht korrekt – oder finden Sie AMS, AB & Co. ebenfalls unseriös? Abgesehen davon findet keinerlei Unterstützung statt, daher ist auch der Begriff Sponsoring unangebracht.

      Zu den Fahrleistungen: Ja, auf 100 ist der Golf auf Augenhöhe, hatte ihn eine Zehntel langsamer im Gedächtnis. Aus dem Stand dürfte der F45 dank Allrad etwas besser loskommen, irgendwann gleicht der Golf das aus und zieht laaangsam vorbei, korrekt. Das Zeigen der Rücklichter bezieht sich ausdrücklich auf die Beschleunigung aus dem Stand, dass der GTI bei sehr hohen Geschwindigkeiten und natürlich auch auf kurvigen Straßen Vorteile hat, liegt doch auf der Hand.

      Der Absatz zum Heckantrieb ist mit einem deutlichen Augenzwinkern geschrieben, dass der Active Tourer kein klassischer BMW ist und sich naturgemäß auch nicht so fährt, war auf dieser Seite glaube ich oft genug zu lesen.

      • M54B25 says:

        Hallo Benny,

        zum Sponsoring nehme ich als Beispiel die Heise-Auto Artikel http://www.heise.de/autos/artikel/Fahrbericht-BMW-220d-Gran-Tourer-xDrive-2616257.html?artikelseite=3 oder http://www.heise.de/autos/artikel/Probefahrt-im-neuen-BMW-X6-M50d-2420338.html?artikelseite=2 . Mit einem am Ende eingefügten Satz “Anreise, Verpflegung und Probefahrt gingen auf Kosten des Herstellers” finde ich das Thema perfekt gelöst.

        Ich lese eure Artikel immer sehr gerne und finde es wichtig Punkte die angreifbar sind immer vorweg klar zu stellen. Klar ist bimmertoday eine Seite für die BMW Community und schön dass ihr bei Vorstellungen und Vortest wie Zeitungen und Fachredaktionen mit eingeladen werdet und uns so einen Informationsvorsprung vermitteln könnt. Dann müssen aber nicht immer heile Welt und Lobeshymnen mitgesungen werden.

        Sehr schön am Bespiel Beschleunigung Golf GTI 7. Die 6,5 Sec stammen vom Performance Modell mit 230PS und 350 Nm Drehmoment. Laut dem in der Bildgalerie dargestellten Daten stehem dem F45 225e 220PS und 385Nm zur Verfügung. Der Golf wiegt laut ams Test (alle folgenden Daten stammen aus ams-Testberichten) bei 1406 kg, ein F45 225i mit 1547 kg. Der 225i braucht 0 auf 180 Km/h 21,3 Sec der Golf für die gleiche Übung 18,9 Sec. Ein F45 218i mit dem gleichen Verbrenner (136 PS und 220Nm) und 1414Kg benötigt schon 37,1 Sec – das ist auch für den F45 225e realistisch, da der E-Motor ab 130 Km/h nicht mehr mitarbeitet und das Gewicht eher beim 225i anzusetzen ist.

        Daher ist rein von den Zahlen her ein solcher Vergleich eher fragwürdig – schön wäre es wenn BMW mal wirklich einen Golf 7 GTI zum Testen daneben stellt. Dann wird aus dem langsam vorbeiziehen ab 120 Km/H ein hektisches davoneilen des Golfs. Aber vermutlich ist das mit dem “urbanen Fahrprofil” gar nicht mehr abgedeckt 🙂 Alleine schon bei dem Wort versteifen sich bei mir sämtliche Triebswerksensoren…

        Schönen Tag noch und viel Spaß beim Fahrprofil profilieren 😉

        • der_ardt says:

          mit dem “urbanen Fahrprofil” lassen sich eben Fahrzeuge, die außer wenig verbrauchen und zügig von der Ampel spriten nichts können, gut als erstrebenswert darstellen. (ich mag diese Ausrichtung ebenso wenig wie du)

      • John Rambo says:

        genau…dass der 2er AT eigentlich schrott ist, wissen wir alle, aber mit ein bisschen augenzwinkern wird ein richtiger racer daraus und darum geht es oftmals bei BT: um die verblödung der noch neutralen leser. weiter so!

        • Benny says:

          Zumindest den Kunden ist klar, dass es in der Fahrzeugklasse des BMW 2er Active Tourer primär um andere Dinge als Rundenzeiten und Heckantrieb geht und ein “urbanes Fahrprofil” nichts anderes als der Durchschnitt der ganz normalen Nutzung in Kundenhand ist. Das muss man nicht mögen, die Ausrichtung von Fahrzeugen auf die Bedürfnisse der Kunden einer bestimmten Fahrzeugklasse aber als Verblödung zu bezeichnen greift auch ein wenig kurz, oder?

          • M54B25 says:

            “Verblödung” ist denke ich die harte Variante von Irreführung.

            Wie oben an der Diskussion Golf GTI 7 zu sehen, hast Du Benny im Artikel den Vergleich angeführt, um dann hier unten zurückzurudern und zu sagen, dass den potenziellen Kunden das ja klar ist, dass es nicht um Rundenzeiten bei diesem Wagen geht !?!

            Für wen war also der Artikel?

            *** Für potenzielle Kunden ***
            – Die sind schon mit den angegebenen Verlgeichen und Angaben irregeführt worden, denn die Zahlen und auch in der Bildgalerie dargestellten Präsentationen belegen, dass es Marketing-Speech vom Feinsten ist, der sich halt in der Begrifflichkeit “urbanes Fahrprofil” wiederspiegelt.
            – Einfach mal die Abbildung des Strecken- und Fahrprofils kurz analysiert: komplett konstruiert und an der Realität vorbei (ein (!) massives Gefälle, Geschwindigkeitsbegrenzungen mal so, mal so, zufällig kurze Strecken aber ein ganz hoher Anteil e-Fahrt).

            – Dann die Einordnung des 225e im Vergleich zu den anderen 2er AT Varianten: Leistung knapp unter 225i, Verbrauch wesentlich weniger als 218d ?!? In Bezug auf die Gesamtbilanz (Anschaffungspreis, Unterhalt, Verbrauch) der angenommen Strecke sollte aus meiner Erfahrung (118d N47 143PS – Auto der Holden) der 218d den 225e mindestens auf 6 bis 8 Jahre Nutzungsdauer finanziell voraus und beim Fahrspaß ebenbürtig sein. Bei Verfügbarkeit aller Fakten (VK-Preis, realer Verbrauch des 225e auf der Strecke, etc.) läßt sich das leicht nachrechnen – Also wird der potentielle Kunde getäuscht/geblendet/fehlgeleitet!

            *** Für die R6 Nostalgiker unter uns ***
            Reine Information, dass es bald einen F45 225e mit B38B15 und E-Support an der Hinterachse gibt der alle Hipster beglücken wird. Kritik ? Nein fehl am Platze, Beschleunigung wie ein GTI…

            Was ich und vermutlich auch John sagen wollten, Kritik verbietet keiner und wenn Kenner, wie Du Benny, die Chance haben solch eine Snake-Preview mitzumachen, erwartet die Bimmer-Community auch das kritische Sich-Auseinandersetzen mit den Entwicklungen. Copy und Paste hat noch keinem was genützt, sind sogar schon Minister drüber gestolpert 🙂

            • Benny says:

              Wo steht denn oben bitte was von Rundenzeiten? Der Vergleich mit dem GTI bezieht sich ausdrücklichst auf die Beschleunigung aus dem Stand, wie sie eben auch km Stadtverkehr (“urbanes Fahrprofil”) vorkommt. Es geht an dieser Stelle keineswegs darum, den 225e als Sportwagen zu präsentieren, sondern eben auch seine Fahrleistungen zu würdigen – und die lassen den von Dir angeführten 218d eben recht blass aussehen.

              Ich schreibe außerdem von einer “Annäherung an den Normverbrauch”, weil völlig klar ist und absolut nicht zur Debatte steht, dass viele Kunden diesen – genau wie in jedem konventionell angetriebenen Auto – nicht erreichen werden. ALLERDINGS besteht beim Plug-in-Hybrid mit rund 30 Kilometern E-Reichweite für viele Menschen durchaus auch die Chance, den Normverbrauch zu UNTERbieten. Die tägliche Fahrstrecke liegt bei vielen Menschen mit urbanem Fahrprofil(! )im Schnitt unter 30 Kilometern, von mir aus 10km zur Arbeit und zurück und Abends an die Steckdose. Wer ein solches Fahrprofil hat, kann den PHEV wochenlang mit 0 Liter auf 100 Kilometer fahren – und zwar ganz real, nicht nur in der Theorie. Wer das Auto regelmäßig mit 200 über die Autobahn prügelt, wird erheblich mehr verbrauchen als mit einem im urbanen (!) Alltag durstigeren 218d – das ist aber ebenso logisch wie die Tatsache, dass ich in einem Kombi mehr transportieren kann wie in einem Coupé. Dass es Szenarien gibt, in denen das eine Konzept besser geeignet ist als ein anderes liegt doch auf der Hand und ist jedem Kunden bewusst. Soll ich künftig auch jedes Mal hinschreiben, dass ein 320d sparsamer als ein M4 ist und sich beim Kombi das Dach nicht öffnen lässt?! Das sind aus meiner Sicht konzeptbedingte Vor- und Nachteile, die auf der Hand liegen. Wie Top Gear irgendwann mal schön gezeigt hat, kann man sogar mit einem M3 sparsamer als mit einem Prius fahren – aber welcher Prius-Kunde fährt schon am Limit auf der Rennstrecke und welcher M3-Kunde rollt mit dem Auto nur rum? Eben. Und wenn der PHEV für Dein Fahrprofil ungeeignet ist, ist das doch völlig in Ordnung – geht mir übrigens genauso, weil ich oft Langstrecke fahre. Aber davon wird doch nicht das ganze Konzept Unsinn, nur weil es nicht zu den individuellen, persönlichen Anforderungen und Wünschen passt.

              • M54B25 says:

                by the way – die Rundenzeiten hast Du angebracht, als Argument, dass die Kunden wissen, dass es nicht darum geht…

                Du hast sehr schöne Beispiele gezeigt, dass jedes Fahrzeug eine gewisse Bevorzugung in der Verwendung aufweist und der Kunde/Fahrer entscheidet, welches Konzept ihm am besten passt.

                Mit der Vorstellung des 225e geht BMW dem aus meiner Sicht aus dem Weg
                – Beschleunigung wie Golf GTI 7
                – Verbrauch wie ein TESLA – 0 Liter Sprit über Wochen (und naja ein paar KWh aus der heimischen Steckdose) sonst weniger als ein sehr guter Diesel

                – Platz wie ein Van
                – Hinterradantrieb wie ein (echter) BMW
                – Allradantrieb wenns denn darauf ankommt
                u.s.w.

                Das ist das was die Marke BMW verwässert und zukünftig beliebig erscheinen lässt. Es entscheiden zukünftig Kaufkraft und Farbgeschmäcker über die zum Erwerb anstehenden Fahrzeuge für ein Konzept: ein 2er AT muss sich einem VW Touran stellen, VW wird in naher Zukunft dem 225e etwas antriebstechnisch gleichwertiges entgegen stellen.
                Wo definiert den BMW seinen Markenkern heute und sieht sich in 5 Jahren? 225e, 335e, 540e – 760e?, 114e? M6ee? Namen sind Schall und Rauch – eure Test eine Vorwegnahme der kommenden Realität, da ist ja kritisches Hinterfragen doch erlaubt.

                • Benny says:

                  Das ist eine spannende Frage, die man aus meiner Sicht momentan durchaus mit der “Freude am Fahren” und “EfficientDynamics” beantworten kann. Natürlich definiert sich diese Freude heute ein wenig anders als vor 30 oder 40 Jahren, die von Dir angeführten Plug-in-Hybride stehen dem aus meiner Sicht aber weniger entgegen als Fahrzeuge, die sich konzeptionell dem Massenmarkt annähern (nicht nur bei BMW, auch bei MINI). Mit Plug-in-Hybriden kann man eine Menge Spaß haben, bei entsprechender Konfiguration des Antriebsstrangs spricht da nichts dagegen. Den Markenkern definieren die Plug-in-Hybride auf absehbare Zeit aber sicherlich nicht, auch wenn sie durchaus ein gelungenes Beispiel für EfficientDynamics sein können. Der Markenkern ist sicherlich auch insofern verändert, dass sich die Marke einer deutlich größeren Zielgruppe geöffnet hat, sei es nun durch die SUVs, den 1er oder die Tourer-Modelle. Die PHEV-Varianten der Kernbaureihen, zB ein 330e, können genau wie ein 320d genau das Auto sein, dass sich manche Kunden von BMW wünschen. Wer es sich leisten kann und gerne auf die Rennstrecke fährt, wird mit einem M3 sicherlich besser bedient sein. Auch hier kann man natürlich sagen, dass der M3 mit Turbo nicht wie ein E30 oder E36 ist, aber mit dem Festhalten an irgendwelchen Dogmen kommt man als Unternehmen eben auch nicht weiter. Es hilft ja nicht, wenn man die Anhänger eines bestimmten Konzepts perfekt bedient und darüber die Massentauglichkeit vergisst…

                  • M54B25 says:

                    Danke für Deine offene und direkte Antwort. Ich tue mich momentan selbst sehr schwer damit die Richtung von BMW einzuordnen – aber ich stehe ja nicht in der Verantwortung, sondern beobachte das ganze sehr gespannt.

                    Die Spannweite der Produkte und damit verbundenen Konzepte ist, wie Du erwähnst, in den letzten 10 Jahren extrem geworden, für einen eigentlich mal kleinen Hersteller wie BMW es vor na ca. 20 Jahren noch vergleichsweise war. Und so finde ich X5, X6 und insbesondere die 2 Tonnen M(onster) Derivate als BMW-Fahrzeuge unglaublich albern, den i8 hingegen einzigartig und seiner Zeit wirklich um Jahre voraus und gut zur Marke passend. Mir gefallen die R4 Turbos ob Diesel oder Benziner aus Performance/Effiziensicht sehr gut, den 1er mag ich schlicht weg als derzeit einzigartig in der Kompaktklasse – passt auch perfekt zu BMW als Einstieg. Beim 2er AT weiss ich nicht ob mitleidiges Lächeln oder blosses Ignorieren angebracht ist. Vom Gefühl her scheint BMW aber wirklich dem Markt immer etwas voraus zu sein und dadurch z.T. indirekte Trends zu setzen. Und vermutlich ist das genau die Gefahr: der Trend heisst wie Du gut beschreibst “Massentauglichkeit” – Das ist die Kehrseite des aktuellen Erfolges, mal sehen was die Zukunft so bringt.

                    Den F45 225e werde ich bestimmt mal Probe fahren, bin schon auf die Aussagen des Verkäufers bei der Vorstellung gespannt (Hobby: Verkäufer-Ausfrage-Sadist) und vielleicht treffe ich zufällig einen Golf GTI an der Ampel 😉 Schönes WE schon mal!

                  • der_ardt says:

                    an ein paar Anekdoten bzw. Ausflüchte des Verkäufers wäre ich mal interessiert 😉

                  • Benny says:

                    Ja, man muss die Freude am Fahren eben je nach Fahrzeugklasse ein wenig anders definieren. Genau wie ein X5 oder 7er eben kein M3 ist, ist auch ein F45 kein “F20 mit Platz”. Für den F45-Kunden kann er trotzdem gut sein, auch wenn mancher F20-wegen-RWD-Käufer den Kopf schüttelt 😉

                    Schönes Wochenende!

          • John Rambo says:

            du nutzt das wort “urban” sehr sehr häufig. häufiger als die, die urban leben, aber dennoch vergleichsweise häufig, wie BMW selbst. mehr muss ich hoffentlich nicht sagen.

            • Benny says:

              Ich lebe selbst urban, zumindest würde ich das bei einer Stadt mit rund einer Million Einwohnern im deutschen Maßstab so sehen. Abgesehen davon: Sorry für den Kontakt mit der Realität, in der über die Hälfte der Menschheit in sogenannten Megacities wohnt. Klar gibt es andere Nutzerszenarien, aber es gibt eben auch sehr viele Menschen mit typisch-urbanem Bewegungsprofil – ob Dir das Wort nun gefällt oder nicht, ist dabei ziemlich unerheblich.

              • John Rambo says:

                du lebst von der aufgeblasenen marketingsprache eines großkonzerns, statt einfach über “stadtverkehr” zu sprechen, aber das ist dir wohl zu flach, wa? 😀

            • Pro_Four says:

              …stößt dir denn das Wort urban so auf, dann nenn es eben City, oder Stadtbewohner. Ich selber bin im Außendienst und fahre mehr als nur auf Arbeit.

              Zwingend musste ich meine Prioritäten in Richtung Familie verschieben und auch auf 4 Zyl. Diesel umsteigen, obwohl ich Benzin im Blut habe und ein 6 Zyl. Fan bin. Trotz allem fahre ich jetzt auch souverän durch die City, nur kostet mich der Sprit mom. um die 1.17€ und keine 1.50€ und gleichzeitig verbrauche ich keine 11Liter mehr. Spare mir im Monat nochmal rein am Sprit ca. 80€.

              Zum Thema Familie: ich hasse Vans, wollte aber auch ein Fahrzeug das mir ein gutes Raumgefühl, souveräne Fahrleistungen gepaart mit sportlichem Fahrverhalten bietet. Da kam eben nur der X1 in Frage, den ich mir selber konfiguriert habe und so selten bis gar nicht so zu sehen ist. Und: das Gewicht ist mit ca. 1500kg perfekt.

              Also habe ich mich meinen Gewohnheiten abgepasst.
              Was will ich damit sagen: BMW geht auch auf Wünsche der Kunden ein und versucht sein Angebot breit zu lagern um auch gleichzeitig den hohen Druck der VAG bzw. Audi oder auch Mercedes stand zu halten, ist eben unternehmerisches Denken, WÜRDE ICH NICHT ANDERS MACHEN.

              Geld verdienen heißt ja auch in neue Innovationen zu investieren und so auch am Markt State of the Art zu sein, szs.

              Sollen die doch den 2er AT bauen, ich werde doch nicht zum kaufen gezwungen, Himmel her Gott -na bloß gut-.

              Und solange der Rubel dann auch in neue Technik investiert wird, so ist für mich die Welt in Ordnung.

              • der_ardt says:

                vermutlich vergebene Liebesmüh’, Rambo das zu erklären.

                Abgesehen davon: Was sprach gegen einen 3er Touring?

                • Pro_Four says:

                  ….Hey Lenny, hmmm hatte ich auch im Augenschein. Nur im Osten sitzt das Geld, sagen wir mal so, nicht so locker wie im Westen, leider ist das immer noch so.

                  Habe den 3er T auch konf., kam da -bei ungefähr gleicher Ausstattung- auf fast 60.000€ und das war mir, für mein ersten Neuwagen, dann doch etwas zu viel.

                  Gleichermaßen habe ich über Sixt inkl. BMW Zuschuss satte 11tsd € Rabatt bekommen, da ja der Neue schon im Sommer vorgestellt werden sollte und so wurde es der X1, der ziemlich ausgereift, und mit entsprechender Konfig. schick und zugleich sehr viel Spaß macht.

                  Das Innenraumgefühl ist sagenhaft und der Motor zieht ordentlich durch. Feines Teil, gerade auch die roten Akzente am Lenkrad und Instrumentenhutze sind dehr hochwertig fürs Auge.

                  Ansonsten fasse ich die meisten Bauteile kein 2tes mal an, nur um mal zu Putzen. Also die Haptik ist nicht soooo wichtig,obwohl sie völlig ausreichend ist, dem Auge muss es gefallen inkl. Ergonomie und die ist bei BMW absolut Premium.

                  Ich kann dies ja nun als Neuwagenerwerber beurteilen.

                  Dieses ganze Thema der Haptik hat in meinen Augen nur die Presse (Audi) so hochgeschaukelt. Das Thema Allrad ist genau das Gleiche, die Winter werden immer milder, aber Allrad sollte es sein, wozu? brauchen werden es die wenigsten, frisst Leistung weil schwerer, defektanfälliger, höherer Spritverbrauch etc… pp

                  2 völlig überbewertete Details.

                  • der_ardt says:

                    Mir ist Haptik abseits von Bedienelementen auch herzlich egal (darf natürlich nichts Geräusche machen, aber davon abgesehen: egal). Und Winter werden nicht milder, es schwankt einfach periodisch und momentan haben wir schwache Winter, das dürfte sich aber bald auch wieder ändern. So oder so sind gute Reifen wichtiger als Allrad 😉

                    Und danke für die Eindrücke, freut mich echt, dass du mit dem Wagen so zufrieden bist!

                  • Pro_Four says:

                    …ja sehr, macht echt Laune und er Junge hat auch genügend Platz.

                  • Dimitri Metzger says:

                    Nebenbei, xDrive bringt nicht nur bei Schnee Vorteile, sondern auch bei Nässe und Glatteis höhere Fahrstabilität und damit mehr Sicherheit – und beim Verbrauch ergibt es je nach Fahrzeuggewicht auch nur 0,4 bis 1L Unterschied.

                  • Pro_Four says:

                    …blödsinn, als ob das bei Nässe sicherer sein soll, Weichwurst ;p

                  • Dimitri Metzger says:

                    Mit Nässe war natürlich nicht Aquaplaning sondern geringere Reibungskräfte auf nasser Fahrbahn gemeint, da gleicht xDrive vieles aus, und bei Eis und Schnee sind natürlich Winterreifen Pflicht, aber auch da ist das Fahrzeug mit xDrive nochmals stabiler auf der Strasse, und das ist kein Blödsinn, sondern Physik, und daran ändern weder Deine Männlichkeit noch Brustbehaarung etwas – nichts für ungut, trotzdem viel Freude am Fahren, ob ohne oder mit xDrive. 😉

                    PS: Gibt auch Regionen in Deutschland und Europa, wo Schnee im Winter keine Ausnahme sindern die Regel ist, und da ist man mit Allrad deutlich besser dran, genauso im Sommer auf schlammiger Wise mit Pferdeanhänger, etc..

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