Leichtbau mit CFK: Auch VW steigt bei SGL Carbon ein

Sonstiges | 3.03.2011 von 13

Lange Zeit schien es sich beim massiven Engagement in Sachen Kohlefaser für die Großserie um einen Alleingang von BMW zu handeln, aber in den letzten …

Lange Zeit schien es sich beim massiven Engagement in Sachen Kohlefaser für die Großserie um einen Alleingang von BMW zu handeln, aber in den letzten Monaten ist unübersehbar, dass BMW hier trotz vieler Unkenrufe mal wieder einen Trend gesetzt hat, dem andere Konzerne nun folgen müssen. Nachdem Mercedes-Benz eine Partnerschaft mit dem japanischen Carbon-Spezialisten Toray begründet und Audi sich mit der Voith GmbH zusammengetan hat, folgt nun der Audi-Mutterkonzern Volkswagen.

Interessant ist dabei, dass man sich in Wolfsburg offenbar nicht für die Voith GmbH als Partner begeistern konnte und stattdessen auf das gleiche Pferd wie die BMW Group setzt: VW hat dieser Tage 8,18 Prozent der Aktien von SGL Carbon erworben und damit von jener Firma, an der indirekt auch BMW beteiligt ist. Susanne Klatten hält mit ihrer Beteiligungsgesellschaft SKion 22,25 Prozent von SGL Carbon und auch die Voith Gruppe hält 5,12 Prozent der Aktien.

Carbon-Fertigung-SGL

BMW bietet bereits seit vielen Jahren einige Carbon-Elemente zur Reduzierung des Fahrzeuggewichts seiner Sportmodelle an. Bereits der BMW M3 CSL der Generation E46 verfügte über ein Dach aus Kohlefaser, ähnliche Maßnahmen kamen auch beim BMW M6 Coupé E63 sowie beim aktuellen BMW M3 Coupé zum Einsatz.

Ab 2013 wird mit dem BMW i3 das erste Modell der neuen Submarke BMW i auf den Markt kommen. Die gesamte Fahrgastzelle wird bei diesem Fahrzeug aus Kohlefaser gefertigt, was für eine Reduzierung des Gesamtgewichts von rund 300 Kilogramm sorgen wird. Auch der für 2014 angekündigte BMW i8 wird zu großen Teilen aus Carbon gefertigt, um trotz der schweren Technik des Elektro-Antriebsstrangs ein geringes Fahrzeuggewicht zu erreichen.

Robert Koehler (Vorstandsvorsitzender der SGL Group): “Die SGL Group sieht die finanzielle Beteiligung von Volkswagen als Wertschätzung unserer langfristigen Aufbau- und Entwicklungsaktivitäten in neuen Werkstoffen und Technologien speziell im automobilen Leichtbau. Dazu zählen unter anderem carbonfaserbasierte Strukturbauteile, die bekannten Carbon-Keramik-Bremsscheiben sowie Komponenten für Lithium-Ionen Batterien, die eine wichtige Rolle in der Elektromobilität spielen werden.
Diese Beteiligung unterstützt die langfristige Intention der SGL Group zur Stärkung unserer Unabhängigkeit, eine kleine Gruppe von Ankeraktionären aufzubauen. Dazu gehören die bereits gemeldeten Stimmrechtsanteile von SKion und Voith. Die Übernahme der LBBW Anteile ist ein weiterer Baustein dieser Intention. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir den neuen Ankerinvestor.”

(Quelle: SGL Carbon / Bild: 2010 © SGL Group)

  • John

    Gibt es dazu schon ein offizielles Statement von BMW? Ich hatte irgendwo gelesen, man sei “irritiert”.

    • mb81

      das wär ich auch…

    • mb81

      v.a. noch bei dem sarkastischen Kommentar des Herrn Winterkorn: BMW ist ein angenehmer Wettbewerber.

  • Matthias

    Reithofer meinte, dass der VW-Einstieg interessant ist, er jetzt aber keine Stellungnahme abgeben möchte. S.Klatten hingegen ist sauer. Sikon werde Gegenmaßnahmen ergreifen.
    Piech sollte die Suppe nochmals versalzen werden wie damals bei der Übernahmeschlacht um Rolly-Royce

  • Oliver Borgmann
    • John

      Interessanter Artikel auch wenn mir die VW Strategie nicht ganz klar ist und sich mir auch nicht erschließt, weshalb das nun so eine “geniale” Aktion war. Wenn SKion seinen Anteil auf 25% Prozent erhöhen sollte, könnte VW keinen größeren Einfluss als BMW mehr erreichen. Dann ginge es vermutlich tatsächlich nur darum, an der neuen Technologie so gut wie eben möglich zu profitieren.

      Ich bin mal gespannt, das sieht auf jeden Fall so aus, als würden in dem Spiel noch weitere Akte folgen.

  • Simon

    Wo ist das Problem?
    Know How ist bei jeder der Firmen vorhanden. Wenn VW da in großen Stückzahlen einstiegt ist es doch umso besser für den Preis.

  • VW zeigt “Größe” ;–(( ; erinnert mich ein gaaaanz klein wenig an die Schlacht mit Porsche. Warum schliessen sich die nicht dem Audi-Weg an? Das ist für mich die interessanteste Frage = “feindliche Übernahme im Anfangsstadium”?!

  • BMWMaster

    Ist doch schon bekannt, nichts neues. BMW fängt an, alle machen es nach, war schon immer so 😉 🙂

    BMWMaster

  • bumbum

    so verkauft man seinen wettbewerbsvorteil, liebe BMW AG….tatenlos zusehen, wie andere im garten graben.

    bei BMW arbeiten in der chefetage nur noch vollspastiker, hab ich den eindruck.

  • BMW-Fan/a

    VW plant ja den Bulli – wahrscheinlich ist der zu schwer geworden. Ansonsten ist das natürlich eine Schlüsseltechnologie für künftige Autos, mit der man noch die meisten Verbesserungen erzielen kann. BMW muss allerdings aufpassen denn Piech ist eine absolute Ratte (Siehe Porsche)! Den muss man in der betriebswirtschaftlichen Welt mit allen Mitteln bekämpfen. Wenn man hier nicht mithalten kann, sieht man welche Auswirkungen das in der normalen Welt haben kann. Der neue A6 gewinnt aufgrund seines etwas leichteren Gewichhtes jetzt sogar gegen den 5er in allen Autozeitungen und ist auch noch fast 4000 € günstiger. Da braucht wahrscheinlich BMW jetzt den Vorsprung vom letzten Jahr um in der Zulassungsstatistik bis zum nächsten Modelwechsel nicht den Anschluß zu verlieren.

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