BMW i3: Erster Real-Life-Crash mit Elektroauto noch vor dem Marktstart

BMW i, BMW i3 | 5.11.2013 von 20
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Noch vor dem Marktstart und somit deutlich früher als erhofft war der neue BMW i3 in einen ersten Unfall im öffentlichen Straßenverkehr verwickelt. Die exklusiven …

Noch vor dem Marktstart und somit deutlich früher als erhofft war der neue BMW i3 in einen ersten Unfall im öffentlichen Straßenverkehr verwickelt. Die exklusiven Fotos von Eric van Lieshout zeigen einen in München zugelassenen i3 in Capparisweiß, auf den an einer Kreuzung ein Seat Altea XL aufgefahren ist. Den Beschädigungen am Seat nach zu urteilen handelte es sich um einen weniger schweren Auffahrunfall mit relativ geringer Geschwindigkeit, Personen kamen in beiden Autos nicht zu Schaden.

Gut zu erkennen ist, dass der BMW i3 den Unfall optisch weitestgehend unbeschadet überstanden hat. In jedem Fall können wir davon ausgehen, dass die Crash-Elemente aus Aluminium die Unfallenergie aufgenommen haben und die enormen Sicherheits-Reserven der Carbon-Fahrgastzelle nicht in Anspruch genommen werden mussten.

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Der neue BMW i3 ist so ausgelegt, dass sich die Reparaturkosten bei einem Unfall auf dem Niveau eines BMW 1er bewegen – anderenfalls würden auch die Versicherungskosten in unangenehme Höhen schnellen. Die Carbon-Fahrgastzelle schützt die Insassen bei schweren Unfällen, wird im Alltag aber nicht in Mitleidenschaft gezogen: An Front und Heck sorgen Crash-Elemente aus Aluminium für einen kostengünstigeren Abbau der Aufprallenergie, was beim allergrößten Teil der zu erwartenden Unfälle vollkommen ausreicht.

Die Kunststoff-Außenhaut des BMW i3 ist außerdem darauf ausgelegt, bei typischen Park-Remplern und dergleichen keine bleibenden Schäden davonzutragen. In den meisten Fällen soll der Besitzer so gar nicht mitbekommen, dass ein anderer Verkehrsteilnehmer unvorsichtig war. Sollte ein Plastik-Panel dennoch beschädigt sein, kann es kostengünstig und schnell ersetzt werden.

Auch wenn die Carbon-Fahrgastzelle des BMW i3 beschädigt wurde, handelt es sich nicht zwingend um einen wirtschaftlichen Totalschaden. Einzelne Elemente können herausgetrennt und durch neue Carbon-Ersatzteile ersetzt werden. Hier profitiert der i3 von der Tatsache, dass Beschädigungen an Carbon nur sehr lokal auftreten und ein Aufprall an einer Stelle keine Verformungen an anderer Stelle nach sich zieht – anders als bei Stahl oder Aluminium, wo sich die Karosserie bei schweren Unfällen komplett verzieht und sich nicht mehr zu einem vernünftigen Preis reparieren lässt.

(Fotos: EricvanLieshout.nl)

20 responses to “BMW i3: Erster Real-Life-Crash mit Elektroauto noch vor dem Marktstart”

  1. Coyote says:

    wenn du es nicht geschrieben hättest benny, hätte ich gedacht es wäre ein fake. Also der Schaden am Seat finde ich persönlich schon beachtlich, beim i3 sieht man quasi nichts. Hut ab!

    • Thomas says:

      Man muss aber berücksichtigen, dass es bei zwei normalen Autos ebenfalls nicht groß anderes ausschaut.
      Die Knautschzone ist halt relativ weich, so dass derjenige welcher auffährt, immer deutlich stärker beschädigt ist.
      Die Schäden sieht man dann erst, wenn man die Heckstoßstange demontiert.

      Stabil sieht er aber trotzdem aus, der i3.

      • NoName says:

        Das muss nicht heißen. Bin mal einen E60 gefahren und einem Seat Ibiza reingefahren. Die Schnauze meines BMWs hat sich in das Heck des Ibizas gerammt. Bei dem BMW war kaum was sichtbar, der Seat hatte eine rieseige BEULE, da habe ich gestaunt. Allerdings habe ich dann beim Abmontieren der Stoßstange zu Gesicht bekommen, dass meine Scheinwerferhalterugen gebrochen sind. Sonst hatte der Wagen vorne NULL Schäden. Stimmt also nicht immer, dass der Hintermann die Arschkarte zieht.

    • Leser says:

      Ja, ganz toll. Wenn ein Auto sich bei einem Unfall verformt, heißt das nichts anderes als, dass Energie abgebaut wurde, was die Insassenbelastung reduziert. Stabile, steife Bauteile mögen schön sein aus Sicht der Reparatur, für die Insassen sind sie es nicht. Insofern sollte man abwarten und weitere “Realsituationen” begutachten.

  2. El Barto says:

    Schön, dass dabei niemand verletzt wurde. Aber ich hätte jetzt auch vermutet, dass es, dem Seat nach zu urteilen, ganz schön gerummst hat. Das hat er i3 zumindest oberflächlich bemerkenswert weggesteckt. Die Kunststoffaußenhaut scheint auch für härteste Parkrempler gewappnet zu sein 🙂

  3. Jake828 says:

    Merke: “unfallfrei, nur kleine Parkrempler” kann beim i3 heißen, dass der ganz schön auf die Mütze gekriegt hat:)

  4. meiersen says:

    Typisch Seat-Fahrer. 😉

  5. meier says:

    Leuchten beim i3 eigentlich die Bremslichter wenn durch Gas wegnehmen der Bremseffekt so groß ist ? Oder passieren da Auffahrunfälle jetzt Öfters weil der Bremseffekt vom Hinteren nicht richtig wahrgenommen wird ?

    • Benny says:

      Selbstverständlich leuchten die Bremslichter beim Verzögern durch Rekuperation, ansonsten bestünde die angesprochene Gefahr durchaus. Schließlich werden die meisten Kunden das Bremspedal im Alltag nur in Ausnahmesituationen nutzen und ansonsten alles über das “Fahrpedal” regeln.

  6. qwer123 says:

    da fällt mir eher ein – Deppen!!! nach so einem leichten Auffahrunfall die Kreuzung zu blockieren!!! grrrr.
    1. Aussteigen und den anderen Fragen ob alles in Ordnung ist.
    2. ein paar Fotos machen
    3. beide Teilnehmer fahren geschlossen in eine verkehrsberuhigtere Strasse und regeln den Rest.
    4. Polizei rufen und Unfallbericht anfertigen lassen, denn brauchen die sowieso.
    aber nö, hier wird erstmal alles blockiert und der RTW muss auch noch in der Kreuzung stehen…

    • Sexy Zylinder says:

      Naja. Gleich die Leute als Deppen über den Kamm scheren ….

      Ich stelle es mir hier auch versicherungstechnisch etwas kompliziert vor.
      Der i3 war bestimmt ein Versuchsfahrzeug. Ich weiß nicht wie es da mit den Versicherungsauflagen aussieht. Kann mir gut vorstellen, dass dies andere sind als als bei dem ollen Seat.

      Und wenn man auf Nummer sicher gehen will. Team Green.

      • Guest says:

        Ganz genau!

        Außerdem:

        – war der Seat vielleicht nicht mehr fahrbereit, es könnte z. B. den Kühler
        erwischt haben
        – ist man auch nach einem kleineren Unfall nervös und handelt nicht immer ideal
        – findet niederländisches Recht Anwendung. Der Unfall geschah in den Niederlanden mit einem mutmaßlichen Unfallversursacher aus den Niederlanden. Da dessen (vermutlich) niederländische Versicherung den Schaden abwickeln wird, wäre ich als Ausländer mit allem vorsichtig, was meine rechtliche Situation gefährden könnte, zumindest bis die Polizei eintrifft…
        – …die ja auch anwesend war und es offenbar ebenfalls nicht für angezeigt hielt, die Fahrzeuge zu entfernen
        – soll sich die RTW-Besatzung in erster Linie um etwaige Verletzte kümmern und im Einsatz nicht erst einen Parkplatz suchen müssen

        Aber vielleicht gehört User qwer auch zu den Leuten, die sich über Rettungskräfte im Einsatz ärgern, weil sie sein Recht auf freie Fahrt einschränken?!

        • qwer123 says:

          Das es den Kühler verschoben hat, ist durchaus wahrscheinlich, aber deswegen ist das Fzg für ein paar Meter jederzeit fahrbereit, das ein Laie das nicht sieht weil optisch doch ein ordentlicher Schaden entstanden ist, ist wohl wahrscheinlich.
          Das nach einem Unfall jemand nervös ist, da gebe ich dir recht.
          Zu einem Unfall gehört eine Unfalldokumentation, in erster Linie müssen sich beide Parteien einig sein, sollte das klar sein und Bilder gemacht worden sein, sehe ich in dem Fall keinen Grund hier unnötig den Verkehr zu blockieren.
          Gerade durch Schaulustige, die vorbeifahren und selbst abgelenkt sind, passiert schnell ein weiterer Unfall.
          Ne, den Parkplatz hat doch das RTW gefunden, mitten in der Kreuzung, ich sagte auch nur, dass ich in dieser Situation die Fahrzeuge in einen ruhigeren Bereich bringe und den Rest dort regele, das steht jedem frei – außer es gibt wirklich Verletzte dann ist das war anderes.
          Nein, deine fadenscheinigen Unterstellungen kannst du jemand anders zuschieben…

          • Guest says:

            Was das Räumen der Unfallstelle – sofern möglich – angeht, hast du eigentlich Recht. Ich hatte mich aber über das “Deppen” geärgert, dass du ohne genaue Kenntnis der Situation geäußert hast. Daher auch meine überspitzte letzte Bemerkung, die ich übrigens wieder zurücknehme!

      • qwer123 says:

        bei Versuchsfarhrzeugen verhält es sich wie bei Miet- oder Dienstwägen, man muss so oder so die Polizei rufen, da der Fahrer nicht der Eigentümer ist.
        Ok, das Wörtchen Deppen war zu scharf, das gebe ich zu. Sagen wir “unglückliche Situation”

  7. quickjohn says:

    Ein i3 Crash-Test wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. ADAC oder ams werden dann sicherlich ausführlich informieren wie sich Drive- und Live-Modul dabei verhalten. Über mögl. neue Bestwerte dürfte man wohl kaum verwundert sein.

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