Papa & die sieben Zwerge: BMW 2er Gran Tourer im Fahrbericht

Fahrbericht BMW 2er Gran Tourer: Wie überzeugend gelingt BMW das Debüt im Segment der Familien-Vans? Wir haben uns den Siebensitzer genauer angesehen

Weder seine sieben Sitze noch der Frontantrieb sind Neuland für BMW. Dennoch fühlt sich der uns zum ersten Fahrbericht zur Verfügung gestellte BMW 2er Gran Tourer in mancher Hinsicht wie ein unbekanntes Wesen an: Gab es jemals einen derart praktischen BMW? Gab es jemals einen BMW, der sich so gezielt an größere Familien mit mehreren Kindern gerichtet hat?

Beide Fragen lassen sich ohne Umschweife mit Nein beantworten, dennoch will der Gran Tourer ein echter BMW sein. Dass vielen Anhängern der Marke dabei das Thema Frontantrieb sauer aufstößt, ist nach Überzeugung seiner Entwickler kein Problem: “Kunden, die mit sechs Kindern an Bord in unter acht Minuten über die Nordschleife fahren wollen, sind doch recht rar gesät” sagt Projektleiter Peter Krist lachend.

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Das Thema Fahrdynamik nimmt folglich eine weniger wichtige Rolle als bei den meisten anderen BMW-Modellen ein, das Versprechen von der Freude am Fahren wollen die Münchner dennoch einlösen – natürlich im Maßstab seiner nicht in erster Linie für Fahrspaß-Superlative bekannten Fahrzeugklasse. Das Fahrverhalten erinnert dabei stark an den Active Tourer, das zusätzliche Gewicht haben die Entwickler gut kaschiert. Der Gran Tourer präsentiert sich in Kurven durchaus dynamisch und lenkt relativ willig ein, seine Ausrichtung als Familienfreund kann und will er dabei aber nicht verbergen.

Auch der mit 190 PS gerüstete BMW 220i Gran Tourer ist keineswegs auf Krawall gebürstet, akustisch bleibt der aus dem MINI Cooper S bekannte B48-Motor stets zurückhaltend. Zurückhaltung bei der Kraftentfaltung kann man dem Turbo-Vierzylinder allerdings nicht unterstellen, denn im Sport-Modus geht das mit Achtgang-Automatik kombinierte Triebwerk engagiert zur Sache und lässt Überholmanöver oder die Beschleunigung auf der Autobahn-Auffahrt zum Kinderspiel werden.

Platz für Kinderspiele anderer Art bietet der BMW 2er Gran Tourer auf den sechs verbleibenden Sitzen. Auch wenn man es vorne links von Zeit zu Zeit vergessen kann, präsentiert sich der F46 für alle übrigen Insassen als clever durchdachter Familien-Van.

Zahlreiche Ablagen, ein großzügiges Raumangebot in der ersten und zweiten Reihe und ein üppiges Kofferraum-Volumen von bis zu 1.905 Litern machen ihn zu einem echten Familienauto, bis zu sechs Kindersitze lassen sich auf den sieben Sitzen des Gran Tourer montieren. Dass Kinder im Konzept des Gran Tourer eine zentrale Rolle spielen, merkt man spätestens in der dritten Reihe: Die Plätze sechs und sieben sind für Erwachsene viel zu klein, hier können wirklich nur Kinder unter 1,50 Meter bequem sitzen.

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Auch dieser Umstand unterstreicht die Sonderrolle des BMW 2er Gran Tourer im BMW-Programm, mit dem Van sprechen die Münchner gezielt völlig neue Kunden an. Schon beim eng verwandten Active Tourer liegt die Eroberungsrate – also die Zahl der Kunden, die zuvor keinen BMW gefahren sind – bei über 70 Prozent. Die für BMW-Verhältnisse hohe Sitzposition wird von diesen Kunden ebenso geschätzt wie das dank Frontantrieb und quer montiertem Motor großzügigere Raumangebot.

Im Vergleich mit seinen ähnlich konzipierten Wettbewerbern ist der Gran Tourer klar als einziges Premium-Fahrzeug erkennbar, Materialien und Verarbeitung befinden sich genau wie Assistenzsysteme und die lange Liste der Sonderausstattungen auf dem von anderen BMW-Modellen bekannten Niveau.

So dürfte BMW gelingen, was die Strategen vor Jahren geplant haben: Mit dem Gran Tourer können Kunden angesprochen werden, die in einem bestimmten Lebensabschnitt mehr Platz brauchen und in dieser Situation bisher zwingend zu Produkten anderer Hersteller greifen mussten. Wenn die Zwerge eines Tages der dritten Sitzreihe entwachsen und zumindest teilweise aus dem Haus sind, dürfen sich Mama und Papa natürlich gerne genauer mit dem Rest des BMW-Portfolios befassen.

17 responses to “Papa & die sieben Zwerge: BMW 2er Gran Tourer im Fahrbericht”

  1. Chris35i says:

    Auch wenn ich den 2er GT nicht besonders mag, finde ich es gut, dass sich BMW auch mal was traut und ungewöhnliche Wege geht, um neue Kunden zu gewinnen. Das vermisse ich enorm von Audi, die einfach nur langweilig geworden sind. Den letzten großen AHA-Effekt hatte die (Erst-)Einführung des Audi R8 und das war 2005. Da gefällt mir die Entwicklung von Mercedes-Benz mit der neuen A-Klasse oder dem CLS Shooting Brake wesentlich besser. Wenn die Ingolstädter nicht bald eine aussagekräftigere Markenpersönlichkeit entwickeln, wird es Audi in den nächsten Jahren sehr schwer haben.

  2. tomteg says:

    Es mag am Wort Van liegen, aber ich kann mich damit nicht anfreunden. Egal ob jetzt da ein Propeller, ein Stern oder ein VW Emblem draufklebt. Am ehesten würde ich da noch einen T5 fahren. Aber dieses Wachstum um jeden Preis und in jeder noch so kleinen Marktniesche treibt schon merkwürdige Blüten. Das ewige Wachsen wird BMW und VW noch mal teuer zu stehen kommen. Auch wenn ich mich wiederhole: VW fährt bereits jetzt mit seinem Baukastensystem gegen die Wand… BMW wird folgen. Um das konsequent durchzuziehen dürften die Münchner, vergleichbar mit GM oder Ford, nur drei oder vier Ausstattugnsvarianten bieten – und keine frei konfigurierbaren Autos. Das wird sich auf Dauer in der Klasse nicht rechnen. Wenn Hinz und Kunz 2er AT und GT mit jeder Naht individuell gestalten können. Bereits jetzt sind die Produktionszeiten ausgereizt.

    Und abgesehen davon – oh man ist das Teil gewöhnungsbedürftig. Ich schreibe bewusst nicht hässlich, aber gewöhnungsbedürftig in jedem Fall.

    Adieu Freude am Fahren. Welcome neue Zeit der Gleichschaltung und der “alleskönner”.

    • DasDubioseObjekt says:

      Gleichschaltung…jetzt gehts los ^^

      • der_ardt says:

        oh man, über 70 Jahre! Es muss doch langsam mal gut sein.

        • DasDubioseObjekt says:

          joooo, und bitte hört auch endlich damit auf, euch für die Massenvernichtungen in den KZs zu schämen, das ist über 70 Jahre her!!! Is klar

          • der_ardt says:

            Darum gehts nicht, sondern darum, alles mögliche im allgemeinen Sprachgebrauch auf diese Thematik zu beziehen. Gleichschaltung gibt es auch in anderem Zusammenhang und wenigstens dass tomteg damit nicht meinte, dass BMW jetzt die Nachbarländer der BRD einnehmen will, ist dir hoffentlich klar.

            “Oh Gott, der Moderator hat eben einen der Spieler “Stürmer” genannt! Am besten gleich feuern”

    • Pro_Four says:

      ….”An diesem Tag trat das Erste Gleichschaltungsgesetz (Vorläufiges Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich) in Kraft, mit dem die deutschen Länder ihre politische Souveränität verloren. Mit diesem Gesetz wurde der Begriff zu einem Synonym für die Maßnahmen der nationalsozialistischen Führung gegen Opposition, andere Parteien, Vereine usw. Gleichschaltung bezeichnet somit nicht nur die administrativen Maßnahmen, sondern steht auch für den damit verbundenen Terror.” ~~~Auszug Wiki~~~~

      Meinst du das? oder was soll Alleskönner in deinen Augen denn alles können? Das Wort definiert doch auch wieder jeder anders….oder wie müsste deine Traumfrau denn sein? Leg mal los!!

      • der_ardt says:

        Mit “Gleichschaltung” bezeichnet man in diesen Zusammenhängen eher die einheitliche Anpassung mehrerer Akteure, hier eben die Hersteller, die ursprünglich verschiedene Autos bauten und jetzt fast die gleichen. Als Kunde, dem auch das Markenimage in irgendeiner Weise wichtig ist, verliert man souveräne Angebote. BMW baut genauso uncoole Autos wie VW und deren Rattenschwanz. Auch wenn der 3er Touring nicht unbedingt die vernünftigere Wahl im Vergleich zu A4 und Passat ist, werden sicher dennoch viele ihn gekauft haben, weils ein BMW ist und sie sich mit dem Markenkern identifizieren (bewusst Präsens).

  3. MFetischist says:

    “”Kunden, die mit sechs Kindern an Bord in unter acht Minuten über die Nordschleife fahren wollen, sind doch recht rar gesät” sagt Projektleiter Peter Krist lachend.”

    Purer Hohn.

  4. hartex says:

    Duplex-Auspuffanlage im 20i, was sonst in anderen Modellen (gottseidank) dem 35i vorbehalten ist?!
    Jetzt fängt BMW schon an wie Audi und Mercedes…

  5. Siegfried_Mueller says:

    Ich weiß echt nicht was die Designer von BMW in letzer Zeit nehmen. Das Ding ist ja noch hässlicher als der normale Active Tourer. Mit BMW hat das doch nichts mehr zu tun. Ähnliches Bild beim 1er Facelift wo das Heck verschlimmbessert wurde. Die nächste Generation hat gar Frontantrieb. Und egal was die Marketingstrategen für feuchte Träume haben: Wer Platz für die Famile braucht greift zum Volkswagen T6 und stellt sich nicht so einen Pseudo-Van vor die Tür weil BMW draufsteht.

    • Emil_Nuembrecht says:

      1. Dein Design”verständnis” ist irrelevant.
      2. Der nächste 1er bekommt Heckantrieb.
      3. Deine “Marketing”-Vorstellungen sind einfältig.

      • Siegfried_Mueller says:

        Oh ein Fanboy. Sehr schön, dann sei Ihnen gesagt das auch andere Hersteller Autos bauen können. Der 1er wird ab 2017 übrigens auf Frontantrieb umgestellt. Die nächste Generation 2er übrigens auch. Also erst informieren und dann posten.

        • Audifahrerin says:

          Weder der 1er noch der 2er werden ab 2017 auf
          Frontantrieb umgestellt. Also: erst informieren, dann posten.

          • 135iCoupe_N55 says:

            100 %ig ist noch garnix sicher, es deutet aber sehr vieles auf FWD im kommenden 1er hin…

            PS: It`s NOT so easy 😉

            • a3_1.2tfsi says:

              nichts deutet auf fwd in 1er und 2er hin, außer dem substanzlosen gefasel von audibild-/ams-deppen oder selbsternannten bmw-fetischisten im forum…

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