Tuning-Fahrbericht: Kelleners BMW 330d F30 – Neuer 335d ohne xDrive?

BMW 3er, Fahrberichte | 20.08.2013 von 14

Ohne jede Not wurde beim BMW 3er F30 eines der vor allem für Vielfahrer attraktivsten Modelle gestrichen: Der BMW 335d mit Biturbo-Aufladung und 313 PS …

Ohne jede Not wurde beim BMW 3er F30 eines der vor allem für Vielfahrer attraktivsten Modelle gestrichen: Der BMW 335d mit Biturbo-Aufladung und 313 PS ist nur noch mit Allradantrieb xDrive erhältlich, einen 335d mit Hinterradantrieb sucht man vergeblich – was auf der Suche nach maximalem Fahrspaß längst nicht jeder Kunde goutiert. Aber zum Glück gibt es abseits der BMW AG noch andere Möglichkeiten, den BMW 3er F30 mit einem über 300 PS starken Diesel zu fahren.

Wer sich dabei nicht zu weit aus dem mitunter recht kleinen Fenster des guten Geschmacks lehnen möchte und dennoch nicht auf eine gewisse Differenzierung von der Serie verzichten möchte, sollte dem Kelleners BMW 330d F30 unbedingt eine Chance geben:

Kelleners-BMW-330d-F30-Tuning-Fahrbericht-3er-Diesel-01

Wir haben das Kraftpaket aus Merzig getestet und konnten uns mehrere Tage lang von den Qualitäten des Power-Diesels überzeugen. Nachhaltig beeindruckt hat dabei längst nicht nur die Motorleistung, die Zwischensprints und Überholmanöver zu einem kurzweiligen und imposanten Erlebnis macht, sondern auch der unverändert kultivierte Gesamteindruck des BMW 3er F30.

Denn was man von einem Auto mit 20 Zoll-Felgen und Gewindefahrwerk auf den ersten Blick sicher nicht erwarten würde, ist ein Schwiegermutter-tauglicher Restkomfort. Sicher, das Sportfahrwerk von Kelleners macht den 3er nicht zur Sänfte, aber wer mit der gesunden Härte des M Sportfahrwerks keine Probleme hat, wird auch im Kelleners glücklich. Letzteres natürlich vor allem deshalb, weil der 330d durch das Tuning-Programm keinen grundlegend anderen Charakter bekommt und sich daher auch für BMW-Fahrer eignet, die bisher einen weiten Bogen um das Thema Tuning gemacht haben.

Überraschend ist auch der Klang des Kelleners 330d, denn für einen Diesel haben die Sound-Designer in Merzig wahrlich ganze Arbeit geleistet. Unter Last bietet der Reihensechszylinder einen dumpfen, kraftvollen Sound und strahlt dabei auch akustisch eine zur vorhandenen Motorleistung passende Souveränität aus. Drehfreudig und agil wie ein sportlicher Benziner wird der Motor zwar auch mit dem Kelleners-Tuning nicht, aber die Rolle des Selbstzünders mit beinahe unendlichen Kraftreserven spielt dieser 330d mit Bravour.

Zumindest auf trockenem Asphalt haben die 255 Millimeter breiten Reifen an der Hinterachse keinerlei Probleme, die 302 PS und 655 Newtonmeter Drehmoment des 330d mit Power Kit von Kelleners in Vortrieb zu verwandeln. Wer vom Blinken des DSC-Lämpchens oder einem unter Last dezent nach außen drängenden Heck Schweißausbrüche bekommt, sollte allerdings lieber die Finger vom Sport Plus-Modus lassen oder doch zur xDrive-Variante greifen. Wenn beim Gedanken an die Möglichkeit, das Heck jederzeit mit dem rechten Fuß steuern zu können, allerdings ein Lächeln um die Mundwinkel tanzt, ist dieser 3er genau der richtige Spielkamerad.

Auch im Innenraum setzt sich der gelungene Gesamteindruck fort: Auf Gut Wiesenhof hat der von uns geteste 3er ein edles Leder-Interieur mit Holz-Zierleisten und hellen Kontrastnähten erhalten. Wer möchte, kann seinen Kopf vom druckvollen Turbodiesel an Kopfstützen mit Kelleners-Prägung pressen lassen, an Stelle der Holz-Elemente sind selbstverständlich auch passende Carbon-Bauteile erhältlich. Weiteren Grund zur Freude liefert der Blick auf die Tank-Anzeige, denn trotz der vorhandenen 300 PS lässt sich der BMW 330d auch nach dem Tuning und bei durchaus sportlicher Fahrweise mit rund 8 Liter auf 100 Kilometer bewegen.

Unterm Strich gefällt der Kelleners BMW 330d F30 gerade dadurch, dass er in Merzig nicht zum wilden Tuning-3er gemacht wurde. Trotz Sportfahrwerk samt Tieferlegung um rund zwei Zentimeter, großen Felgen, vier Endrohren, diversen Carbon-Anbauteilen und Leistungssteigerung bleibt die Limousine voll alltagstauglich – und wer will, kann schließlich auch auf die optischen Veränderungen verzichten und nur das Steuermodul KS Diesel Power 30 bestellen. So wird der BMW 335d F30 mit Hinterradantrieb doch noch Realität, auch wenn es kein entsprechendes Angebot aus München gibt.

14 responses to “Tuning-Fahrbericht: Kelleners BMW 330d F30 – Neuer 335d ohne xDrive?”

  1. Lypin says:

    Würde ich jederzeit dem 335d xDrive vorziehen. Ein D3 ist trotzdem noch interessanter…

  2. Mat says:

    Mit der 4-Rohr-Auspuffanlage disqualifiziert sich dieser ansonsten wirklich schön getunte F30 meiner Meinung nach.
    Wie kann man bei 4 Endrohren noch von Understatement reden?!

  3. MitunterKeineswegsGoutierend says:

    Bei aller Liebe zu BMW, die geschwolle Ausdrucksweise des Autors wirkt künstlich und aufgesetzt. Bitte lieber mal den Duden weglassen

    • Guest says:

      Ja, der Satz hätte besser lauten sollen:

      “Wer gerne den mal den Arsch raushängen lässt, wird krass angepisst sein, dass das mit der Top-3er-Nagelfeile jetzt nicht mehr funzt.”

      Oder vielleicht doch nicht…?

  4. Andre says:

    Wie hat denn Kelleners die Mehrleistung herausgeholt? MSG umprogrammiert oder ein zweites nachgeschaltetes MSG mit den Nachteilen der falschen Restreichweite und falschem Durchschnittsverbrauch??

    • Stephan says:

      Mhh… In diesem Falle würde ich einfach einen neuen Korrekturwert setzen. In der Regel sind die Anzeigen doch +/- 0,3l/100km.

  5. Hans says:

    Wieso denn unbedingt ein Chiptuning von einen Dritthersteller? Da verzichte ich lieber auf 20PS und nehm das BMW Performance Power Kit.

  6. […] Den kompletten Fahrbericht zum Kelleners BMW 330d F30 gibt es hier. […]

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