Pkw-Maut 2016: Kfz-Steuer, Vignette & Infrastrukturabgabe

News | 7.07.2014 von 3

Noch weiß niemand, ob die heute vom Bundesverkehrsministerium vorgestellten Pläne zur Pkw-Maut wirklich in dieser Form umgesetzt werden – einen genaueren Blick verdienen die Ideen …

Noch weiß niemand, ob die heute vom Bundesverkehrsministerium vorgestellten Pläne zur Pkw-Maut wirklich in dieser Form umgesetzt werden – einen genaueren Blick verdienen die Ideen von Verkehrsminister Dobrindt aber auf jeden Fall. Werden die heute genannten Eckdaten zum Gesetz, berechnet sich die Kfz-Steuer ab 1.1. 2016 nach einem neuen Schlüssel, außerdem wird eine Infrastrukturabgabe fällig.

In Summe sollen diese beiden Beträge für keinen deutschen Autofahrer höher ausfallen als die heutige Kfz-Steuer. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die EU in Brüssel einer solchen Regelung zustimmt – schließlich sollen künftig auch Ausländer Maut zahlen, wenn sie in Deutschland unterwegs sind. Die Kosten der künftig von allen Autofahrern zu zahlenden Vignette ergeben sich aus Fahrzeug-Baujahr, Hubraum und Kraftstoff-Sorte.

Research project Highly automated driving on highways (08/2011)

Für Benziner mit einem Baujahr ab Juli 2009 berechnet sich die Infrastrukturabgabe 2016 mit 2,00 Euro je angefangenen 100 Kubikzentimetern Hubraum. Für viele BMW-Modelle mit 2,0 Liter großem Vierzylinder-Ottomotor ergibt sich folglich eine jährliche Infrastruktur-Abgabe in Höhe von 40 Euro, Fahrer eines Modells mit 3,0 Liter großem Reihensechszylinder zahlen 60 Euro. Gedeckelt wird die Höhe der Infrastrukturabgabe bei 5,0 Liter Hubraum, davon profitieren im BMW-Kosmos (nach 2009) aber nur die Fahrer eines 760i oder 760Li.

Bei den Selbstzündern ist die neue Regelung noch einfacher: Je angefangene 100 ccm Hubraum werden hier 9,50 Euro fällig, allerdings ist die Höhe der Infrastrukturabgabe genannten Pkw-Maut hier bereits bei 1,1 Liter Hubraum gedeckelt. Für BMW Diesel-Fahrer heißt das: Egal ob 116d oder 750d, die jährliche Infrastrukturabgabe beträgt immer 104,50 Euro. Rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge wie der BMW i3 sind von der Infrastrukturabgabe befreit, wenn sie bisher auch von der Kfz-Steuer befreit waren.

Um deutsche Autofahrer durch die Vignetten-Pflicht nicht stärker als bisher zu belasten, wird die Kfz-Steuer 2016 mit einem Freibetrag in Höhe der Infrastrukturabgabe reduziert. Wer künftig für seinen BMW 320d eine Infrastrukturabgabe in Höhe von 104,50 Euro zahlen muss, erhält im gleichen Atemzug eine Ermäßigung bei der Kfz-Steuer um diesen Betrag – falls die EU diesem Vorhaben nicht doch noch einen Riegel vorschiebt.

Nicht in Deutschland Kfz-steuerpflichtige Pkw können Vignetten für diverse Zeiträume erwerben: Zur Wahl stehen eine Jahresvignette mit einem maximalen Preis von 103,04 Euro für Benziner und 112,35 Euro für Diesel, eine 2-Monats-Vignette zum Pauschalpreis von 20 Euro und eine 10-Tages-Vignette zum Preis von 10 Euro. Die nicht in Deutschland Kfz-steuerpflichtigen Pkw sollen pro Jahr rund 860 Millionen Euro in die deutsche Staatskasse spülen.

3 responses to “Pkw-Maut 2016: Kfz-Steuer, Vignette & Infrastrukturabgabe”

  1. iQP says:

    Wozu macht mans vom Hubraum abhängig, wenn man dann einen Maximalbetrag einführt…. vor allem 1,1l beim Diesel da stecken entweder noch andere Pläne dahinter oder es ist einfach sinnlos.

    Außerdem würde aktuell ein 320d (je nach erstzulassung) weniger Steuer kosten als die 104,50 Euro, da kommt dann bei der Ermäßigung wahrscheinlich dann 0 raus und man hat doch mehr bezahlt.

  2. Todd M says:

    Sich am Hubraum zu orientieren ist doch mal totaler Kokolores! Und dann noch diese seltsam differenzierte Gewichtung und Begrenzung.

    Es geht ja angeblich um die Abnutzung der Straßen. Dann sollen sie es am Gewicht der Fahrzeuge festmachen. Bei Pkw 4 Cent pro Kilo Leergewicht und bei Transportern 3 Cent pro Kilo zul. Gesamtgewicht. Dann hat man auch die verstärkt aufkommenden Klein-Lkw bis 3,5 t gleich mit erlegt.

    Ich hab vielleicht auch etwas nicht bedacht bei dem Vorschlag aber ich denke das wäre nachvollziehbarer als dieses Durcheinander des Chaotischen Sozialfalls der Union.

    Hiesige Speditionen können ja an anderer Stelle entlastet werden, sofern nötig.

  3. der_ardt says:

    Was rauchen die eigentlich? Wenn Maut prizipiell als Kostenausgleich für Infrastruktur genutzt werden soll, dann sollten exponentiell von den Achslasten abhängig die Vignetten teurer werden.
    Mich würde mal interessieren wie es zu dem Dieselwert kommt, erst recht im Vergleich zu den 5L bei den Benzinern

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