BMW baut neues Werk mit SGL Carbon in Moses Lake / USA

BMW i | 6.04.2010 von 5

Die vor einigen Monaten angekündigte Partnerschaft zwischen BMW und dem Carbon-Spezialisten SGL trägt nun in Form eines neuen Werkes erste sichtbare Früchte. Zu der Partnerschaft …

Die vor einigen Monaten angekündigte Partnerschaft zwischen BMW und dem Carbon-Spezialisten SGL trägt nun in Form eines neuen Werkes erste sichtbare Früchte. Zu der Partnerschaft war es vor allem mit Blick auf das Megacity Vehicle gekommen, das ab 2013 im BMW Werk Leipzig gebaut werden soll und bei dem man Kohlefaserkomponenten im großen Stil einsetzen will. Damit soll sichergestellt werden, dass das im Rahmen von project i entwickelte Elektroauto trotz der tendenziell schweren Technik verhältnismäßig leicht bleibt, um Reichweite und Dynamik zu maximieren.

Das neue Werk wird in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington entstehen, das Investitionsvolumen wird bei rund 100 Millionen Dollar liegen. Dabei werden zunächst 80 neue Arbeitsplätze geschaffen, erste Erweiterungen des Werkes sind aber schon jetzt konkret geplant. Der Standort Moses Lake wurde auch mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Energiequellen gewählt, denn die für die Produktion benötigte Energie kann in Moses Lake aus umweltfreundlicher Wasserkraft gewonnen werden.

BMW-M3-Carbon-Dach

Mit dem flächendeckenden Einsatz von Karbon verbinden sich eine ganze Reihe von Vorteilen: Carbonfasern sind bedeutend leichter als die bisher üblichen Materialien Stahl und Aluminium, sind aber gleichzeitig wesentlich fester, ermüdungsresistenter und neigen nicht zu Korrosion. Der große Nachteil waren bisher die Kosten, aber durch innovative Prozesse ist man zuversichtlich, diese signifikant senken und CFK damit zum automobilen Werkstoff der Zukunft machen zu können.

Robert Koehler (Vorstandsvorsitzender der SGL Group): “Das neue Werk in Moses Lake stellt einen Meilenstein für den Einsatz von Carbonfasern im industriellen Maßstab im Automobilbau dar. Dank modernster Technologie wird dies das kosteneffizienteste Carbonfaserwerk der Welt sein. Mit dieser bedeutenden Investition stärken wir unser Engagement in den USA, wo wir bereits über Produktionsstätten für Carbonfasern und Verbundwerkstoffe verfügen. Die Herstellung von Carbonfasern ist ein Kerngeschäft der SGL Group. Zusammen mit unserem Partner, der BMW Group, fördern wir den Einsatz von Carbonfasern und sorgen dafür, dass dieser Werkstoff künftig eine revolutionäre Rolle im automobilen Leichtbau spielt.”

Friedrich Eichiner (Finanzvorstand der BMW AG): “Carbonfasern sind ein innovativer Werk­stoff für die Automobilindustrie. Unsere gemeinsamen Entwicklungen werden nachhaltige Mobilität im urbanen Umfeld ermöglichen. Das Thema Nachhaltigkeit ist fest in unserer Unternehmensstrategie verankert. Wir behalten dabei die gesamte Wertschöpfungskette im Blick. Die für die Produktion der Carbonfasern benötigte Energie wird deshalb aus umwelt­freundlicher Wasserkraft gewonnen. Leichtbau ist ein Kernelement für nachhaltige Mobilität zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs sowie der CO2-Emissionen, beides Kernaspekte unserer EfficientDynamics Strategie. Die Nutzung carbonfaserbasierter Verbund­werkstoffkomponenten im Megacity Vehicle ist ein Meilenstein in der nachhaltigen Mobilität. Durch die Verbindung der Expertise der SGL Group und unseres Know-hows in der Großserienfertigung von CFK-Komponenten können wir carbonfaserbasierte Bauteile in hoher Stückzahl zu wettbewerbsfähigen Kosten herstellen. Besonders für Fahrzeuge mit Elektroantrieb, wie das Megacity Vehicle, ist dies von hoher Relevanz.”

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  • mb81

    Also Wasserkraft-Energie hätte es auch in Bayern genug gegeben…so stellt man in den USA die Kohlefaser her und bringt sie nach Landshut und dann nach Leipzig…ob das noch so CO2-neutral ist?!?!? Und bei 80 Mitarbeitern sind die Personalkosten auch nicht so viel höher als in Deutschland….schade!!

    • Benny

      Es wird sicherlich Gründe geben, die es auf lange Sicht sinnvoll erscheinen ließen, in Moses Lake zu bauen – mit hoher Wahrscheinlichkeit spielt Geld dabei eine Rolle, klar. Wenn es keinen Sinn machen würde, hätte man sicherlich in Deutschland gebaut, aber irgendwas spricht offenbar deutlich für Moses Lake. Vielleicht ist es aber auch nur ein erstes Werk und Weitere folgen, wenn Carbon wirklich flächendeckend kommt und so billig wie erhofft produziert werden kann.

  • mb_81

    @FAZ:
    …BMW und SGL Carbon siedeln sich nun in der Nähe der Boeing-Endmontage für den Dreamliner an. Bei BMW heißt es, die in der Region vorhandene Kompetenz für Leichtbaumaterial sei ausschlaggebend gewesen. Das Karbon aus dem amerikanischen Moses Lake soll im bayerischen Wackersdorf weiterverarbeitet werden. Im BMW-Werk Landshut sollen weitere Bauteile für das Megacity-Vehicle entstehen. Sämtliche Komponenten werden schließlich in Leipzig montiert…

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